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„Jede Medaille ist etwas Besonderes“

Fahrsport, Weltmeisterschaft „Jede Medaille ist etwas Besonderes“

Der Rangsdorfer Sebastian Warneck hat mit der Vize-Weltmeisterschaft der Zweispänner im Fahrsport erneut einen großen Erfolg gefeiert. Im Interview spricht der Staatsanwalt über unerwartete Probleme bei den Titelkämpfen im slowenischen Lipica und ein großes sportliches Ziel.

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Sebastian Warneck sicherte sich erneut den Vize-Weltmeistertitel der Zweispänner.

Quelle: foto: Hansjürgen Wille

Rangsdorf. Mit zwei Silbermedaillen im Gepäck ist Sebastian Warneck von den Fahrsport-Weltmeisterschaften der Zweispänner im slowenischen Lipica zurück gekehrt. Auf der Autobahn zwischen Ljubljana und Dresden sprach die MAZ mit der 35-jährigen Rangsdorfer, von Beruf Staatsanwalt am Landgericht Berlin-Moabit, über den Stellenwert des jüngsten Erfolges, Nullrunden und seine Geburtstagsfeier während der WM.

Sie sind nun zum dritten Mal Vizeweltmeister geworden. Welchen Stellenwert hat der erneute Erfolg?

Sebastian Warneck: Jede Medaille für sich ist etwas Besonderes. Beim ersten Mal, das war 2007, fehlte mir eine Sekunde zum großen Triumph. Das war schon ärgerlich. 2013 hat mich der zweite Platz total überrascht, was eigentlich auch diesmal der Fall war, denn die Vorbereitung verlief alles andere als günstig. Das hing vor allem mit gesundheitlichen Problemen meiner kleinen Tochter zusammen und dem dadurch bedingten geringerem Trainingsumfang.“

Dennoch hat ja alles hervorragend geklappt. Woran lag das letztendlich?

Sicherlich auch an meinen Stallleuten, die die Pferde bestens in Schwung gebracht hatten und daran, dass ich in letzter Zeit auch wieder intensiver eingreifen konnte. Aber in Lipica selbst gab es dann doch einige unerwartete Probleme, vor allem in der Dressur, die ja eigentlich meine Stärke ist und wo ich nach Abschluss der Prüfung nur Sechster war, zehn Punkte hinter dem führenden Ungarn Hölle.

Und wie können Sie das erklären, wo Sie doch sonst in dieser Kategorie so souverän sind und gut abschneiden?

Auf dem Abfahrplatz war noch alles in Ordnung, dort gingen Beat und Balos absolut sicher. Doch als es darauf ankam, fehlte die Harmonie zwischen den beiden. Der eine wollte das eine, der andere etwas anderes. Die zwei waren sich uneinig, vielleicht auch abgelenkt von dem Umfeld. So fehlten mir am Ende doch ein paar Punkte. Besser lief es dann im Gelände, das unheimlich schwer von der Gestaltung, aber auch den Bodenverhältnissen war. Beim abschließenden Hindernisfahren, wo es unter den 82 Teilnehmern nur eine einzige Nullrunde gab, konnte ich aber meine ganze Erfahrung von insgesamt acht WM-Teilnahmen ausspielen, blieb ohne Abwurf und kassierte lediglich ein paar Zeitfehler. Das war schon optimal.

Und bedeutete den zweiten Platz. Wann kommt nun der so sehnlich erwünschte WM-Titel?

Pferde sind keine Maschinen, da können oftmals schon Kleinigkeiten entscheiden. In zwei Jahren finden die Weltmeisterschaften im brandenburgischen Drebkau statt. Da sind Beat, Balos und Bento 13 Jahre alt und im besten Wettkampfalter. Wenn auch der Ungar Hölle diesmal unbestritten der Beste war, was er übrigens schon einmal als Ponyfahrer bewies, unschlagbar ist er jedenfalls nicht. Ich werde jedenfalls alles daran setzen, einmal der Erste zu sein. Das ist nach wie vor mein großes Ziel.

Aus sechs zur Verfügung stehenden Fahrern mussten drei für die Mannschaft gefunden werden. Sicherlich keine leichte Aufgabe?

Unsere verantwortlichen Trainer haben nicht nur eine gute, sondern die richtige Wahl getroffen, neben mir noch Lars Schwitte aus Stadtlohn und Dennis Schneider aus Petershagen nominiert, die im Einzelklassement Sechster beziehungsweise Elfter wurden und jeweils ihre Stärke ausspielten. Den Ungarn sind wir am Ende ziemlich nahe gekommen.

Wie war es denn mit ihrem 35. Geburtstag und wie geht es jetzt weiter?

Etwas gefeiert wurde natürlich, wenn auch sehr in Maßen, weil sich ja alle mitten im Wettkampf befanden. An unserem Lkw kamen viele zum Gratulieren vorbei und es wurde mit aus Deutschland mitgebrachtem Bier angestoßen. Gefreut habe ich mich, dass auch meine Frau und die beiden Kinder, die von den Schwiegereltern betreut wurden, gekommen waren. Zwei Tage lang habe ich jetzt noch wichtige Termine am Landgericht Moabit wahrzunehmen, danach beginnt für mich ein einmonatiger Vaterschafts-Urlaub, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Am Wochenende werde ich allerdings noch in Liepe bei den Landesmeisterschaften vorbeischauen, um zu sehen, was unser Berlin-Brandenburgischer Nachwuchs macht.

Von Hansjürgen Wille

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