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SVB 03 So sieht der SVB-Präsident den Streit mit dem Fußball-Verband
Sportbuzzer SVB 03 So sieht der SVB-Präsident den Streit mit dem Fußball-Verband
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00:26 16.03.2018
Babelsbergs Trainer Almedin Civa (l.) im Gespräch mit Vereinspräsident Archibald Horlitz. Quelle: Jan Kuppert
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Potsdam

Vergangene Woche endete der monatelange Streit zwischen dem Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 und dem Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV). Im Interview spricht SVB-Präsident Archibald Horlitz über drastische Wortwahl, Gewinner des Streits und das kommende Spiel gegen den FSV 63 Luckenwalde.

Herr Horlitz, können Sie inzwischen wieder ruhiger schlafen?

Archibald Horlitz: Ich habe im Regelfall immer gut geschlafen. Natürlich hat einen das ein oder andere geärgert, aber auf die Schlafperiode hat es sich nicht ausgewirkt.

Fühlen Sie sich als Gewinner?

Wie immer, wenn es zu einer Schlichtung kommt und zu einem Kompromiss, gibt es keinen klaren Gewinner oder Verlierer. Aber ich glaube, wir haben uns in den wesentlichen Dingen durchgesetzt und von daher bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

Die öffentliche Meinung fiel klar zu Ihren Gunsten aus. Hat der Verein von den Streitigkeiten profitiert?

Mit Sicherheit haben wir an Wahrnehmung gewonnen und unser klares Profil ist jetzt nicht nur im nahen Umfeld bekannt sondern in der Tat weit über Potsdam hinaus.

Sie haben in dem Streit drastische Worte gewählt, gesagt, es wird einen Flächenbrand geben, sollte die Androhung des Ausschlusses vom Spielbetrieb umgesetzt werden. Würden Sie das wieder so machen?

Aber klar.

Für eine sachliche Diskussion ist das aber nicht förderlich.

Manches Mal muss man sich deutlich bemerkbar machen, wenn zärtliche Anspielungen nicht reichen. Und in diesem Fall war es offensichtlich notwendig.

Das Thema Rassismus in Fußballstadien ist durch den Konflikt wieder mehr in den Fokus geraten. Wie groß ist das Problem?

Dem möchte ich insofern widersprechen, dass nicht durch unser Verfahren es vermehrt in die Öffentlichkeit geraten ist, sondern es finden vermehrt rassistische Vorgänge in den Stadien statt. Wir haben sicher mit dafür gesorgt, dass das Thema etwas präsenter wird. Von daher ist auch das eine der positiven Auswirkungen, die unser Verfahren gegen den NOFV hatte, dass man sich dieses Themas deutlicher bewusst wird.

Wie erklären Sie sich, dass Rassisten deutsche Stadien wieder vermehrt als Projektionsfläche nutzen?

Wir erleben ja gerade eine Situation, dass jeder Vierte im Osten die AfD gewählt hat. Und das ist eine Partei, die sich entsprechend politisch positioniert und in der Folge Dinge wie Rassismus an Tagesaktualität gewinnen. Ich will nicht sagen, dass jedes AfD-Mitglied ein Nazi ist, aber es gibt verdammt viele Nazis in den Reihen der AfD und insbesondere auch in der Führungsetage. Das macht es offensichtlich wieder schick und machbar, dass Rassismus offen gezeigt wird.

Wie kann man als Fußballverein dagegen vorgehen?

Es heißt ja immer, Politik gehört nicht in die Stadien. Aber Politik ist für mich der falsche Begriff, es handelt sich hier um allgemeine, nicht verhandelbare Werte, die auch so im Grundgesetz stehen, die auch so in den Statuten aller Fußballverbände stehen. Wir machen nicht mehr, als diese klaren Vorgaben zu befolgen und konsequent zu leben.

Sie haben im September die Aktion „Nazis raus aus den Stadien“ gestartet. Wie geht es damit weiter?

Es war immer unsere primäre Zielstellung, sich nicht mit dem NOFV zu streiten, sondern eine klare Position einzunehmen. Durch die ungeheure Solidarität, die wir erfahren haben, fühlen wir uns auch verpflichtet, diese Aktion zu einer beständigen Einrichtung zu machen und sie fortzuführen, möglichst weitere Partner zu gewinnen, und vor allem Dingen diese Solidarität weiterzugeben, vor allem an niedrigklassigere Vereine. Der TuS Appen in Schleswig-Holstein ist der erste Verein, den wir da unterstützen. Idealerweise wollen wir keinen Verein mehr unterstützen müssen.

Wer unterstützt Sie?

Werder Bremen waren die ersten, die sich gemeldet haben aus der Bundesliga. Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga. Ansonsten sind es als Bundesligisten Borussia Dortmund, FSV Mainz 05, Eintracht Frankfurt, RB Leipzig. Mehr oder weniger querbeet durch alle Vereine kamen Solidaritätsadressen. Ungefähr die Hälfte der Bundesligaclubs hat sich hier klar bekannt und Flagge gezeigt.

Wird es ein Freundschaftsspiel geben?

Davon gehe ich aus. Uns wurde zugesagt, dass geprüft wird, dass es entsprechende Spiele gibt. Wir sind auch bereit anzureisen, es muss nicht jeder zwingend hierher kommen. Obwohl ich natürlich liebend gerne einen Bundesligisten oder Zweitligisten im Stadion hätte. Aber ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten ein, zwei Wochen vielleicht schon die ersten konkreten Resultate vermelden können.

Morgen (19 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) kommt es zum Derby gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten FSV Luckenwalde. Eine klare Sache?

Mit Sicherheit nicht. Gerade die abgeschlagenen Letzten sind eigentlich immer die schwierigsten Gegner, zumal sie einen hervorragenden Trainer haben, der zuvor bei uns war...

...Sven Thoß, der zuvor die SVB-A-Jugend trainiert hat...

Das sind genau die schwierigen Spiele, die scheinbar leicht zu gewinnen sind. Das sieht man ja auch, wenn wir die Saison Revue passieren lassen. Gegen gute Gegner haben wir gut gespielt, gegen schlechte nicht so gut. Von daher bedarf es schon der vollen Konzentration, um das Spiel erfolgreich zu gestalten.

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