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Sportmix So produzieren Potsdamer weniger Müll bei Sportevents
Sportbuzzer Sportmix So produzieren Potsdamer weniger Müll bei Sportevents
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01:16 21.11.2018
Ein typisches Bild bei Laufveranstaltungen: Die Teilnehmer – wie hier beim BMW-Berlin-Marathon – hinterlassen oft einen Teppich mit gebrauchten Trinkbechern. Quelle: dpa
Potsdam

Marie-Luise Glahr zog ein positives Fazit, als der Vor-Ort-Termin in Sachen Überzeugungsarbeit beendet worden war: „Es ist gut gelaufen. Wir sind dem Ziel, ein stadtweites Pfandbechersystem einzuführen, hoffentlich wieder ein Stück näher gekommen“, sagte die Initiatorin und Vorsitzende der Bürgerstiftung Potsdam. Vor Kurzem hatte sie in der Potsdamer Stadtverordneten-Versammlung für die Crowdfunding-Kampagne des Pfandbechers „PotsPRESSO“ geworben, einige Tage zuvor war Marie Luise-Glahr wegen einer Machbarkeitsstudie des Berliner Senats zur Einführung eines Stadtpfandbechers befragt worden.

Pfandbechersysteme gegen den Müll

In Potsdam und Berlin soll mit öffentlichen Pfandbechersystemen das enorme Müllaufkommen verringert werden. Auch bei Sport-Veranstaltungen könnten Berge von Einweggeschirr, die während der Events anfallen, reduziert werden. „Wenn wir genügend Geld gesammelt haben, dann könnte es ein Becher-Kontingent geben, das auch für Sport-Veranstaltungen ausgeliehen werden kann, wenn noch einige Voraussetzungen wie Spülgelegenheiten geklärt sind“, kündigt Marie-Luise Glahr an.

Beim Potsdamer Lauf-Club (PLC), dem Ausrichter der Preußenmeile, eines der größten Rennen in der Region, stößt die geplante Neuerung im Geschirrsortiment auf Wohlwollen. „Für uns wäre ein Pfandbecher eine echte Alternative. Wenn wir Ende des Jahres über die Organisation der Preußenmeile beraten, dann wird das auf jeden Fall auf der Tagesordnung stehen“, sagt Marco Riege, der Club-Vorsitzende, „möglich ist auch, das Läufer Mehrwegbecher nutzen. Viel wird aber davon abhängen, wie dass Ergebnis eines Pilotprojektes beim Berlin Marathon ausfallen wird."

Pilotprojekt beim Berlin Marathon

Dieser Testlauf beim Mega-Event im September, bei dem wieder mehr als 40 000 Starter auf die Strecke gingen, ist positiv verlaufen. „Eine detaillierte Auswertung wird es erst demnächst geben“, sagt Robert Fekl, Sprecher des Organisators SCC Events, „aber das erste Feedback auch unseres Projektpartners Adidas ist gut.“ Vor rund zwei Monaten war erstmals ein wiederverwendbarer und faltbarer Becher zum Einsatz gekommen, den ausgewählte Starter mitführten und an sechs zusätzlichen Versorgungsstationen entlang der rund 42 Kilometer langen Strecke auffüllen konnten. „Langfristiges Ziel ist es, Einweg-Plastik soweit wie möglich aus dem Marathonumfeld zu verbannen“, sagt Robert Fekl, „der wiederverwendbare Becher ist nur ein erstes Zeichen.“

Beim Lauf-Massenspektakel waren allerdings trotz der Entlastung durch den zehn Gramm schweren, Bisphenol A-freien Behälter, eine Million Becher benötigt worden. Beim „SwimRun Rheinsberg“ im kommenden Juli in Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin soll das Testprojekt fortgesetzt werden. Bei den Zuschauern der Preußenmeile, die in großen Scharen an die Strecke pilgern, könnte der Potspresso bereits bei der nächsten Auflage im kommenden Mai 2019 eingesetzt werden. Bereits jetzt gehört der Behälter aus nachwachsenden Rohstoffen in manch einem Potsdamer Café zum Inventar – Stück für Stück soll nun der Bestand der Becherflotte erweitert werden.

Finanzierung via Crowdfunding

Für die Einführung des Pfandsystems mit 20 000 Bechern müssen zuerst aber 60 000 Euro per Crowdfunding – der öffentlichen Suche nach Finanziers – zusammenkommen. Bisher ist etwas mehr als ein Drittel des Betrages auf dem Spendenkonto eingegangen. Derzeit werden die Becher stadtweit verkauft, der Erlös fließt komplett in das Projekt.

Den Testlauf in Sachen Sportveranstaltungen hat der Becher bereits bestanden, sogar auf der ganz großen Bühne: „Hannoccino“ wird bei den Partien des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 eingesetzt. In der niedersächsischen Landeshauptstadt hat sich der Mehrwegbecher, der den internationalen Umweltpreis GreenTec Awards 2018 in der Kategorie Lifestyle gewonnen hat und den das Umweltdezernat und ein Abfallentsorger zusammen entwickelt haben, längst in der gastronomischen Landschaft etabliert.

Ehrenamtler engagieren sich in Potsdam

Das soll auch in Potsdam gelingen, hoffen Marie-Luise Glahr – studierte Anwältin und Kunsthistorikerin und Vorsitzende der gemeinnützigen Bürgerstiftung – und ihre Mitstreiter, ein wackeres Häuflein Ehrenamtler. „Wir haben das Erfolgsmodell übernommen“, sagt Glahr.

Auch für die Säuberung der Becher nach Veranstaltungen gibt es mancherorts bereits einen speziellen Service: „In München beispielsweise hat die Stadt ein Spülmobil angeschafft, das die Behälter anschließend säubert. Das wäre in Potsdam vielleicht sogar eine Marktlücke für jemanden, der sich selbstständig machen will.“

Unterstützer aus der Sportfamilie der Landeshauptstadt haben sich bereits gemeldet, unter anderem Handball-Drittligist 1. VfL Potsdam. „Wir sind Potspresso gegenüber aufgeschlossen. Wichtig ist für uns, dass durch diese Initiative ein Bewusstsein geschaffen wird, nachhaltig und der Umwelt zu Liebe zu agieren und die Müllflut in unserer Wegwerfgesellschaft peu à peu einzudämmen“, sagt Geschäftsführer Christian Barth.

„Eine direkte Aktion oder ein Spendenspiel haben wir bislang nicht geplant, wollen aber diese nachahmenswerte Initiative in unseren Kanälen in den Fokus rücken. Wir bieten der Potsdamer Bürgerstiftung bei einem unserer nächsten Spiele auch die Möglichkeit, ihre Idee zu präsentieren.“

Wer spenden möchte, kann über die Plattform www.betterplace.org gehen oder das Geld an die Bürgerstiftung überweisen. IBAN: DE93 1207 0000 0010 6633 00, BIC: DEUTDEBB160, das Stichwort lautet „PotsPRESSO“.

Von Lars Sittig

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