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Sportmix Andreas Hordan folgt der Einladung von „Arnie“
Sportbuzzer Sportmix Andreas Hordan folgt der Einladung von „Arnie“
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16:08 08.02.2019
Mit bloßen Händen kann Andreas Hordan knapp 100 Kilogramm zusammendrücken. Quelle: Marius Böttcher
Wittstock

Kopfschüttelnd reagiert Andreas Hordan auf die Aussage, dass man ihm im Dunkeln eher nicht über den Weg laufen möchte. „Ach, das ist doch Quatsch. Ich bin halt ein Paradiesvogel, ein Typ, sowas muss es auch geben. Aber ich tue niemandem etwas“, betont er mit Nachdruck. Tatsächlich merkt man im persönlichen Gespräch sehr schnell, dass der Wittstocker vielleicht aus der Reihe tanzt, das Herz aber am rechten Fleck hat. Immer wieder ruft er seine Hündin – einen Shih Tzu namens Broschka – zu sich und sagt: „Das ist mein Schatzi, wir sind wirklich unzertrennlich.“

Doch nicht alles, was dem 55-Jährigen zwischen die Finger kommt, bleibt unbeschädigt. Hordan gehört zu den stärksten Männern Deutschlands, speziell in seiner Paradedisziplin Griffkraft, die er als Quereinsteiger seit anderthalb Jahren professionell ausübt, macht ihm so schnell keiner was vor. In seiner Garage liegen dutzende Hufeisen und Eisenstangen – allesamt verbogen, mit bloßen Händen. So kommt es nicht von ungefähr, dass dem Besitzer zweier Tattoo-Studios in Wittstock und Neuruppin nun eine große Ehre zuteil wird. Auf Einladung von Arnold Schwarzenegger zieht es ihn Ende Februar zu den „Arnold Classic“, einem professionellen Bodybuilding- und Kraftsport-Wettkamp im US-Staat Ohio.

Auf der Bühne im Convention Center

„Das ist das Größte für mich. Ich habe 1981 bei einem Kumpel in Berlin in ganz schlechter Qualität auf einem alten Orion-Recorder „Conan der Barbar“ geguckt und da das erste Mal Arnold gesehen. Damit ging es quasi los, ab dem Zeitpunkt habe ich angefangen, zu trainieren, so kam ich zum Sport“, erklärt Andreas Hordan, für den mit der Teilnahme an diesem Event ein Traum in Erfüllung geht: „Ich wollte dort unbedingt mal als Zuschauer hin. Und jetzt darf ich sogar mit 55 Jahren im Convention Center auf der Bühne stehen.“ Für den jährlichen Wettkampf, der von „TerminatorArnold Schwarzenegger höchstpersönlich 1989 ins Leben gerufen wurde, qualifizieren sich pro Disziplin die zwei Stärksten eines Landes.

„Auch durch Videoaufnahmen, die im Internet kursieren, werden die Organisatoren auf einen aufmerksam. Da ist dann auch wirklich nur die Weltspitze dabei, die Brutalsten aus allen Ländern. Anscheinend zähle auch ich dazu“, freut sich Hordan, der am 27. Februar mit Kumpel Andreas Brixa aus Krefeld über den großen Teich fliegt. „Ich bin erst am 3. März dran, aber man muss sich ja noch etwas akklimatisieren“, so Hordan.

Unzertrennlich: Andreas Hordan und sein Shih Tzu namens Broschka. Quelle: Marius Böttcher

Schon in jungen Jahren entdeckte der gelernte Installateur den Kampfsport für sich. „Ich wollte immer der stärkste Mann der Welt werden. Anstatt Märchen habe ich Tarzan und Spartacus geguckt“, scherzt er. Über Boxen und Karate kam er zum Kraftsport, wo 1990 die Karriere zu reifen begann. „Angefangen hat das bei den stärksten Männern Europas, wo ich als Zuschauer im Hintergrund gestanden und eine Pizza gegessen habe. Als gefragt wurde, ob sich jemand aus dem Publikum traut, auf die Bühne zu kommen, bin ich raufgegangen und habe einen 135-Kilogramm-Baumstamm über den Kopf gestemmt“, verrät Hordan, dass er kurz danach eine Einladung für die nationalen Titelkämpfe, wo er direkt Fünfter wurde, erhielt.

In zig Disziplinen bewies Hordan bei dutzenden Veranstaltungen – unter anderem dem „Strongman“ – seine Stärke, wurde im Powerlifting (Kraftdreikampf) sogar Welt- und Europameister. „Meinen letzten Hochleistungswettkampf habe ich mit über 50 Jahren absolviert, bin da mit mehr als 300 Kilo auf dem Rücken einige Meter gesprintet. Man wird aber ruhiger, weshalb ich mich nun auf die Griffkraft spezialisiert habe“, so Hordan, der mit dem Gripper, einem Silver Bullet, knapp 100 Kilogramm für 14 Sekunden zusammendrücken kann. „Es fällt selbst mir schwer, diesen Sport für einen Laien zu erklären. Gesucht wird mehr oder weniger der Mann mit dem stärksten Händedruck der Welt. Ich will bei den ,Arnold Classic’ unter die besten Fünf kommen, den Gripper etwa 15 Sekunden lang halten.“

Norweger Odd Haugen als sportliches Vorbild

Hordan stammt selbst aus einer sportlichen Familie, fuhr einst mit seinem Cousin Christoph Speedway. „Meine Oma ist mit 95 Jahren noch aus Heiligengrabe mit dem Fahrrad nach Pritzwalk zum Einkaufen gefahren. Und Mutti geht auch noch regelmäßig laufen.“ Aber nicht nur die engsten Familienmitglieder sind ein Vorbild: „Mich beeindruckt Odd Haugen. Der ist fast 70 Jahre alt und gehört zur Weltspitze. Griffkraft kann man bis ins hohe Alter machen. Wenn nichts mehr klappt, die Unterarme sind funktional.“ Und selbst wenn doch irgendwann Schluss ist – „Broschi“ bleibt dem Papa treu.

Von Marius Böttcher

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