Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Sportmix Härtetest im Hohen Norden
Sportbuzzer Sportmix Härtetest im Hohen Norden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:50 25.02.2019
Ralf Schmidt ist bereits beim 90 Kilometer langen Skimarathon Wasalauf gestartet – jetzt folgt der nächste Wettkampf-Höhepunkt in Skandinavien. Quelle: foto: picture alliance/dpa
Ludwigsfelde

Als die heiße Vorbereitungsphase begonnen hatte, entschied sich Ralf Schmidt , die Hausstrecke zu verlassen, die sanfte Hügelkette zwischen Luckenwalde und Jüterbog: Den Probelauf absolvierte der Märker in Tirol: „Teltow-Fläming ist ja nicht unbedingt die schneesicherste Gegend, es war aber wichtig, vor dem Skimarathon in Norwegen noch einmal auf Skiern zu stehen und auch größere Steigungen zu bezwingen, deshalb bin ich beim Dolomitenlauf an den Start gegangen.“

42 Kilometer in der Loipe, niedrige Temperaturen, ein großes Teilnehmerfeld, 886 Meter Gesamthöhenunterschied – jedes Anforderungsprofil konnte selbst der gute alte Fläming-Skate nicht simulieren, auf dem der 54-jährige Ex-Zweitliga-Handballer (Blau-Weiß Spandau) sonst seine Trainings-Runden auf Rollen dreht.

Am 16. März wird sich der Kummersdorfer nun beim Skimarathon Birkebeinerrennet in Norwegen in sein nächstes sportliches Abenteuer stürzen, so wie er in den vergangenen Jahren immer wieder die extreme Herausforderung gesucht hat. Dieses mal allerdings geht er mit René Rose (37), dem Lebensgefährten seiner Tochter Isabell und frischgebackenem Vater seines Enkelkindes Matilda, ins Rennen. „Für mich ist es der erste Lauf dieser Art“, sagt Rose, Kapitän und Rückraum-Routinier des Oberligisten Ludwigsfelder HC, über das ungewöhnliche Familienprojekt, „und natürlich auch wegen seiner Größe und Härte eine besondere Herausforderung.“

Der 54-Kilometer-Lauf, dessen Ziel sich im Olympia-Stadion von Lillehammer befindet und mit 17 000 Startern das populärste Ski-Langlauf-Spektakel in Norwegen ist, gehört wie der Dolomitenlauf zur Worldloppet-Serie – einer Art „Best of“ der großen Volkslanglauf-Rennen der Welt. Es gibt Gastspiele in Australien, Europa, Nord- und Südamerika. Beim Birkebeinerrennet in der Provinz Oppland müssen 1000 Meter Höhenunterschied überwunden werden, 20 Kilometer der anspruchsvollen Strecke liegen über der Baumgrenze – viele Passagen sind sehr windig. Für die Flachlandtiroler Schmidt, der zwar als Handballspieler viele Jahre Hochleistungssport betrieb, aber erst vor wenigen Jahren seine ersten Steh- und Gleitversuche in der Loipe absolvierte, und Rose (der sporadisch im Winterurlaub Fahrpraxis sammelte) ist das Rennen in mehrfacher Hinsicht ein Balanceakt. Schmidt sagt: „Es geht auch wieder darum, zu schauen, wie der Körper auf die Belastung reagiert, sich durchzubeißen und die Grenzen auszuloten.“ So wie beispielsweise schon beim Wasaloppet (90 Kilometer), beim mehrtägigen Ski-Marathon Rajalta Rajalle (finnisch für „von Grenze zu Grenze”, 440), dem Finlandia-hiihto (50) oder dem König-Ludwig-Lauf (50) in Bayern.

Vor allem Skandinavien ist immer wieder das Ziel seiner sportlichen Handlungsreisen. „Mich reizt neben der Herausforderung auch das Land mit seiner Weite, die Menschen und auch die Geschichten hinter den Läufen.“ Die historische Sage hinter dem Birkebeiner-Rennen wirkt fast schon wie teilnehmergerecht zurechtgezimmert für Schmidt, der in der Versicherungsbranche arbeit und den Luftfahrtingenieur Rose: Im Bürgerkrieg im 13. Jahrhundert brachten zwei Skiläufer der Rebellen mit dem Namen Birkebeiner den Königssohn Håkon Håkonsson – damals ebenfalls wenige Wochen alt wie jetzt René Roses Tochter Matilda – in Sicherheit. Wegen der politischen Wirren mussten die Langläufer zur Weihnachtszeit die deutlich schwierigere Route durch die Berge nehmen. Als Gedenken wurde 1932 der Birkebeinerlauf aus der Taufe gehoben. Jeder Starter muss zur Simulation des königlichen Säuglings einen 3,5 Kilogramm schweren Rucksack mitführen. „Die Sage rundet das Rennen ab“, sagt Schmidt über die Mission Mystik und Mühen in Mittelnorwegen, „es ist aber reiner Zufall, dass die Geburt meiner Enkeltochter und das Rennen so nah beieinander liegen.“ In Kürze wird sich also eine kleine märkische Delegation auf den Weg nach Norden machen. „Wir reisen ein paar Tage früher an und haben eine Hütte in den Bergen gemietet“, sagt Ralf Schmidt, „um uns in Norwegen unter den gleichen Bedingungen wie beim Wettkampf vorzubereiten.“

Der Lohn der Strapazen? Unvergessene Bilder beim Eintauchen in die nordische Winterlandschaft, Panoramablicke mit Langzeitwirkung. „Man wird reich entschädigt für die Quälerei“, sagt Schmidt, „es ist ein unbeschreibliches Gefühl, am Ende in die gut gefüllten Ski-Stadien mit der tollen Atmosphäre zu fahren.“

Von Lars Sittig

Sportmix Ex-Rad-Star wird nicht bestraft - Ermittlungen gegen Ullrich eingestellt

Der ehemalige Radstar Jan Ullrich wird nicht für einen angeblichen Würgeangriff am Hamburger Flughafen bestraft. Die Ermittlungen gegen ihn wurden eingestellt.

25.02.2019

Der Ludwigsfelder HC hat in der Handball-Oberliga Ostsee-Spree gegen den MTV Altlandsberg einen wichtigen Heimsieg erkämpft. In den Schlusssekunden spitzte sich die Partie zu einem Krimi zu: Der MTV hatte durch einen früheren Ludwigsfelder Akteur vier Sekunden vor Ende der Spielzeit ausgeglichen, bevor der LHC doch noch den entscheidenden Angriff setzte.

25.02.2019

Torhüter Fabian Pellegrini hat beim Derbysieg des 1. VfL Potsdam in Oranienburg eine starke Leistung gezeigt. Die Vorbereitung auf das Brandenburg-Duell in der 3. Handball-Liga Nord lief allerdings alles andere als optimal für den Schweizer Schlussmann: Die Ursache für die schlaflose Nacht war nicht die Aufregung sondern eine kuriose technische Panne.

24.02.2019