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Es kribbelt schon wieder in der Ehrenamtspause

Serie, Treue Seele Es kribbelt schon wieder in der Ehrenamtspause

Günter Scholz hat sich eine Auszeit nach drei Jahrzehnten als Trainer und Schiedsrichter bei der HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst und dem Ludwigsfelder HC genommen – und vermisst schon nach kurzer Zeit etwas.

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Günter Scholz (r.) bei seinem offiziellen Abschied in der Stadtsporthalle, links Klaus Sündermann der Vorstandsvorsitzende des Ludwigsfelder HC, dessen Nachwuchs Scholz viele Jahre trainiert hatte.

Quelle: foto: LÄCHLER

Ludwigsfelde. Das kurze Comeback hat Günter Scholz sehr genossen, die einwöchige Vertretung für einen verhinderten Kollegen. Wieder einmal Handball-Trainingseinheiten leiten, die Übungsstunden mit den Nachwuchsspielern vorbereiten und die Atmosphäre in der Stadtsporthalle aufsaugen. „Klar hat es großen Spaß gemacht“, sagt der 68-Jährige, der jahrzehntelang bei der HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst und beim Ludwigsfelder HC als Trainer und Schiedsrichter fungierte, „und ehrlich gesagt: Ich genieße die freie Zeit, aber es fehlt auch etwas. Manchmal kribbelt es ganz schön.“

Im vergangenen Sommer hatte Scholz, der als Versandmitarbeiter beim Turbinen-Instandhalter MTU gearbeitet hat und inzwischen pensioniert ist, das Kapitel Ehrenamt vorerst unterbrochen. Mehr persönlich verfügbare Freizeit sollte es einmal sein, mal etwas abschalten vom stressigen Trainerdasein, das sich längst zur Lebensaufgabe entwickelt hatte.

Begonnen hatte alles bei der Handball-Spiel-Gemeinschaft in seinem Geburtsort Ahrensdorf. 1961 trat er der Handball-Familie bei und wurde ein festes Mitglied. Zunächst als Nachwuchsspieler – und später als feste Größe in der zweiten Mannschaft, einige Partien bestritt Scholz auch mit der ersten Vertretung in der Bezirksliga.

1985 begann dann eine mehr als drei Jahrzehnte andauernde Laufbahn als Trainer: Scholz übernahm ein Jugendteam und führte die Nachwuchsspieler bis in den Männerbereich. Als nach einem Umbruch in der ersten Männervertretung und dem Abstieg aus der Bezirksliga ein Trainer gesucht wurde, übernahm er das schwierige Amt. Scholz, der 1991 von Ahrensdorf nach Ludwigsfelde umgezogen war, löste die Aufgabe mit Bravour: In der Landesliga Nord/West stabilisierte er die Mannschaft und führte sie überwiegend auf vordere Plätze. Nach dem verpassten Aufstieg im Jahr 2000 beendete er seine Zeit als Trainer bei der Handball-Spiel-Gemeinschaft.

Der Abschied wurde zur Basis für einen Neuanfang. „Nach 15 Jahren Übungsleiter-Tätigkeit suchte ich noch einmal eine neue Herausforderung beim Aufbau einer Kinder- und Jugendabteilung beim Ludwigsfelder HC“, erinnert sich Scholz. Auch beim LHC durchwanderten wieder viele Talente seine Mannschaften, gab er wieder vielen Nachwuchsspielern eine sportliche Heimat.

Einer der Gründe für die erfolgreiche Laufbahn als Ehrenamtler: Die Rückendeckung und Unterstützung seiner Frau Birgit, die sich selber seit langem bei der HSG engagiert und ebenfalls schon in der MAZ-Serie „Treue Seele“ vorgestellt wurde. Offiziell verabschiedet hatte sich Günter Scholz im großen Rahmen in der Stadtsporthalle, seinem zweiten Wohnzimmer: Beim letzten Oberliga-Heimspiel des LHC der Spielzeit 2016/17 im Mai des vergangenen Jahres gab es vor versammelter Mannschaft vom Landesverband die Ehrennadel in Silber.

Acht Jahre zuvor hatte der HVB bereits die bronzene Version der Auszeichnung übergeben. „Ich stehe jetzt bereit“, sagt er, „wenn jemand mal verhindert ist und springe dann ein.“

Ein dauerhaftes Comeback als Ehrenamtler ist angesichts der Entzugserscheinungen nicht ausgeschlossen. „Wir werden sehen“, sagt Günter Scholz, „es ist durchaus möglich, dass ich demnächst wieder ein Amt übernehme.“

Von Lars Sittig

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