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Sport in Brandenburg Gegen sexualisierte Gewalt im Sport
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18:22 11.10.2017
Steffen Müller ist Kinderschutzbeauftragter im LSB. Quelle: foto: privat
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Potsdam

Am Sonnabend findet in Eberswalde zum dritten Mal eine Berlin-Brandenburgische Regionalkonferenz „Für den Kinderschutz – Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ statt. Steffen Müller (50) ist seit 2011 bei der Brandenburgischen Sportjugend im Landessportbund (LSB) Brandenburg für den Kinderschutz zuständig.

Worum geht es bei der Konferenz?

Steffen Müller: Die Kinderschutz-Regionalkonferenz findet nach 2014 und 2015 in Berlin nun erstmals in Brandenburg statt. In Workshops und Fachvorträgen erklären erfahrene Referenten, welche Präventionsmöglichkeiten es gibt, wie man im Verdachtsfall richtig reagiert, welche Folgen ein Missbrauch für betroffene Kinder hat oder auch welche Gefahren in digitalen Medien lauert.

Nehmen Fälle von sexueller Gewalt in Sportvereinen zu?

Nein. Wir hatten im Vorjahr cirka 20 Verdachtsfälle. Ich betone Verdachtsfälle, die es aufzuklären galt. In diesem Jahr ist das eine ähnliche Zahl von Fällen, die einer Beratung bedurften. Die Zahl der Täter, die tatsächlich strafrechtlich überführt werden, ist weitaus geringer. Aber es gab drei Fälle von sexueller Belästigung bis zum sexuellen Missbrauch, die zu einer Verurteilung führten. Auch ein Fall von Kinderpornografie im Internet war darunter. Manchmal hat die Staatsanwaltschaft bereits ein Verfahren eröffnet, aber der Beschuldigte ist noch im Verein tätig, weil die Information nicht zu den Vereinen gelangt. Inzwischen gibt es genügend Anlaufstellen in den Kreis- und Stadtsportbünden sowie Sportverbänden. Unsere grundsätzliche Haltung ist: Wir müssen sowohl unsere Kinder und Jugendlichen schützen aber auch die Sportvereine mit ihren Übungsleitern und Übungsleiterinnen. Trotzdem: Sobald ein Trainer unter Verdacht gerät, sollte er vorläufig suspendiert werden, bis die Dinge aufgeklärt sind. Wenn ein Verdacht unberechtigt ausgesprochen wurde, muss der Verein alles dafür tun, ihn zu rehabilitieren.

Wie können Sie die Vereine bei dem heiklen Thema sensibilisieren?

Grundsätzlich ist das ein Thema, womit sich jeder Verein beschäftigen sollte. Von den 2000 Sportvereinen im Land mit Kindern und Jugendlichen haben geschätzt ein Drittel ein Kinderschutzkonzept und einen -Beauftragten. Von den über 50 Verbänden sind es momentan etwa die Hälfte. Unser Ziel sind natürlich 100 Prozent. Wenn jeder Verein ein kleines Konzept mit einem Ehrenkodex hätte, wäre uns schon viel geholfen. Zusätzlich ist ein erweitertes Führungszeugnis für die Trainer und Übungsleiter hilfreich, damit lassen sich strafrechtliche Vorbelastungen ausschließen. Wir wissen natürlich auch, den hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Mehr Aufmerksamkeit und miteinander reden hilft schon sehr.

Sind bestimmte Sportarten besonders gefährdet?

Nein, das lässt sich empirisch nicht belegen.

Was raten Sie Vereinen oder Betroffenen, wenn sie Verdacht schöpfen?

Gerade erst am Montag habe ich in einem Seminar beim Kreissportbund Oberhavel in Oranienburg darüber gesprochen. Wenn Kinder Auffälligkeiten zeigen, wenn sie sich zum Beispiel von einem auf den anderen Tag stark verändern, aus einem fröhlichen ein trauriges, introvertiertes Kind wird, sollte man sich zunächst mit Trainerkollegen austauschen, ob sie diese Beobachtung bestätigen. Man könnte danach den Kinderschutzbeauftragten des Vereins oder eine Beratungsstelle kontaktieren. Wenn Gefahr im Verzug ist, sollte man sofort die Polizei rufen, um das Kind vor weiterer häuslicher Gewalt oder ähnlichem zu schützen und es damit in die Obhut des Jugendamtes geben.

Es geht also nicht nur um den Kinderschutz im Verein selbst. Was können die Sportvereine vorbeugend tun?

Zum Beispiel klare Verhaltensregeln aufstellen. Darf ein Vater in die Umkleide minderjähriger Mädchen, weil sich seine kleine Tochter dort umzieht? Entscheidend ist aber der offene Umgang mit dem Thema. Lieber einen Verdachtsfall eher angesprochen als darüber hinwegsehen. Der Grat zur Grenzüberschreitung ist sehr schmal. Auch im Leistungssport, wenn es häufig Einzeltraining gibt. Ich kann nur Betroffenen raten, sich an mich oder andere Kinderschutzfachkräfte in der Sportorganisation zu wenden.

Von Peter Stein

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