Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Sport in Brandenburg Olympiasieger Dittmer wird Trainer in Kanada
Sportbuzzer Lokalsport Sport in Brandenburg Olympiasieger Dittmer wird Trainer in Kanada
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:52 15.01.2018
Hobby-Fußballer Andreas Dittmer bei den „Spätlesen“ in Falkensee. Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke
Anzeige
Falkensee

Die Hobbyfußballer, die sich „Spätlesen“ nennen, des SV Falkensee-Finkenkrug müssen künftig auf Andreas Dittmer verzichten. Der 45-Jährige wird Trainer der Canadier-Herren in Kanada.

Er berichtet: „Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder lose Kontakte, ich war auch als Berater schon tätig. Aber im Herbst des vergangenen Jahres wurde es dann konkreter. Wir waren uns recht schnell einig.“

Andreas Dittmer bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Quelle: dpadpa

Dass es den einst weltweit besten Indianerbootfahrer einmal in die Prärie ziehen würde, kommt nicht von ungefähr. „Kanada gilt als Ursprungsland meines Sports, der von den Eskimos kommt“, sagt Dittmer. Während in Deutschland die Klasse, in der der Sportler im Boot kniend das Paddel einseitig durch das Wasser zieht, Canadier genannt wird, sagen die Kanadier Canoe dazu. Neuer Cheftrainer bei Canoe Kayak Canada ist der frühere schwedische Weltklasse-Kajakfahrer Anders Gustafsson. Der Hauptsitz des Verbandes befindet sich in Ottawa (Ontario).

Leistungszentren in drei Regionen in Kanada

„Die Kanadier haben immer mal eine Olympia-Medaille gewonnen, aber 2016 in Rio keine. 2017 gab es bei der WM Gold im C1 und C2 der Frauen“, erzählt Dittmer, der sich aber um die Canadier-Männer kümmern wird. Kanadas Kanuten sind in Leistungszentren in drei Regionen des Landes konzentriert: in Toronto (Provinz Ontario), Montreal (Quebec) und Halifax (Nova Scotia) an der Ostküste.

Längst habe die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio begonnen. „Die Zeit wird knapp“, sagt er. Dass Kanurennsport als sehr trainingsintensiv gilt, weiß keiner besser als Dittmer, der dank der Härte gegen sich selbst über viele Jahre der Dominator im Einer-Canadier war.

Natürlich werde er nicht von heut auf morgen alles verändern können. „Das ist nicht so wie im Fußball, wo ein neuer Trainer kommt und plötzlich hat die Mannschaft wieder Erfolg. Aber Kanada hat gute Voraussetzungen. Da gibt es viele Kinder und Jugendliche, die sich diesem Sport widmen. Das wird eine interessante Aufgabe für mich.“

Konkurrenz für Brendel

Dittmer, Bankkaufmann und Betriebswirt, gibt seinen Job im Sponsoring beim Sparkassen- und Giro-Verband in Berlin auf. Seit dem Vorjahr besitzt er die Trainer-Lizenz. „Ich hatte immer den Traum, wieder näher dran zu sein am Sport“, sagt der dreimalige Olympiasieger und achtfache Weltmeister. „Ich war viermal bei Olympischen Spielen. Mein Herz brennt für den Sport.“

Seine Arbeitserlaubnis für Kanada beträgt vorerst fünf Jahre. Als Auswanderer sieht er sich nicht. „Dadurch, dass die Weltcup-Saison ja in Europa stattfindet, werde ich nicht ständig in Kanada sein“, meint er. Ab März geht es nach Übersee. Seine Frau solle später nachkommen. Die Kanadier trainieren im Frühjahr übrigens auch im sonnig-warmen Florida in den USA wie die deutschen Kanuten um den dreimaligen Olympiasieger Sebastian Brendel, der wie einst Dittmer im Canadier kniet. Dass dem Potsdamer die Kanadier mit Dittmers Hilfe bald Konkurrenz machen könnten, glaubt der gebürtige Neustrelitzer nicht. „Aber Sebastian merkt sicher auch, dass es von Jahr zu Jahr immer schwerer wird, die Konkurrenten in Schach zu halten“, stellt Dittmer fest, der zwischen 2000 und 2004 vier Jahre im Einer-Canadier ungeschlagen blieb.

Stifty geht stiften

Er selbst sei nicht nur bei den Freizeitfußballern in seinem Wohnort Falkensee aktiv. „Als ich nach Falkensee zog, suchte ich soziale Kontakte und diese findet man am besten im Sportverein. So kam ich zu den Fußballern“, erzählt er ganz unaufgeregt. Natürlich zog es ihn immer wieder mit dem Boot aufs Wasser. So ist er den 1000-Seen-Marathon in seiner mecklenburgischen Heimat ein paar mal mitgefahren. Von Bornholm nach Rügen paddelte er mit einstigen Nationalmannschaftsmitstreitern über 104 Kilometer im Outrigger. Als Trainer werde er aber das Motorboot oder das Fahrrad bevorzugen. Denn nun geht „Stifty“ – so sein Spitzname – stiften.

Von Peter Stein

Potsdams Stadtsportbund-Vorsitzender Lutz Henrich tritt nicht zur Wiederwahl an.

15.01.2018

Am Sonntag feiert der gebürtige Potsdamer Manfred Wolke seinen 75. Geburtstag. Er war nicht nur erfolgreicher Boxer, sondern auch als Trainer in der Ringecke einer der Besten.

12.01.2018

Das deutsche Radprofiteam Sunweb setzt auf die Talente. Vier Pedaleure haben einst die Sportschule in Cottbus besucht.

04.01.2018
Anzeige