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Potsdam Elite krault neben den Hobbyschwimmern
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18:24 28.08.2018
Training der Potsdamer Leistungsschwimmer im „Blu“. Quelle: fotoS: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Schon morgens um 6 Uhr wird das Wasser durchgepflügt. Wenn die Schwimmer vom Bundesstützpunkt in Potsdam im Sport- und Freizeitbad „Blu“ am Brauhausberg trainieren, müssen sie auch zu früher Stunde enger zusammenrücken. Weil die Schwimmhalle im Luftschiffhafen saniert wird, müssen nicht nur die Schwimmer, sondern auch die Triathleten, Fünfkämpfer und Wasserballer ausweichen.

„Wir haben hier zwei Bahnen“, sagt der leitende Bundesstützpunkttrainer Jörg Hoffmann, der mit seiner Gruppe im „Blu“ Wellen schlägt. „Das ist nicht optimal, aber es geht.“ Im Gegenverkehr wird es da schon mal eng. Die Sportler sind es gewohnt, diszipliniert zu arbeiten. 50 Schwimmer pendeln mehr als ein halbes Jahr durch die Stadt.

Zwei Stunden Fahrzeit täglich

„Ich muss nun deutlich früher aufstehen“, sagt Carl Louis Schwarz, Fünfter der Deutschen Meisterschaften über 100 Meter Rücken. Zwar würde der Student für Wirtschaftsingenieurwesen auch im angestammten Luftschiffhafen so früh mit dem Training beginnen, aber da habe er von der Wohnung bis in die Halle nur fünf Minuten Fußweg. Nun setzt er sich ins Auto, muss im Berufsverkehr durch die Stadt über die zugestaute Zeppelinstraße pendeln.

Hoffmann schätzt ein, dass täglich bis zu zwei Stunden an Fahrtzeiten „draufgehen“. Denn neben dem „Blu“ sind das Kiezbad Am Stern und die Bundeswehr-Schwimmhalle in Geltow die Ausweichbecken. Im „Blu“ wurden extra die Öffnungszeiten verlängert, um dem Ansturm der Leistungssportler gerecht zu werden. Montags bis freitags von 6 bis 22.30 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 8 bis 20 Uhr. „Es wird zu Einschränkungen für alle Nutzer kommen. Alle müssen zusammenrücken, wir bitten um Toleranz und Verständnis!“, heißt es dazu auf der Homepage des Freizeitbades.

Bahnen werden umgehängt

Für die Hobbyschwimmer ist trotzdem genügend Platz. Friedewald Clemens, Fachangestellter für Bäderbetriebe, sieht keine größeren Probleme für das öffentliche Schwimmen. Nach der ersten Einheit werden um 8 Uhr die Bahnen umgehängt, wird nicht mehr längs über 50, sondern quer über 25 Meter geschwommen. Denn nun kommen auch die Schulklassen mit den Schwimmanfängern – und die Sportschüler.

Toni Helbig, neben Matthias Pönisch und Martin Dröll einer von drei Lehrertrainern, betreut Siebt- und Achtklässler. „Das Training ist machbar, nur der Anfahrtsweg ist etwas länger“, sagt der Ex-Leistungsschwimmer. Die Kinder vom Sportinternat haben eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr bekommen. Fürs Erste werden sie vom Lehrertrainer in der Straßenbahn begleitet. In Richtung Stern wird es komplizierter, weil alle zweimal umsteigen müssen.

Viel Gepäck

Für Eric Friese hat es sogar Vorteile, wenn er jetzt im „Blu“ trainieren kann. „Ich wohne nämlich in Babelsberg, da kann ich früh schnell mit dem Fahrrad hier her fahren. Abgesehen davon, dass es sich hier gut schwimmen lässt“, meint der deutsche Vizemeister über 100 Meter Schmetterling. Da er in die 13. Klasse der Sportschule geht, sei auch das Unterrichtsprogramm nicht mehr so voll. Er habe erst am Nachmittag wieder Schule. Zum Training nach Geltow nehme ihn dann der Trainer mit dem Auto mit.

Training der Potsdamer Leistungsschwimmer im blu Foto:bernd Gartenschläger Quelle: Bernd Gartenschläger

Nur ein bisschen mehr Gepäck müssen die Sportler mitschleppen. Während im Luftschiffhafen, wo noch bis zum 31. März 2019 gebaut wird, jeder einen eigenen Umkleideschrank hatte, führen die Athleten nun auch den Sportsack mit den Hilfsmitteln wie Handbrett, Beinbrett, Flossen, Fingerbretter oder Fallschirm ständig mit. Immerhin dürfen sie nach der Schwimmeinheit gleich den Kraftraum der OSC-Bundesliga-Wasserballer im „Blu“ nutzen. „Der ist top eingerichtet“, sagt Schwarz. Die Sportler haben sich arrangiert.

Ob am Ende darunter die sportliche Leistung leidet, wird sich zeigen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Leistungen bei der abrupten Hallen-Schließung im Luftschiffhafen 2014 wegen der Mängel an der Dachtragfähigkeit hinterher sogar besser waren. Zur Kostenübernahme der zusätzlichen Nutzung der öffentlichen Bäder verhandeln Stadtwerke, Stadt und Sport indes noch.

Von Peter Stein

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