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„Wir haben Autoreifen-Gummi auf die Schläger genagelt“

Tischtennis „Wir haben Autoreifen-Gummi auf die Schläger genagelt“

Norbert Glaser über seinen Sieg bei den Norddeutschen Tischtennismeisterschaften, die Anfänge seiner Laufbahn im Jahr 1949 und Duelle auf Küchentischen.

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Norbert Glaser (LTTC) erkämpfte seinen bisher größten Erfolg.

Quelle: Picasa

Ludwigsfelde. Norbert Glaser (Ludwigsfelder TTC) hat vor Kurzem den Norddeutschen Meistertitel in der Altersklasse Ü80 gewonnen (siehe Infokasten). Im Interview spricht der 79-Jährige über Improvisationskünste in den Nachkriegsjahren und seinen Garten, der ihn fit hält.

Herr Glaser, Sie haben schon viel erlebt in ihrer Tischtennis-Laufbahn: Was bedeutet ihnen der Sieg?

Glaser: Sehr viel, es ist für mich der bisher größte Erfolg. Da musste ich erst fast achtzig Jahre werden, um diesen Sieg zu erkämpfen. Ich habe mich auch deshalb sehr über den Erfolg gefreut, weil ich nicht damit rechnen konnte, zu gewinnen.

Warum nicht?

In der Altersklasse gibt es aus dem Norden, aus Bremen und Hamburg einige sehr starke Starter, die die Sache auch sehr ernst nehmen, das weiß ich noch aus der AK 75.

Sie spielen jetzt schon sehr lange Tischtennis, wie hat alles angefangen?

Das war im Jahr 1949, ich habe damals bei den Pionieren in Luckenwalde begonnen, Tischtennis zu spielen. Es war damals in den Nachkriegsjahren natürlich sehr schwer, Material zu bekommen. Wir haben auf Küchentischen gespielt, was Netze, Schläger und Bälle betrifft, haben wir viel improvisieren müssen. Die Bälle waren ganz einfach, teilweise haben wir mit richtig harten Kugeln gespielt. Als ich 1950 bei Motor Luckenwalde meine Laufbahn im Verein begonnen habe, haben wir versucht, uns in Westberlin Material zu besorgen, aber die Lage blieb schwierig. Wir haben uns Schläger selber gebaut und Autoreifen-Gummi und Filz auf die Oberflächen genagelt, um den Bällen mehr Effet geben zu können.

Wie ging ihre Laufbahn weiter?

Ich habe dann später in Stahnsdorf und Sperenberg gespielt, bevor ich nach Ludwigsfelde ging, wo ich lange gewohnt habe und dem Verein bin ich bis heute treu geblieben.

Ihnen ist es nie langweilig geworden, Tischtennis zu spielen?

Nein, nie. Ich habe Anfangs auch Fußball gespielt aber Tischtennis hat mir mehr Spaß gemacht und daran hat sich nie etwas geändert.

Sie sind sehr fit, erklären Sie uns das Geheimnis.

Ein großes Geheimnis gibt es da nicht. Ich fahre seit elf Jahren jede Woche einmal in die Therme und gehe dort in die Sauna und ins Schwimmbad, danach trainiere ich beim LTTC. Und: Ich habe einen großen Garten, der mich fit hält.

Die Ernährung hat sicher auch eine Rolle gespielt.

Klar achte ich darauf, dass ich mein Gewicht halte, Alkohol habe ich so gut wie nie getrunken. Bis zu meinem fünfzigsten Lebensjahr habe ich gelegentlich geraucht, ich war eine Art Sonntagsraucher, aber auch das habe ich dann gelassen.

Sie haben jetzt einen großen Erfolg erkämpft, welche Ziele würden Sie gerne als nächste erreichen?

Ehrlich gesagt habe ich mir keine großen Ziele gestellt, mit dem Titel bin ich erst einmal zufrieden. Ich möchte weiter Tischtennis spielen, aber auf einen Start bei der deutschen Meisterschaft beispielsweise, die in Ulm stattfindet und über mehrere Tage geht, habe ich verzichtet.

Von Lars Sittig (Interview)

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