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Sport in Brandenburg Aus dem Fläming zur WM
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00:21 13.01.2019
Bernd Metzke nahm 1990 an der Handball-WM teil. Quelle: Foto: privat
Bad Belzig

Die Tickets, hofft Bernd Metzke, die er für die ganz heiße Phase der Handball-Weltmeisterschaft geordert hat, sind wieder ein gutes Omen. „Ich habe 2007, vor dem WM-Sieg der deutschen Mannschaft, Karten für das Halbfinale gekauft“, berichtet der gebürtige Bad Belziger schmunzelnd, „und jetzt habe ich wieder Karten für das Semifinale in Hamburg bekommen. Vielleicht bringt das ja der deutschen Mannschaft Glück.“

Ein bisschen Beistand aus dem Reich des Aberglaubens kann nicht schaden beim Versuch, dass inzwischen zwölf Jahre alte Wintermärchen bei der WM im eigenen Land zu wiederholen. Auch Metzke, 52 Jahre alt, Ex-Nationalspieler und Bundesliga-Profi bei TURU Düsseldorf, drückt die Daumen und fiebert dem Start der WM in Deutschland und Dänemark entgegen – und das auch wegen einer ganz besonderen regionalen Verbindung. So wie Fabian Wiede, der Star des Bundesligisten Füchse Berlin, der beim MBSV Belzig seine Karriere begann und im aktuellen Kader der deutschen Auswahl steht, schaffte mit dem Linksaußen 1990 ein Handballstar aus der Kreis- und Kurstadt den Sprung zu einer WM-Endrunde: Mit der DDR-Auswahl erkämpfte Metzke bei den Welttitelkämpfen in der Tschechoslowakei, für die sich die bundesdeutsche Auswahl nicht qualifiziert hatte, damals den achten Platz. Bereits bei den Olympischen Spielen in Seoul hatte Metzke 1988 Rang sieben erreicht.

Aus der Handball-Hochburg Premnitz

Der 1,91-Meter-Mann, der als Kind in die Handball-Hochburg Premnitz gezogen war, dort bei der Betriebssport-Gemeinschaft Chemie seine Laufbahn begonnen und ab 1980 beim ASK Vorwärts Frankfurt/Oder fortgesetzt hatte, arbeitete sich während des WM-Turniers vom Reservisten zu einer festen Größe im Team aufwärts. „Ich war eigentlich nur Nachrücker, aber dann wurde ich eingewechselt und hatte eine sogar für mich so überraschend gute Wurfquote, dass ich später sogar in die Startelf gerückt bin. Ich habe von 25 Würfen 19 verwandelt“, erinnert sich Metzke.

In der Vorrundengruppe D schaffte die ostdeutsche Equipe mit 4:2 Punkten als Zweiter hinter der Sowjetunion (6:0) den Sprung in die Hauptrunde. Am Ende unterlag das letzte Männer-Ensemble, das für den DDR-Handball-Verband bei einem großen Turnier antrat, dem Team des Gastgebers im Platzierungsspiel mit 16:17.

Bei der WM den Wechsel eingefädelt

Für Metzke kam es in der Nacht vor dem letzten Auftritt im DDR-Auswahltrikot zu einer Begegnung, bei der die Weichen für seinen späteren Lebensweg gestellt wurden. „Vor dem Platzierungsspiel klingelte im Hotelzimmer in Bratislava das Telefon, ich war schon im Schlafanzug. Der damalige Präsident von TURU Düsseldorf war dran und fragte, ob wir uns unten in der Lobby treffen könnten“, berichtet er. Noch im Foyer wurde der Wechsel eingefädelt – wenig später gehörte der Märker zur stattlichen Armada von DDR-Handballspielern, die sich in der Bundesliga etablierten und spielte von 1990 bis 1997 für den rheinländischen Traditionsverein. Ungewöhnlich: Mit dem ASK Vorwärts hatte er wenige Monate zuvor im IHF-Pokalendspiel gegen Düsseldorf gestanden und verloren (12:17). 122 Erstligaspiele absolvierte der Rechtshänder für TURU.

Versicherungsmakler in Düsseldorf

Parallel absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung. Bernd Metzke pendelte in dieser Zeit regelmäßig zwischen zwei völlig unterschiedlichen Welten. „Wenn wir beispielsweise in Kiel gespielt haben, sind wir um drei nach Hause gekommen. Am Morgen ging es dann in aller Frühe zur Ausbildung.“ Schulbank statt Bundesliga-Parkett. Später machte er sich als Versicherungsmakler selbstständig, heute leitet er in Düsseldorf ein florierendes Versicherungsbüro mit sechs Angestellten. Den Handball verfolgt er immer noch intensiv: Metzke besucht regelmäßig Spiele in Düsseldorf und jedes Jahr mit ehemaligen Mitspielern in Hamburg das Final Four.

Nun aber drückt er erst mal dem deutschen Team die Daumen. Metzke hofft natürlich, dass bei den Halbfinal-Begegnungen das deutsche Team zu den Protagonisten gehören wird. Dass mit Fabian Wiede und Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), der seine Wurzeln in Potsdam hat, auch Brandenburger bei der Weltmeisterschaft für die deutsche Mannschaft ab heute gegen Korea spielen, überrascht Bernd Metzke als profunden Kenner der Szene nicht: „Die brandenburgischen Sportschulen sind für ihre gute Ausbildung bekannt. Es freut mich sehr, dass Spieler aus meiner ehemaligen Heimat dabei sind.“

Von Lars Sittig

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