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Sportler des Jahres – Kanuten setzen Siegesserie fort

Gala in Potsdam Sportler des Jahres – Kanuten setzen Siegesserie fort

Zum Jahresende werden in Brandenburg seit 1992 traditionell die Sportler des Jahres geehrt. Bei der Gala in der Potsdamer Metropolishalle räumten die Kanuten wieder groß ab. Wir haben mit den Siegern gesprochen und zeigen die schönsten Bilder des Abends.

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Stolze Kanuten: Franziska Weber, Sebastian Brendel, Stefan Kiraj, Conrad Scheibner (Berlin) und Jan Vandrey wurden Brandenburgs Sportler des Jahres.

Quelle: Fotos: Bernd Gartenschläger

Potsdam. „Die Männchen werden langsam eine Fußball-Mannschaft“, witzelte Franziska Weber in Anspielung auf den Pokal. Die Kanutin vom KC Potsdam wurde am Samstagabend bei der Gala in der Potsdamer Metropolishalle zum sechsten Mal zu „Brandenburgs Sportlerin des Jahres“ gekürt. Doch sie legte nicht allein am Siegersteg an. Ein Jahr nach den Olympia-Erfolgen in Rio konnte die stolze Potsdamer Kanu-Flotte 2017 bei den Weltmeisterschaften in Racice/Tschechien erneut abräumen.

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Die Kanuten des KC Potsdam setzten sich bei der Wahl der Sportler des Jahres in Brandenburg durch. Aber auch Nachwuchssportler und Ehrenamtler wurden bei der festlichen Gala in der Potsdamer Metropolishalle am Samstagabend geehrt.

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Während Weber zweimal WM-Silber gewann, stand ihr Vereinsgefährte Sebastian Brendel dreimal auf dem WM-Thron. Der nunmehr achtmalige Weltmeister wurde von den Sportjournalisten des Landes zum fünften Mal zu „Brandenburgs Sportler des Jahres“ gewählt. Damit versetzte er Box-Champion Henry Maske – mit vier Ehrungen bisher Rekordhalter – den K.o. Brendel wurde zum Dauergast der Bühnenshow, die Jessy Wellmer moderierte, die extra die ARD-Sportschau schwänzte. Comedy und Slapstick begeisterten vor 550 Gästen, darunter Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und fast seine komplette Ministerriege.

Brendel steht wieder doppelt auf der Bühne

Brendel triumphierte auch in der Mannschaftswertung mit Jan Vandrey und Stefan Kiraj. Das Potsdamer Trio gehörte bei der WM zum siegreichen Canadier-Vierer, den der Berliner Conrad Scheibner komplettierte. Die Indianerboot-Crew war nach einem Trainingslager in Orlando/US-Bundesstaat Florida erst am Nachmittag wieder in der Heimat gelandet. Der sonnengebräunte Brendel meinte: „In Brandenburg kennt man uns Kanuten. Deutschlandweit haben wir leider noch nicht diese Aufmerksamkeit. Umso schöner ist es, wenn ich hier diesen Preis am Ende des Jahres entgegennehmen kann.“

Dabei war der 29-jährige Familienvater nach einer längeren nacholympischen Pause erst im Januar wieder in das Training eingestiegen. „Aber am Ende hat es zum Höhepunkt doch gut geklappt“, sagte der Hüne. Er bedankte sich besonders bei Trainer Ralph Welke, „der es immer wieder hinbekommt, uns gut vorzubereiten und Spaß macht es bei ihm außerdem“, betonte Brendel und freute sich ebenso über die erneute Ehrung mit dem Team. Im Vorjahr hatte er nach Olympia-Gold im Canadier-Zweier mit Vandrey gewonnen. Nun kam noch Kiraj hinzu, dem die Umstellung vom 200-Meter-Sprint zum C4 über 1000 Meter gelang. „Da hat mir Basti viel geholfen“, sagte Kiraj. „Wir sind schon eine gute Truppe, unternehmen auch im Trainingslager mal etwas zusammen abseits des Sports. Mit Basti kann man schon mal ein Bierchen trinken.“ Im Januar will sich Kiraj im Skitraining in St. Moritz weitere Kondition holen.

Levy verschlägt es die Sprache

„Das war ein Jahr mit vielen Aufs und Abs“, resümierte Franziska Weber, die sich in den letzten Wochen auf ihr Studium für Bauingenieurwesen konzentriert hat. „Aber bei der WM war dann alles wieder gut.“ Auch für die Rekordsiegerin sei die Auszeichnung als „Sportlerin des Jahres“ immer wieder „etwas Besonderes und sehr Schönes“. Die 28-Jährige stellte klar: „Auf dem Wasser habe ich es selbst in der Hand. Hier werde ich ja von den Sportjournalisten gewählt.“

Brendel verwies bei den Männern Bahnradsprinter Maximilian Levy quasi um Reifenstärke knapp auf Platz zwei. Beim Cottbuser flossen vor Rührung gar ein paar Freudentränen und die Stimme versagte. Denn nach seinem Schlüsselbeinbruch im Januar und der verpassten WM schien die Saison gelaufen. Aber im Oktober folgte das Happy End mit Gold bei der Europameisterschaft im Velodrom. „Das ist seit meiner Kindheit meine Lieblingsbahn, schöner geht es nicht, gerade dort zurückzukommen“, meinte der viermalige Weltmeister und umarmte sein Ehefrau Madeleine.

Die Preisträger

Bei den Männern wurde Kanute Sebastian Brendel (38,3 Prozent) vom KC Potsdam von den Sportjournalisten zum „Sportler des Jahres 2017“ in Brandenburg gewählt. Zweiter wurde Bahnradsprinter Maximilian Levy (29,7) vom RSC Cottbus vor Kanute Ronald Rauhe (13,1) vom KC Potsdam.

Bei den Frauen siegte Kanutin Franziska Weber(25,0) vom KC Potsdam vor Triathletin Laura Lindemann (23,3) und Para-Radsportlerin Kerstin Brachtendorf (22,5/BPRSV Cottbus).

Bei den Mannschaften gewannen Sebastian Brendel, Stefan Kiraj und Jan Vandrey (28,3) aus dem Canadier-Vierer vom KC Potsdam vor den American Footballern der Potsdam Royals (13,3) und den Wasserballern des OSC Potsdam (11,3).

Trainer des Jahres wurden der Cottbuser Renee Schmidt (Paracycling) und die Potsdamerin Petra Welke (Kanu-Nachwuchs).

Beste Nachwuchssportler wurden Charleen Kosche (BPRSV Cottbus/Para-Leichtathletik) und Johannes Hintze (Potsdamer SV/Schwimmen).

Von Peter Stein und Ronny Müller

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