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19:11 17.01.2019
Die Oranienburger Tennishoffnung Rudi Molleker. Quelle: Andy Brownbill/AP/dpa
Potsdam

Das deutsche Tennis ist durch ein tiefes Tal gegangen. Seit der Tennisrente von Steffi Graf, Boris Becker und Michael Stich fehlte es an Idolen. Doch nun schieben die dreifache Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber und ATP-Weltmeister Alexander Zverev den sogenannten weißen Sport seit wenigen Jahren wieder an. Auch der 18 Jahre alte Oranienburger Rudi Molleker, der vor wenigen Tagen im australischen Melbourne erstmals den Sprung ins Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers schaffte, sorgt für Aufmerksamkeit.

Brandenburgs Tennis-Vereine nehmen das steigende Interesse wahr. Für einen Boom wie einst unter Graf, Becker und Stich reicht es aber bei weitem nicht. „Wir haben in den vergangenen Jahren mehr Mitglieder, aber es gibt keine Euphorie“, sagt etwa Olaf Troche, Vorsitzender des TC Oranienburg 1990.

6800 Mitglieder in 79 Vereinen

Auf Verbandsebene ist Brandenburg mit Berlin verheiratet. Der Tennis-Verband Berlin-Brandenburg (TVBB) weist seit 2014 einen Zuwachs von 1400 Mitgliedern auf rund 41 000 auf. In Brandenburg sind es etwa 6800 Mitglieder in 79 Vereinen.

„Die Medienpräsenz ist wieder größer, aber es ist nicht vergleichbar mit damals“, sagt Ben-Ulf Hohbein, der 28 Jahre im TVBB für Brandenburg zuständig war. „Man kann es nicht herbeizaubern.“ Als Beleg führt Hohbein die Statistik seines Heimatvereins TC Frankfurt (Oder) an. Der einzige Tennisverein der 58 000-Einwohner-Stadt hat rund 240 Mitglieder. Hohbein: „Eine vergleichbare Stadt in den alten Bundesländern hat drei oder vier Vereine, wir aber nur einen.“

Stabile Mitgliederzahlen

Auffällig ist die Zweiteilung des Tennislandes Brandenburg: Während die Vereine innerhalb des Berliner Autobahnringes weniger Probleme haben, müssen die berlinfernen Clubs kämpfen. „Es gibt einen Berlin-Effekt. Im Speckgürtel haben die Vereine eine andere Entwicklung als im ländlichen Bereich, da ist es oft ganz dünn mit der Substanz“, sagt Ben-Ulf Hohbein. Die Statistik verdeutlicht dies: Während die 52 Vereine auf dem Land rund 2700 Mitglieder zählen, weisen die 27 Clubs nahe der Hauptstadt rund 4000 Mitglieder aus.

Diese Zahlen seien immerhin relativ stabil, sagt TVBB-Präsident Klaus-Peter Walter. „Wir sind sehr bemüht, Brandenburg auf den Weg zu bringen.“ Aber auch Tennis kann die Demografie nicht überlobben. Walter: „Um Berlin herum sieht es sehr positiv aus, in der Lausitz oder Prignitz hängen wir hinterher und sind häufig nicht mit guten Trainern bestückt.“ Im nördlichen Brandenburg haben in den letzten Jahren vier Vereine aufgegeben. Laut TVBB-Statistik haben 1,5 Millionen Brandenburger keinen Tennisverein in ihrer Nähe.

Schnuppertage locken Talente

Doch die meisten Clubs sind sehr bemüht, Nachwuchs für sich zu gewinnen. So hat der Tennisclub Wusterhausen (Ostprignitz-Ruppin) 82 Mitglieder, davon 28 Kinder und Jugendliche. „Die Zahlen steigen langsam“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Martin Kuska. „Wir machen aber auch viel Marketing.“ So wirbt der Verein etwa mit Flyern, bietet Schnuppertage für Kitas und Schulen an.

Auch die Tennis-Vereins-Gemeinschaft „Sally BeinBeelitz ist sehr bemüht. „Im Verein geht es seit Jahren bergauf“, sagt der Vorsitzende Stefan Rosenberger. Die Zahl der Mitglieder hat sich innerhalb von sieben Jahren von 63 auf 130 Mitglieder verdoppelt. „Es macht sich bemerkbar, dass Tennis endlich wieder im Fernsehen zu sehen ist. Aber die Vereine müssen auch viel ackern.“ So machen die Beelitzer beispielsweise mit Aushängen in Kindergärten auf sich aufmerksam.

Warteliste in Oranienburg

Der TC Oranienburg bietet jährlich am 1. Mai einen Schnuppertag an – mit Erfolg. „Aktuell haben wir 15 Anfragen“, sagt Vereinschef Olaf Troche. „Aber es ist schwer, alle unterzubringen.“ Der Verein hat 109 Mitglieder, aber nur drei Plätze. Daher sei es trotz eines hauptamtlichen Trainers nicht möglich, Kinder sofort in die Trainingsgruppen zu integrieren. Chancen entstünden etwa, wenn die Talente nach dem Abitur zum Studium gehen und den Verein verlassen. Da der TC Oranienburg weder ein Flutlicht noch eine Halle hat, ist es insgesamt aber schwer, allen Wünschen gerecht zu werden. Das weiß auch Rudi Molleker, der hin und wieder am Lehnitzsee trainiert. Sollte Molleker eines Tages ähnlich erfolgreich sein wie Kerber oder Zverev, könnte es zumindest in Oranienburg einen neuen Tennis-Boom geben.

Von Ronny Müller

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