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Sportbuzzer Ein Leben für den Radsport
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17:23 28.12.2018
Walter Röseler (l.) mit einem seiner Schützlinge vom RSV Eintracht, Cenzo Welsch (10). Quelle: Foto: Peter Stein
Kleinmachnow

Der Mann dreht ganz schön am Rad. Walter Röseler ist in seinem Elan nicht kleinzukriegen. Und so steht der 69-Jährige an der Spitze des Organisationsteams für die Deutschen Meisterschaften im Radcross am 12./13. Januar in Kleinmachnow. 500 Aktive haben dafür gemeldet. Längst gilt der Kurs in den Kiebitzbergen als Radcross-Mekka in Deutschland. „Wir haben zwar keine Chance auf dem selektiven Kurs zu gewinnen, aber wir möchten unbedingt dabei sein, weil Strecke und Stimmung einfach was Besonderes sind“, hört Röseler immer wieder als Kompliment von den Sportlern.

Er erinnert sich: „Im Dezember 1971 haben wir die ersten Crossrennen in den Kiebitzbergen veranstaltet. Die Sanddüne sorgt für besondere Bedingungen. Das gibt es sonst nur in Belgien.“ Kurz zuvor, am 3. November 1971, wurde die Abteilung Radsport bei der Betriebssportgemeinschaft Elektronik Teltow gegründet. Walter Röseler war Gründungsmitglied, sein 1994 verstorbener gleichnamiger Vater erster Vorsitzender. Röseler Junior hatte gerade sein Diplom als Sportlehrer an der DHfK in Leipzig abgeschlossen. Thema seiner Diplomarbeit: „Versuch der Trainingssteuerung anhand der Herzfrequenz.“ Er sagt: „Das habe ich alles noch manuell erfasst, damals gab es keine Pulsuhren und Computer.“

Ferientour entlang der Ostseeküste

Ein noch viel größeres Problem sei es gewesen, für den Radsportnachwuchs brauchbare Rennräder zu besorgen. „Jeden Freitag gab es bei uns ein Ausscheidungsfahren, wer ein Rad für die Rennen am Sonntag bekommt.“ Irgendwann nutzte Röseler eine Feier, lud den Betriebsdirektor und andere Funktionäre in die Bar ein. Auf diese Weise beschaffte er Diamant-Rennräder. „Ich trank sonst keinen Alkohol, aber das war es mir wert.“

Röseler hat nicht nur junge Sportler trainiert, er hat auch viele Rennen und Trainingsfahrten organisiert. Bis 1994 gab es 19 Mal die Teltower Etappenfahrt, im Winter die Crossrennen, im Sommer ein Rad-Kriterium. In den Ferien fuhr er mit dem Radsport-Nachwuchs mit dem Rennrad an die Ostsee. „Dort ging es in Etappen die Küste entlang von Campingplatz zu Campingplatz. Auch ins Riesengebirge nach Tschechien sind wir gefahren.“

Fünf Mal die Brandenburg-Rundfahrt organisiert

Röseler könnte zig solcher Anekdoten aus seinem Leben für den Radsport erzählen. Etwa wie nach der Wende und dem Wegfall des Trägerbetriebes der Radsportclub Kleinmachnow gegründet wurde oder wie um 1990 herum dreiste Diebe sämtliche Rennräder aus dem Vereinsschuppen stahlen. „Die sind einfach mit einem Lkw vorgefahren und haben alles mitgenommen“, erinnert sich Röseler, der auch zwölf Jahre Präsident des Brandenburger Radsportverbandes war und seit 2012 dessen Ehrenpräsident ist. Von 2001 bis 2005 organisierte er die Brandenburg-Rundfahrt, an der die Profis teilnahmen. Als Fachwart im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat er auch den Deutschland-Cup im Radcross aus der Taufe gehoben. „Früher hatten wir vielleicht zehn Cross-Rennen in Deutschland, nun sind es von September bis Mitte Januar 130“, stellt er mit Freude fest.

Training mit dem Nachwuchs beim RSV Eintracht

Die Deutschen Meisterschaften werden der krönende Abschluss der nationalen Querfeldein-Saison sein. Mit seinen ehrenamtlichen Helfern hat Röseler einen etwa drei Kilometer langen Rundkurs in Form einer Acht in den Kiebitzbergen präpariert. Von der U15 bis zu den über 50-jährigen Masters sind die Aktiven am Start, natürlich auch die Profis bei den Frauen und Männern. Selbst die Hobbyfahrer bekommen eine Startmöglichkeit.

Seit dem vergangenen Jahr hat sich Röseler in der Abteilung Triathlon dem RSV Eintracht 1949 angeschlossen. Wieder hat er eine Gruppe von Talenten aufgebaut. Mit Phillip Unterberger, Carolin Hartmann und Sean Roche haben bereits drei junge Radsportler den Sprung an die Sportschule nach Cottbus geschafft. Bei Röseler konnten sie das richtige Fahrradfahren lernen. „Die beste Schule dafür ist der Radcross“, sagt Röseler und ist gespannt, wie zum Beispiel Unterberger nun bei den Deutschen Meisterschaften auf seiner Hausstrecke abschneiden wird. „Ich hoffe auch auf viele Zuschauer, für das leibliche Wohl ist gesorgt“, wirbt der Radsport-Nestor.

Von Peter Stein

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