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Potsdam Zu laut: Grüne wollen Megaphone verbieten
Sportbuzzer Lokalsport Potsdam Zu laut: Grüne wollen Megaphone verbieten
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18:51 06.11.2018
Angeblich zu laut: Das Megaphon auf dem Begleitboot der Trainer – hier Ralph Welke, Bundestrainer der Kanuten. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat für die Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch in Potsdam folgenden Beschlussvorschlag eingebracht: Den wassersporttreibenden Vereinen wird der Gebrauch von Megaphonen auf den Potsdamer Havelgewässern untersagt. In der Begründung heißt es, dass wassernah etwa 2500 Menschen leben. Und weiter: „Alle diese Menschen werden seit Jahren fast täglich von 8 bis 18 Uhr durch ständige Megaphonnutzung der wassersporttreibenden Vereine belästigt; und zwar durch Trainer, die ihre Sportler aus einer Entfernung von fünf bis zehn Meter durch ein Megaphon anschreien.“

Sicherheitsaspekt hat Priorität

Axel Müller, Ruder-Trainer am Olympiastützpunkt beim RC Potsdam, schüttelt nur mit dem Kopf und stellt enttäuscht fest: „Wenn die Stadt so weitermacht, kann sie den Sport ja ganz abschaffen. Irgendwann stören dann auch noch die Ruderboote“, gerät er in Rage und fragt: „Was ist mit den vielen Motorbooten, den Wassertaxis, den Flößen, wo die Leute Party drauf machen?“ Dann verweist er auf den für ihn entscheidenden Aspekt: „Das ist eine Sicherheitsfrage. Die Ruderer bewegen sich mit dem Rücken in Fahrtrichtung, sehen also nicht, welche Boote ihre Wege kreuzen, selbst Wellen von zu schnell fahrenden Motorbooten werden so zur Gefahr. Wenn da nicht rechtzeitig gewarnt wird ,Achtung Welle’, kann so ein Ruderboot durch die Kraft der Welle brechen.“ Der Einsatz von Megaphonen sei seit Jahrzehnten Usus, laut Müller deutschlandweit.

Digitaler Sprechfunk kostet Geld

Und zum Vorschlag der Grünen, auf moderne Technik mit digitalem Sprechfunk und Kopfhörern umzustellen, entgegnet Müller: „Wenn das von der Stadt bezahlt wird, dann können wir das ja mal probieren.“ Außerdem sei am Sonntag ohnehin kein Trainingsbetrieb und samstags nur vormittags.

Von dem Verbot betroffen wäre auch der KC Potsdam im OSC, der erfolgreichste Kanuverein der Welt. Bundestrainer Ralph Welke meint: „Einfach verbieten ist doch keine Lösung. Natürlich brauchen wir den Lautsprecher, um uns bei den Sportlern bemerkbar zu machen, dafür ist der Geräuschpegel auf dem Wasser generell viel zu hoch. Ich schreie da nicht sinnlos rum. Da geht es neben fahrtechnischen Trainingshinweisen immer auch um die Sicherheit der Sportler.“

Kanuten plädieren für Kompromiss

Andererseits hat Welke durchaus Verständnis und sieht das Problem der Lärmbelästigung. „Aber da haben wir in der Stadt wohl größere Probleme.“ Bei der Umstellung auf eine digitale Kommunikation sieht auch er das Dilemma der Kostenübernahme. Welke würde sogar einen Kompromiss vorschlagen: „Wir könnten ja am Samstag, Sonntag und an Feiertagen auf den Einsatz der Megaphone verzichten.“

Da würde auch Canadierfahrer Jan Vandrey mitgehen. Der Olympiasieger sieht ebenso beim Verzicht auf das Megaphon ein Sicherheitsproblem: „Wenn ich trainiere, stehe ich ja bei bestimmten Belastungen unter Anspannung, bin wie in Trance. Da muss der Trainer laut sein, sonst höre ich ihn nicht. Auch Motorboote, die von hinten kommen, höre ich nicht .“ Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe sagt: „Es gibt wahrlich wichtigere Dinge, um die sich die Politiker kümmern sollten. Die Trainer sind mit uns ja nicht den ganzen Tag unterwegs. Ich finde, das Thema wird total aufgebauscht.“

Von Peter Stein

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