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Sportbuzzer Olympiasieger paddeln in den Hafen der Ehe
Sportbuzzer Olympiasieger paddeln in den Hafen der Ehe
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11:41 30.09.2015
Sitzen nun in einem Eheboot: Fanny Fischer und Ronny Rauhe beim Kanalsprint. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Ganz nah, ja genauer gesagt sogar auf dem Wasser haben sie sich getraut. Die Kanu-Olympiasieger Fanny Fischer und Ronald Rauhe sind in den Hafen der Ehe gepaddelt. In der auf Pfählen in den See erbauten SeeLodge in Kremmen (Oberhavel) fand die Hochzeit statt und Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck hielt die feierliche Rede. „Wir sind seit vielen Jahren befreundet“, sagte Ehemann Rauhe dazu. Das Ehepaar hat einen 15 Monate alten Sohn Til. „Sicher planen wir noch mit Familienzuwachs“, meinte der stolze Vater. Er steigt am Sonnabend zum Tag der Einheit an seinem 34. Geburtstag beim 11. Kanalsprint des Kanuclubs Potsdam in der City der Landeshauptstadt wieder ins Kajak.

Fanny Fischer, die nun Rauhe heißt, wurde 2008 Olympiasiegerin im Viererkajak, errang außerdem drei WM-Titel und beendete 2011 ihre Karriere. Sie arbeitet in der Marketingabteilung einer Krankenkasse.

„Auf die Flitterwochen haben wir erst einmal verzichtet“, erzählte Ronny Rauhe, der mit seiner Familie in Falkensee lebt. „Das holen wir nach.“ Vor zwei Jahren hatte er seiner Fanny den Heiratsantrag gemacht.

Ronny Rauhe peilt seine fünften Olympischen Spiele an

Der Kanute strebt im kommenden Jahr in Rio de Janeiro seine fünften Olympischen Spiele an. „Das haben noch nicht so viele Sportler geschafft“, sagte der Mann mit dem starken Armen. Bei den Sommerspielen gewann er Bronze (2000), Gold (2004) und Silber (2008) jeweils im Kajakzweier über 500 Meter mit Tim Wieskötter. Rauhe weilte Anfang September bereits bei Testwettkämpfen auf der künftigen Olympia-Regattastrecke. „Rio ist sicherlich kein Kanu-Eldorado, aber auf jeden Fall interessant. Die Atmosphäre in der Stadt ist schon jetzt sensationell“, schürte der 13-fache Weltmeister eine gewisse Vorfreude auf Olympia 2016. Mit seinem Dresdner Partner Tom Liebscher will sich der Routinier über 200 Meter im Kajaksprint qualifizieren.

Das frischvermählte Ehepaar Fanny und Ronald Rauhe Quelle: Privat

„Das hätte es mit der Mauer nie gegeben“

Daher ist er beim Kanalsprint – Rauhe war von Anfang an dabei – in seinem Element. „Da geht es um Hundertstelsekunden und es ist eine tolle Gelegenheit, Werbung für unseren Sport zu machen. Ich mag es, wenn die Zuschauer dicht dran sind“, sagte der Sportsoldat, der am Samstag zu seinem 34. auf viele „Geburtstagsgäste“ hofft. Die sportliche Konkurrenz wird jedenfalls stark sein. Neben seinem Zweier-Partner Liebscher, Vizeweltmeister im K1 über 500 Meter, sind unter anderem die ungarischen Sprint-Weltmeister Peter Molnár und Sandor Tótka sowie Frankreichs Einer-Vizeweltmeister Maxime Beaumont dabei.

Dass am Sonnabend auch 25 Jahre deutsche Einheit gefeiert werden, ist für ihn ebenso ein besonderes Datum. Denn Rauhe wuchs im Bezirk Spandau im damaligen Westberlin auf, 2002 wechselte er zum KC nach Potsdam. „Das hätte es mit der Mauer nie gegeben, an die ich mich noch erinnern kann. Ich profitiere von den guten Trainingsmöglichkeiten am Olympiastützpunkt im Luftschiffhafen – und meine Fanny hätte ich so auch nie kennengelernt. Außerdem lebe ich ja jetzt in Brandenburg“, fasst er seine persönliche deutsch-deutsche Einheitsgeschichte kurz zusammen.

Von Peter Stein

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