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Sport in Brandenburg „Nachhaltigkeit für den Handball ist wichtig“
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18:30 07.11.2018
Bald in Aktion: die Nationalspieler Andreas Wolff, Patrick Wiencek (v.r.) und Steffen Fäth (l.). Quelle: foto: Monika Skolimowska/dpa
Potsdam

Am 10. Januar 2019 wird die Handball-WM mit der Partie Deutschland gegen Korea in Berlin eröffnet. Deutschland richtet das Turnier gemeinsam mit Dänemark aus, in Berlin, München, Herning und Kopenhagen findet die Vorrunde statt. Die deutsche Nationalmannschaft trägt alle fünf Vorrundenspiele in Berlin aus. Matthias Auth ist Chef des Organisationskomitees in der Hauptstadt und damit verantwortlich für die Organisation der 15 Vorrundenspiele in der Berliner Mercedes-Benz-Arena. Im Interview spricht der Cottbuser über die Beschaffung vom Müsliriegel bis zum Waschpulver, die Gefährdungslage bei den Spielen von Korea und Fehler bei der Heim-WM 2007.

Matthias Auth Quelle: Bernd Gartenschläger

Herr Auth, wie viele Stunden müsste Ihr Tag im Moment haben?

Matthias Auth: Es gibt tatsächlich viel zu tun und es ist keine Zeit, in der man entspannt. Aber da die Arbeit auf viele Schultern verteilt wird – beispielsweise beim Deutschen Handball-Bund, bei den Mitarbeitern der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin und dem Team der Mercedes-Benz-Arena – kann ich das gut koordinieren. Außerdem macht das Engagement Spaß, es ist für mich eine spannende Erfahrung, denn ich schaue in viele Bereiche, die ich noch nicht kannte.

Also ist die Organisation solch eines Großevents Neuland für Sie?

Diese Dimension ist neu, ja. Ich habe zwar schon Veranstaltungen mit bis zu 5000 Zuschauern organisiert, aber eine Handball-WM ist schon noch einmal eine andere Hausnummer. Es müssen viel mehr Dinge bedacht und organisiert werden.

Was zum Beispiel?

Da gibt es eine Vielzahl von Kleinigkeiten, die beachtet werden müssen. Das geht los beim Fahrservice über die Verpflegung der Mannschaften mit Müsliriegel bis zur Besorgung des Waschpulvers für die Trikots. Auch das Hotelmanagement ist wichtig, da alle Mannschaften innerhalb von 15 Minuten an der Arena sein wollen. Trainingsmöglichkeiten, Fernseh-Übertragungen, Sicherheitskonzept – es gibt wirklich eine Vielzahl von Aufgaben. Pro Spieltag müssen rund 240 freiwillige Helfer, sogenannte Volunteers, an verschiedenen Orten koordiniert werden. Das ist ein hochinteressantes Projekt und für mich eine Kompetenzerweiterung.

Beim Eröffnungsspiel am 10. Januar zwischen Deutschland und Korea wird ein gemeinsames Team von der koreanischen Halbinsel antreten. Hat das Auswirkungen auf die Sicherheitsmaßnahmen?

Nein, überhaupt nicht. Wir haben das natürlich bewerten lassen, aber es gibt derzeit keine besondere Gefährdungslage und deshalb auch keine speziellen Vorkehrungen.

Wie läuft der Vorverkauf bislang an?

Sehr gut, wir sind sehr zufrieden. Wir verkaufen generell nur Tagestickets und sind bereits jetzt bei einer Auslastung von 85 Prozent angekommen – ohne dass wir bisher außergewöhnlich intensive Werbemaßnahmen gestartet haben.

Das zeigt sicherlich, dass Handball in Deutschland überaus beliebt ist. Trotzdem hat die Sportart zuletzt im Wettstreit mit anderen Konkurrenten Boden verloren. Die Zahl der Mannschaften ist gesunken, vielerorts gibt es ausgedünnte Ligen. Welche Chance bietet die Heim-WM, diesen Abwärtstrend aufzuhalten?

Eine sehr große, weil der Handball noch mehr in den Fokus der breiten Öffentlichkeit rückt. Es hat in den vergangenen Jahren viele wichtige strategische Entscheidungen gegeben mit dem Ziel den negativen Trend aufzuhalten – die WM-Bewerbung und die Bewerbung für die Europameisterschaft 2024 waren ein Teil dieser Maßnahmen, um im Sog dieser Leuchtturmprojekte wieder mehr Mitglieder zu gewinnen. Da kommt natürlich viel Arbeit auch auf die Landesverbände zu. Ich bin aber guter Dinge, es gibt an der Basis viel Engagement – das zeigt sich auch was den Helferstab während der Weltmeisterschaft betrifft. Da gibt es beispielsweise auch aus Brandenburg viel Unterstützung.

2007 gab es nach dem WM-Sieg des deutschen Teams in Deutschland einen Boom – warum ist der Effekt so schnell verpufft?

Weil man nicht gut genug auf die stärkere Nachfrage vorbereitet war, die Strukturen dafür waren noch nicht geschaffen – es gab beispielsweise nicht genug Trainer. Das ist jetzt anders. Es ist eines der großen Ziele, dass die WM nachhaltig wirkt und sich positiv auf die Mitgliederzahlen des DHB und damit auf den Handballsport auswirkt. Es wird deshalb auch während des Turniers Aktionen geben, beispielsweise mit Grundschulen, die eine Mini-WM nachspielen. Geplant sind auch Trainingseinheiten mit den Handball-Idolen, aber die Aktivitäten müssen auch nach dem Turnier weiterlaufen.

Viel wird davon abhängen, wie erfolgreich die deutsche Mannschaft abschneidet. Was trauen Sie dem Team zu?

Den sportlichen Bereich will ich gar nicht weiter kommentieren, das ist nicht meine Kernkompetenz. Aber wenn Sie mich als Handballfan fragen, dann habe ich natürlich schon meine Wünsche.

Was wünschen Sie sich?

Es wäre schön, wenn die deutsche Mannschaft mindestens das Halbfinale erreicht und das traue ich dem Team rund um Christian Prokop auch zu.

Von Stephan Henke und Lars Sittig

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