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Teltow-Fläming Finanzwart bei den „Mattematikern“
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07:45 25.02.2017
Frank Brendicke gehört zu den treuen Seelen des Judo-Vereins Großbeeren. Quelle: Lars Sittig
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Großbeeren

In diesen Tagen steigt der Arbeitsaufwand wieder, Frank Brendicke muss schließlich einen Mechanismus in Gang halten, der im Hintergrund schon immer über das Wohlergehen eines Vereines entschieden hat: Die Beitragszahlungen, für die er verantwortlich ist, sind fällig. „Am Ende eines Monats“, sagt der 55-Jährige, „muss ich immer kontrollieren, ob alle bezahlt haben und den Einzug für die kommenden vier Wochen vorbereiten.“

Brendicke, seit 2008 für die Finanzen des Judo-Clubs Großbeeren zuständig, ist für das Pressegespräch in die Trainingsstätte gekommen: Die alte Aula der Schule ist vertrautes Terrain für ihn, im Gegensatz zu der großen Matte, die auf dem Boden liegt – denn Brendicke ist selber kein „Mattematiker“, das ist eine der Besonderheiten seines Engagements.

„Ich betreibe den Sport selber gar nicht“, berichtet der kaufmännische Angestellte und schmunzelt, „aber zwei meiner Töchter und meine Frau und so will auch ich mich einbringen und meinen Anteil im Verein leisten.“

In Kontakt mit dem JCG und der fernöstlichen Kampfsportart kam er 2004, als seine mittlere Tochter einen Verein in Großbeeren suchte. Fündig wurden die Brendickes beim Judoclub. 2007 aber lässt die Motivation von Sophie nach. „Als dann Anfang 2008 ein Kassenwart gesucht wurde“, erinnert Frank Brendicke, „habe ich mich für das Amt zur Verfügung gestellt, da ich wegen meiner beruflichen Qualifikation als Lohnbuchhalter dafür prädestiniert bin und meiner Tochter zeigen wollte: Wir interessieren uns für deinen Sport und deinen Verein.“

Der Plan geht auf, in mehrfacher Hinsicht: Zwei Töchter trainieren seil langem beim Verein. Sophie Brendicke lernt und trainiert seit mehreren Jahren an der Sportschule in Frankfurt/Oder und feierte bereits auf internationaler Bühne Erfolge. Auch Frank Brendickes Frau Manuela beginnt 2009 mit Judo – für ihn aber wird diese Zeit zu einem Wendepunkt in seinem Leben: 2009 wird ein Sarkom im linken Handgelenk diagnostiziert, eine ganz seltene Krebserkrankung. Der Tumor wird operativ entfernt, immer wieder aber folgen bis heute Therapien und Operationen, unter anderem waren eine Chemotherapie und zwei Bestrahlungen nötig, weil die Krankheit zurückkehrte.

Brendicke aber steht trotz des Handicaps weiter seinen Mann, beruflich wie im Verein. „Nach der Chemotherapie habe ich den Arzt gefragt, wie es denn nun weitergeht und er antwortete: Wenn Sie wollen, kann ich Sie sofort in Rente schicken. Das kam für mich nicht in Frage, ich stehe doch noch voll im Saft.“ Auch beim JCG kümmert sich Brendicke weiter um die Finanzen. „Ich habe dann manchmal gefragt, willst du das Amt nicht abgeben“, sagt Martina Beischmidt, die Jugendwartin des Vereins, „aber er hat immer gesagt: Nein, das mache ich auf jeden Fall weiter.“ Er habe, so Brendicke, auch nie darüber nachgedacht, aufzuhören.

Neben der Arbeit als Kassierer organisiert Brendicke auch regelmäßig Veranstaltungen des Vereins mit. Rund acht bis zehn Stunden pro Monat, schätzt er, benötige er für das Ehrenamt. Oft sind es kleinere Einsätze, mal zwanzig Minuten hier, mal eine Viertelstunde dort.

Das Engagement fordert seinen Tribut, wirft aber auch reiche Rendite ab: „Es macht mir einfach Spaß“, sagt Frank Brendicke, „mich einzubringen, mit anderen gemeinsam etwas zu organisieren und auf die Beine zu stellen und deshalb mache ich das natürlich auch in Zukunft weiter.“

Von Lars Sittig

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