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Teltow-Fläming Komet am Handball-Himmel
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16:53 20.03.2018
Landesmeister und Oberligist: In den neunziger Jahren startete der Kummersdorfer SV eine ganz besondere Erfolgsgeschichte. Quelle: privat
Kummersdorf

Die Geschichte von damals haben sie in einem prall gefüllten Aktenordner gesammelt, dazu kommen eine Menge persönlicher Erinnerungen von Erhard Linke (77) und Dietmar Dillenhöfer (78): „Natürlich denken wir noch öfter an die alten Zeiten, vor allem auch an die letzten Jahre des Vereins, die sehr turbulent waren“, sagen die beiden Urgesteine des früheren Kummersdorfer SV (Teltow-Fläming). An die Zeit, als die erste Männermannschaft der Kummersdorfer, die eigentlich sogar schon abgemeldet worden war, für Durchmärsche in Serie bis in die Oberliga sorgte, als Ex-Bundesliga- und DDR-Nationalspieler das Trikot des KSV trugen und der Aufstieg mit einer Riesenpolonaise durch das Dorf gefeiert wurde.

Aber der Reihe nach: 1929 wird der Verein gegründet, er etabliert sich in der lokalen Handballwelt. Die Kummersdorfer überstehen die Wirren des zweiten Weltkrieges und schaffen später auf dem Großfeld sogar den Sprung in die Bezirksliga, die dritthöchste Spielklasse im DDR-Ligensystem. „Es ist immer wieder gelungen“, sagt Dillenhöfer, „eine spielfähige Mannschaft aufzustellen, obwohl das oft nicht einfach war.“

Aufschwung statt Abmeldung

In den Wendezeiten aber rückt das Aus ganz nahe: Den Antrag zur Abmeldung der ersten Männermannschaft – dem einzigen Team – gibt der Vereinschef bereits beim Verband ab. Ein Zufall wird schließlich zur Initialzündung: „Ich habe bei meinem Schwager Rüdiger Westphal, der später viele Jahre als Manager die Fäden zog, gehört, dass die Mannschaft abgemeldet wurde“, erinnert sich Ralf Schmidt, der gebürtige Wünsdorfer, der zur prägenden Figur des Wunders von Kummersdorf werden sollte, „und da meine Frau ohnehin aus Kummersdorf stammt und wir uns hier ansiedeln wollten, haben wir uns entschieden, einen Neuanfang zu wagen.“ Der Antrag wird zurückgezogen, in der untersten Spielklasse beginnt eine jahrelange Erfolgsserie. „Das war ein Schlüsselmoment“, sagt auch Dillenhöfer, „mit Ralf kamen die Stars. Er hatte die richtigen Verbindungen und hat sich außerdem selber um sehr vieles gekümmert und sogar als Trainer die Mannschaft betreut.“

Schmidt, der in Wünsdorf mit dem Handballspielen begann und später sogar in der zweiten Liga spielte, lotst dank seiner exzellenten Kontakte zunehmend mehr Hochkaräter zum KSV. Ex-DDR-Nationalspieler und Ex-Bundesliga-Profis wie Jürgen Querengässer (SC Dynamo Berlin, TUSEM Essen, Blau-Weiß Spandau, VfL Hameln) tragen das Trikot des Kummersdorfer-Sportvereins, als Trainer steht mit Detlef Baganz ein früherer Linksaußen mit internationalem Format als Trainer an der Seitenlinie. „Es ist uns gelungen, das Ganze sehr professionell aufzuziehen und viele lokale Sponsoren zu gewinnen“, erinnert sich der inzwischen 53 Jahre alte Schmidt, „deshalb konnten wir auch anständige Aufwandsentschädigungen zahlen.“

700 Besucher bei Heimspielen

Die Heimspiele trägt die Kummersdorfer Vertretung, die keine eigene Halle besitzt, in Luckenwalde, Ba-ruth – dort bleibt das Team drei Jahre lang unbesiegt – und Mittenwalde aus. 1996 erkämpft Kummersdorf den Landesmeistertitel und steigt in die Oberliga auf. „Das eigentlich Größte war der unglaubliche Zusammenhalt“, sagt Schmidt, „in den besten Zeiten sind wir mit zwei Bussen zu den Spielen gefahren. Die Frauen und Verwandten haben sich eingebracht. Dass so viele Hände mit zugepackt haben, war die Basis für den Erfolg. Den Aufstieg haben wir mit einer Riesenpolonaise und den Trommlern der Fans durch das Dorf gefeiert.“

Drei Jahre hält sich der KSV in der Oberliga Berlin-Brandenburg und klopft sogar an das Tor zur Regionalliga. Es gibt eine Menge Euphorie – 600 bis 700 Zuschauer kommen zu den Heimspielen, rassige Derbys wie gegen den Ludwigsfelder HC und eine Menge Anekdoten wie diese hier: „Bei einem Spiel in Cottbus hat mich ein Zuschauer gefragt, wo denn Kummersdorf eigentlich liegt“, berichtet Schmidt schmunzelnd, „da habe ich geantwortet: Wenn Sie in Saalow den Kapweg nehmen, sind Sie fast da.“

Der KSV steigt wie ein Komet in den Handball-Himmel auf, verglühte dann aber. Ende der 1990er Jahre versiegen die Finanzquellen, Spieler, die ihre Karrieren beenden, verabschiedeten sich: Das Ensemble wird nach dem fast ein Jahrzehnt andauernden Kraftakt zurückgezogen. „Es war immer klar“, sagt Schmidt, „dass es vorbei sein würde, wenn die Spieler ihre Laufbahnen beenden müssen. Es fehlte ja ein Unterbau.“ Auch Dillenhöfer sagt: „Das war dann nicht mehr zu stemmen.“

Ein Teil der Mannschaft spielt bei Teltow/Ruhlsdorf in einer Spielgemeinschaft weiter, wo das KSV im Vereinsnamen noch einige Jahre an den Kummersdorfer SV erinnert, dann ist auch dieses Kapitel beendet. Geblieben sind eine Menge Erinnerungen an ein Märchen, das immer noch für Gänsehaut sorgt.

Von Lars Sittig

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