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Potsdam Richard Freitag unterstützt das Frauen-Springen
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14:53 30.03.2018
Dirk Thiele, Richard Freitag und Katharina Althaus (v.l.). Quelle: Gerhard Pohl
Berlin

Beide kehrten mit einer Silbermedaille heim von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Bei „Talk unterm Turm“ in den Berliner Rathauspassagen am Mittwochabend zeigten sich im Gespräch mit dem Potsdamer Moderator Dirk Thiele weitere Gemeinsamkeiten bei den Skispringern Richard Freitag und Katharina Althaus. Sie wurden jeweils Zweite im Gesamtweltcup und die Mütter erledigen vorrangig die Fanpost. Zu Ostern touren beide mit ihren Familien bei Oberstdorf auf den Skiern durch die Wälder.

Mehr Chancen auf großen Schanzen für Frauen

Gegenwärtig in der Diskussion beim Weltskiverband FIS ist die weitere Förderung der Frauenwettbewerbe. Hier war sich das Gesprächsduo einig, diese Springen müssen unbedingt aufgewertet werden. „Künftig sollten die Wettkämpfe der Frauen und Männer zwar als separater Wettbewerb, aber in einer gemeinsamen Veranstaltung durchgeführt werden, was medial, aber auch für die Ausrichter von Vorteil wäre“, so Freitag. „Wir brauchen auch mehr Chancen auf großen Schanzen, um uns weiter entwickeln zu können. Frauen haben schon Weltmeisterschaften und Olympische Spiele. Ich würde auch die noch fehlenden Mannschaftswettbewerbe einführen. Denn wir haben – und das trifft auch auf andere Nationen zu – leistungsmäßig enorm zugelegt“, ergänzte Althaus, deren weitester Satz mit 139,5 Metern vermessen wurde. Sie fügte hinzu: „Ich möchte gern mal über 200 Meter fliegen und blickte dabei in Richtung Flugveranstaltungen.“

Althaus: Mit sechs Jahren mit dem Skispringen begonnen

Begonnen hat die Oberstdorferin, deren Lieblingsschanzen Lillehammer sowie Trondheim sind, mit sechs Jahren und ist durch ihren großen Bruder zum Springen gekommen. Freitag stand mit acht Jahren das erste Mal auf den Brettern. Begonnen hat der Erzgebirgler in Johanngeorgenstadt als Nordisch Kombinierter, „nur mit dem Laufen hat es nicht so geklappt, da habe ich es gelassen“, bemerkte er. Zu erfahren war auch, dass er bisher cirka 10 000 Meter auf Skiern geflogen ist, ein Statistiker hat es errechnet. Als Ritual vor einem Wettkampf zieht Freitag zuerst den linken Schuh an und bindet ihn.

Im Interesse einer sportlichen Weiterentwicklung ist der Oberstabsgefreite nach Oberstdorf gewechselt und dabei seine Ausbildung zum Physiotherapeuten unterbrochen, um sich voll auf das Springen zu konzentrieren. Dennoch ist das zu Hause und seine Familie für ihn der wichtigste Rückhalt.

Ein Glücksbringer von der Mutter

Katharina Althaus, die beim Zoll angestellt ist, trägt einen Glücksbringer von ihrer Mutter bei sich, ein spezielles Ritual habe sie nicht. Auf die Frage, was sie von Hallenwettbewerben hält, antwortete sie: „Das wäre kein Springen mehr.“ Dem stimmte Freitag uneingeschränkt zu.

Zur Konkurrenz der gerade beendeten Saison äußerte Freitag: „Norwegen war in den Teamwettbewerben unglaublich, da kann man nur den Hut ziehen. Aber wir kämpfen, um hier näher heranzukommen. Dominator Kamil Stoch hat in der gesamten Saison eine extreme Stabilität auf einem ganz anderen hohen Level als die Konkurrenz auf der kleinen und großen Schanze, einschließlich beim Fliegen hinbekommen. Er arbeitet von Sprung zu Sprung.“ Zum Phänomen Kasai: „Noriaki hat einen wahnsinnigen Lebensgeist, er liebt diesen Sport über alles. Nori ist für mich ein unglaubliches Vorbild.“ Nach dem Sturz bei der Vierschanzentournee hatte Freitag die Teilnahme an der Skiflugweltmeisterschaft offen gehalten. „Aber ich hatte eine gute Vorbereitung und mich dann für einen Start entschieden und Bronze erkämpft. Nach den ersten Springen von Zakopane und Willingen hatte ich trotz der Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen im Teamwettbewerb mir bei diesem Höhepunkt etwas mehr versprochen“, blickte der Springer auf die Saison zurück.

Mehr Unterstützung für Ehrenamtliche

Zum Sommertraining konnte man erfahren, dass täglich ein bis zwei Einheiten absolviert werden. „Dabei halten wir, Männer und Frauen, den Körper durchgängig auf einem relativ hohen Level“, so Freitag. Auf Fußball und die WM angesprochen, da sind beide Springer nicht die großen Fans, aber als Erzgebirgler schaut Richard zu seinem Regionalverein nach Aue. Ob die Sportförderung ausreiche? „Für uns Springer ist die Sporthilfe recht gut. Sie reicht aber beim Nachwuchs nicht aus. Auch sollten diesbezüglich die unzähligen Ehrenamtlichen besser gestellt werden. Wenn sie nicht wären, würde vieles zusammenbrechen“, äußerte Freitag. Nach diesem lockeren Talk verabschiedeten sich die beiden Silbernen von Pyeongchang in den verdienten Urlaub.

Von Gerhard Pohl

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