Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Auch mit 81 Jahren noch an der Platte
Sportbuzzer Lokalsport Potsdam Auch mit 81 Jahren noch an der Platte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 27.02.2019
Im „Wohnzimmer“ der TTG in der Kurfürstenstraße: Ludmil Tchorenev (l.) und Knut Winkler (r.) an der Tischtennisplatte beim Training. Quelle: Foto: verein
Potsdam

Ohne Ehrenfried Näther läuft bei der Tischtennisgemeinschaft Potsdam fast nichts. „Er ist die gute Seele unseres Vereins, auf ihn ist immer Verlass“, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Teichmann. Näther hilft nicht nur handwerklich, damit die Tischtennis-Utensilien in der Sportstätte gut verstaut sind, er ist mit seinen 81 Jahren noch immer aktiv an der Platte. „Der haut die Jungen glatt weg“, lobt Teichmann seinen Zeugwart.

Und Näther weiß auch über die Geschichte des Vereins zu berichten. Ende der 1970er Jahre kam er nach einem beruflichen Wechsel aus Stendal zur damaligen SG Brauerei Potsdam, die in den 1950er Jahren als Betriebssportgemeinschaft (BSG) gegründet worden war. Die Tischtennisspieler hatten im Dachgeschoss der alten Brauerei am Brauhausberg ihr kleines Domizil. „Da war nicht viel Platz, die Gastmannschaften waren kaum begeistert von unserer Spielstätte“, erinnert sich Näther. „Da mussten wir öfters die Dachluke öffnen, um Luft zu bekommen.“ Noch zu DDR-Zeiten erfolgte der Umzug in die Turnhalle der Eisenhart-Schule in der Kurfürstenstraße, da sind die TTG-Akteure heute noch zu Hause.

Mannschaft in der Ü60

Am 7. Mai 2003 wurde die Tischtennisgemeinschaft neu gegründet. Sie blieb ein kleiner Verein, hat derzeit nur zwölf Mitglieder. Das Dutzend stellt aber einen erstaunlichen Spielbetrieb auf die Beine. Die erste Männermannschaft spielt in der 1. Kreisklasse, liegt im Zehnerfeld auf Platz fünf. Die zweite Männer-Mannschaft ist in der 3. Kreisklasse ebenso Fünfter. Dazu gibt es die Ü40- und die Ü60-Senioren. Einer wie Näther hilft überall aus, wenn mal Not am Mann ist. Sein 54 Jahre alter Sohn Sven Näther schwingt auch die Kelle. In den Punktspielen werden vier Einzel und zwei Doppel gespielt, da jeder gegen jeden antritt, sind das 18 Partien, da geht ein Spieltag locker über drei Stunden. Erforderlich sind drei Gewinnsätze in der Regel bis 11 Punkte.

„Die Punktspiele finden auch unter der Woche statt, am Wochenende haben die meisten familiäre Verpflichtungen. Wir sind ja reine Hobbysportler“, meint Teichmann, der selbst in der Ü60-Mannschaft aktiv ist, die in dieser Saison erstmals angemeldet wurde. Er spielt gern mit der Rückhand und dem Noppenbelag. „Da fliegen die Bälle anders über das Netz.“

Selbst ist der Mann

Wenn eine neue Platte oder neue T-Shirts für die Wettkämpfe besorgt werden müssen, legen die Mitglieder aus eigener Tasche Geld zusammen. Auch eine gute Tischtenniskelle kostet rund 100 Euro. „Aber ich brauche nicht jedes Jahr eine neue“, so Teichmann. Das große Plus des Vereins sei sein Gemeinsinn. „Wir sind wirklich eine prima Truppe, können uns aufeinander verlassen.“

Die Sporthalle in der Kurfürstenstraße ist für die Tischtennisspieler ein zweites Zuhause geworden. „Wir sorgen hier auch für Ordnung. Zuletzt haben wir die Umkleidekabine der Jungen frisch gemalert, wir haben genügend Handwerker im Verein, um kleinere Reparaturen selbst auszuführen. Da packen wir selbst an, wechseln auch mal die defekten Leuchtstoffröhren aus“, erzählt der Vereinsvorsitzende, der gern noch das eine oder andere jüngere Mitglied aufnehmen würde. „Wir würden uns auch über Frauen freuen, denn die fehlen bei uns im Verein“, sagt er, um schmunzelnd hinzuzufügen: „Einen Ansturm würden wir aber nicht verkraften, dafür haben wir zu wenig Platz. Maximal drei Platten können wir aufstellen, das heißt, es sind sowieso nicht alle gleichzeitig im Training beschäftigt.“

Vereinspokal als Höhepunkt

Im Laufe der Jahre spielten bei der TTG auch immer wieder mal Aktive, die durch das Studium nach Potsdam kamen. Da waren auch Koreaner und Chinesen dabei. „Das waren unsere besten Leute“, weiß Teichmann, derzeit sei der aus Bulgarien stammende Marian Hristov der beste Mann und mit seinen 42 Jahren auch der jüngste.

Neben dem Vereinspokal ist die Weihnachtsfeier ein jährlicher Höhepunkt. „Da wird natürlich auch gespielt“, berichtet Teichmann. „Wer gewonnen hat, darf sich das Geschenk beim Julklapp als Erster aussuchen. Da alle Geschenke gleich groß und verpackt sind, bekommt manchmal auch der Letzte das schönste Präsent. Da haben alle bei der Feier ihren Spaß“, erzählt Teichmann. Müßig zu erwähnen, dass „Ehri“ Näther die Geschenke besorgt.

Von Peter Stein

Wenn den Kletterern von Motor Babelsberg in ihrem Domizil in der Waldstadt kalt wird, werfen sie ihren alten Holzofen Bruno an

26.02.2019

1. TT-Landesklasse Süd: TSV Treuenbrietzen I besiegt am 14. Spieltag den TSV Stahnsdorf III mit 10:3 und festigt damit seinen zweiten Tabellenplatz.

26.02.2019

Mehr als 30 Jahre hat Detlef Doering den VfL Potsdam mitgeprägt, am Sonntag ist der Jugendtrainer im Alter von 59 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Auch die Kollegen des Lehrertrainers an der Potsdamer Sportschule trauern um einen langjährigen Weggefährten. Der Verein hält vor dem nächsten Spiel eine Schweigeminute.

25.02.2019