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Sportbuzzer Torben Schmidtke gibt bei EM Comeback
Sportbuzzer Torben Schmidtke gibt bei EM Comeback
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18:09 13.08.2018
Torben Schmidkte (r.) beim Startsprung während der Paralympics von Rio 2016. Quelle: Foto: Andreas Joneck/DBS
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Potsdam

Torben Schmidtke weiß, wie schön sich sportlicher Erfolg anfühlt: Silber und Bronze bei den Paralympischen Spielen, Weltrekorde und zahlreiche Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften hat er in seiner Sammlung. Nun tritt der 29-Jährige vom SC Potsdam in dieser Woche bei den Europameisterschaften im Para- Schwimmen in Dublin an.

Im Trainingslager auf Lanzarote bereitete Schmidtke sich vor. Die Kunst war es, sich in acht Wochen in bestmögliche körperliche Verfassung und in EM-Form zu bringen. Denn hinter ihm liegt ein verkorkstes Jahr. Windpocken im Trainingslager im Sommer 2017 verhinderten einen Start bei der WM in Mexiko. Diese musste zwar aufgrund des schlimmen Erdbebens in den Dezember verschoben werden, doch auch zu diesem Zeitpunkt war an eine Teilnahme nicht zu denken. „Ich habe hart trainiert, aber es ging gar nichts. Ich konnte einfach nicht schnell schwimmen und habe mich richtig schlecht gefühlt“, berichtete Schmidtke rückblickend.

Bei der mühsamen Ursachenforschung landeten die Ärzte wieder beim Ursprung: den Windpocken. Schmidtke erwischte ein aggressives Virus, das den Körper nachhaltig schwächte. Acht Wochen Zwangspause wurden verordnet – mitten in der EM-Vorbereitung. Statt des wichtigen Grundlagentrainings musste er sich schonen. Und hatte noch einen weiteren herben Rückschlag zu verkraften. Im Zuge der Überprüfung der Klassifizierung, der sich alle Schwimmerinnen und Schwimmer auf Anordnung von World Para Swimming unterziehen mussten, folgte der Schock. Startete Schmidtke zuvor über seine Paradestrecke 100 Meter Brust in der Startklasse SB6, muss er künftig in der SB7 gegen noch schnellere, weil weniger beeinträchtigte Konkurrenten antreten – so das Resultat der Klassifizierung im Februar in Kopenhagen.

In der neuen Startklasse ohne Chance

Akzeptiert hat er das Ergebnis noch immer nicht, zu subjektiv könne bei den Messungen vorgegangen werden. Doch nach weiteren Überprüfungen in Kopenhagen und im Juni in Berlin bleibt ihm wohl nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden. „Das war sehr schwer zu verdauen. Man fühlt sich sehr niedergeschlagen, wenn man plötzlich raus ist. Ich weiß, dass ich weltweit gesehen in dieser Startklasse eigentlich keine Chance habe. Die Weltspitze ist mir einige Sekunden voraus, selbst wenn ich wieder im Bereich meiner Bestzeit schwimmen sollte – das ist schon eine harte Erkenntnis“, konstatierte Schmidtke, dessen Beine und der linke Arm nicht vollständig ausgebildet sind (Dysmelie).

Bundestrainerin Ute Schinkitz ergänzte: „Die Enttäuschung war auch deshalb so groß, weil ihm jahrelanges Tüfteln mit Blick auf einen möglichst effektiven Beinschlag mit seinen Dysmelien beim Wassertest im Rahmen der Klassifizierung nun zum Nachteil ausgelegt wurde.“

Unterstützung von Familie und Freunden

Lange hängen lassen hat sich der Potsdamer nicht. Geholfen haben ihm dabei vor allem seine Familie, Freunde und das Trainerteam. Schmidtke rappelte sich wieder auf und arbeitete ehrgeizig. „Das Training macht mir trotz allem weiter Spaß, den sollte man sich auch nicht nehmen lassen. Ich betreibe seit 14 Jahren Leistungssport und habe schon tolle Erfolge gefeiert, Schwimmen ist meine Leidenschaft“, sagte Schmidtke.

Längerfristig nach vorne blicken will er derzeit dennoch nicht. „Ich möchte erst abwarten, wie die EM läuft und dann werden wir sehen, in welche Richtung es geht“, erklärte Schmidtke. Somit werden die Europameisterschaften in Dublin gewissermaßen zum Wegweiser für seine sportliche Zukunft. „Ich werde auf neue Gegner treffen und muss selbst erst einmal gucken, wer da jetzt neben mir schwimmt“, sagt der zweimalige Paralympics-Medaillengewinner. Er werde mit freiem Kopf und ohne große Erwartungen an den Start gehen und freue sich sehr über die Unterstützung von Familie und Freunden vor Ort. „Und dann schauen wir mal, was dabei herauskommt. Vielleicht hilft ja auch die Lockerheit.“

Viel Unterstützung von der Bundespolizei

Das Jahr 2018 hatte für den Schwimmer nicht nur schlechte Nachrichten parat. Zum 1. Januar wurde Schmidtke Beamter auf Probe bei der Bundespolizei, für die er bereits seit 2013 im Referat Materialmanagement tätig ist.

Und das kam so: Bei der Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes nach den Paralympics in London 2012 traf er auf den damaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. „Ich habe ihn einfach angesprochen, ob er einen Job für mich hat“, erzählt Schmidtke lachend. Und es klappte. Ein Glückstreffer. „Ich bin sehr dankbar dafür und habe bei der Arbeit viele Freiräume. Meine Kollegen unterstützen mich nicht nur in dieser Hinsicht wahnsinnig gut, sondern verfolgen meine Wettkämpfe auch im Livestream oder manchmal sogar in der Halle.“ Die Kombination aus Leistungssport und Beruf passe perfekt.

Von Kevin Müller

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