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Sport in Brandenburg Hitzeschlacht über vier Stunden und 50 Kilometer
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18:00 07.08.2018
Ab unter die Dusche: Die Geher nutzten jede Gelegenheit für eine Erfrischung. Quelle: Foto: imago
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Berlin

Mannschaftsarzt Matthias Kieb holt einen Beutel nach dem anderen aus der Kühlbox und hämmert die Eiswürfel darin mit der Faust klein. Dann schnappt er sich ein Basecap und legt den Eisbeutel hinein. Schon kommt Carl Dohmann angeprescht und schnappt sich die heißersehnte Kühlung. Das 50 Kilometer Gehen am Breitscheidplatz mitten in der Berliner City, die erste Entscheidung bei der Leichtathletik-Europameisterschaft, gerät am Dienstag zur Hitzeschlacht.

Teamarzt Matthias Kieb holt Eisbeutel aus der Kühlbox. Quelle: Peter Stein

Zwar starten die Männer und erstmals Frauen morgens um 8.35 Uhr, aber das Thermometer klettert Skala für Skala – schneller, als die Geher ihre zwei Kilometer langen Runden drehen. Die MAZ testet mit dem Thermometer. Während es im Schatten etwa gegen 11 Uhr schon 32 Grad sind, klettert die Säule in der Sonne auf dem Asphalt sofort über 45 Grad. Da ist noch längst nicht Schluss.

Trinken, Trinken, Trinken, Eis, Eis, Eis

Unterwegs stehen Wassersprüher, jeder nimmt das Duschangebot dankend an. Meist greifen die Sportler an den Verpflegungspunkten zwei Flaschen gleichzeitig, die von den Trainern und Betreuern gereicht werden.

MAZ-Redakteur Peter Stein hat die Temperatur an der Strecke gemessen. Über 45 Grad waren es auf der Straße. Quelle: privat

Erst kippen sie sich das kalte Wasser über den Kopf, dann nehmen sie einen Schluck aus der anderen Trinkflasche. „Wasser kühlt am besten“, sagt Bundestrainer Ronald Weigel, der an seinem Verpflegungsstand in der Budapester Straße immer wieder Trinkflaschen mit frischem Wasser heranschafft. Der Potsdamer, einst mehrfacher Olympia- und WM-Medaillengewinner im Gehen, hat schon viele solcher Hitzeschlachten in seiner Karriere geschlagen.

Ein heißes Rennen und der größte Erfolg

Für Dohmann (Baden-Baden) ist es hingegen „das heißeste Rennen“ seiner Karriere. Der 28-Jährige feiert nach 3:50:27 Stunden als EM-Fünfter seinen bisher größten Erfolg. Europameister wird der Ukrainer Marjan Sakalnyzki in 3:46:32 Stunden. Auch Nathaniel Seiler (Bühlertal) schlägt sich als Achter in 3:54:08 Stunden tapfer.

07.08.2018, Berlin: Leichtathletik: Europameisterschaft, 50 km Gehen, Männer: Der Führende Maryan Zakalnytskyy aus der Ukraine gießt sich auf der Strecke Wasser auf den Kopf. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa-Zentralbild

Dohmann sagt: „Am Ende bin ich noch ganz gut durch die Hitze gekommen. Es war trockene Hitze, das vertrage ich besser als das schwülwarme Wetter von Rio. Ich weiß nicht mehr, wie viele Flaschen Wasser ich mir über den Kopf gegossen habe. Die Kappe Eis in jeder Runde hat geholfen. Anfangs ging es noch mit den Temperaturen, aber ab 11 Uhr wurde es richtig schlimm. Zum Glück lag ein Teil der Strecke im Schatten. Unter den Bedingungen hatten alle extreme Probleme, Bestzeiten sind da nicht drin.“

Zusammenbruch im Ziel

Im Ziel brechen viele Geher erschöpft zusammen, stehen aber nach kurzer medizinischer Behandlung wieder auf den Beinen. Die Potsdamer Geher Christopher Linke und Nils Brembach, die am Samstag über 20 Kilometer starten, haben sich alles genau angeschaut. „Ich werde mir auch alle zwei Kilometer eine Wasserflasche über den Kopf schütten“, meint Brembach. Ex-Bundestrainer Hans-JoachimPathus aus Potsdam erinnert sich, dass es in Seoul 1988 und in Barcelona 1992 bei den Olympischen Spielen noch extremer mit der Hitze gewesen sei. In Spanien ging sein Schützling Weigel mit einer Kühlweste über 50 Kilometer bis auf den Bronzeplatz.

Von Peter Stein

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