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Potsdam Melvin Imoudu vor seiner Weltcup-Premiere
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18:56 06.11.2018
Melvin Imoudu gehört zum Perspektivkader des Deutschen Schwimmverbandes für die Olympischen Spiele 2020. Quelle: Foto: eibner/imago
Potsdam

Brustschwimmer Melvin Imoudu taucht in eine neue Welt ein. Der 19-Jährige vom Potsdamer SV wird am Wochenende in Tokio erstmals an einem Kurzbahn-Weltcup teilnehmen. Und weil in Japans Hauptstadt 2020 die nächsten Olympischen Sommerspiele stattfinden, gerät der Trip ins Land der aufgehenden Sonne bereits zu einem olympischen Testlauf.

Denn irgendwo am Horizont taucht auch bei Imoudu der Gedanke von einer Olympia-Teilnahme in zwei Jahren auf. Spätestens seit der 94-Kilo-Recke im Sommer bei den Deutschen Meisterschaften Gold über 50 und 100 Meter Brust gewann. Da musste der „Rohdiamant“ – O-Ton Chefbundestrainer Henning Lambertz – noch auf die Europameisterschaften verzichten. Aber nun springt er hinein ins kalte Wasser der großen Bühne des Weltschwimmsports.

Kampf um Bestzeiten

„Dafür kommt der Kurzbahn-Weltcup genau richtig. Hier kann ich reinschnuppern und sehen, was international so abgeht“, meint Imoudu, der zum Perspektivkader des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) zählt und in Tokio über 50 und 100 Meter Brust antreten wird. Danach folgt auf der Übersee-Tour durch Asien gleich noch der Weltcup in Singapur.

Die kurze Bahn gibt dem Sportschüler gute Gelegenheit, an seinen Schwachstellen wie der Wende zu arbeiten. „Nach der Sommerpause galt es erst einmal, wieder Grundlagen zu legen. Das hieß viel schwimmen“, erzählt Imoudu, der kein Fan vom „Kachelzählen“ ist. „Aber was sein muss, muss sein. Die hohen Umfänge gehören bei uns Schwimmern dazu.“

Das ist in diesem Jahr noch mit besonderem Aufwand verbunden, weil die Schwimmhalle im Luftschiffhafen renoviert wird. Schon morgens um 6 Uhr ziehen die Athleten im „Blu“ am Brauhausberg ihre Bahnen. Danach geht es zurück in die Schule. „Das ist alles noch machbar“, will Imoudu nicht klagen. Denn der Schützling von Trainer Jörg Hoffmann möchte im kommenden Jahr an den Schwimm-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Gwangju teilnehmen.

Akklimatisierung inklusive

Nun kämpft er erst einmal darum, seine Bestzeiten von der Langbahn – 27,39 Sekunden über 50 Meter Brust und 1:00,66 Minuten über 100 Meter Brust – auf der Kurzbahn zu unterbieten. Damit das in Tokio gelingt, konnte sich die deutsche Delegation, zu der auch Rücken-Ass Christian Diener und Schmetterlingsspezialist Eric Friese aus Potsdam gehören – in Kumamoto im Süden der japanischen Inseln zwei Wochen akklimatisieren. Auch das gehört schon zum Testlauf für die Sommerspiele Tokio 2020 dazu. „Das sind wichtige Erfahrungen für mich, die mir in zwei Jahren zugute kommen sollen“, erkennt Imoudu seinen persönlichen Olympia-Fahrplan.

Von Peter Stein

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