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Sportmix Alles für den runden Tritt
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17:37 16.04.2018
Radsportler Stefan Bötticher wird von Biomechaniker Jens Machacek „vermessen“. Quelle: FotoS: Peter Stein
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Berlin

Wenn Stefan Bötticher in die Pedale tritt, dann kurbelt er mit der Urgewalt einer Maschine. Der Bahnradsprinter saust mit Tempo 70 um das Oval. Die Kraft des Körpers optimal auf die Pedale zu bringen, dafür hat er diese besondere Trainingseinheit im Sensomotorik-Zentrum Berlin eingeschoben. Mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio wird die deutsche Bahnnationalmannschaft vom Bike-Fitting-Experten Jens Machacek und seinen Mitstreitern optimal für das jeweilige Arbeitsgerät – ob nun Hightech-Zweirad für den Bahn-Wettkampf oder das Straßenrennrad für das Grundlagentraining – eingestellt.

Messpunkte zeigen Schwachstellen auf

Machacek (41), der als Erfinder des Bike Fittings gilt, und in der Rad- sowie Triathlonszene besten Ruf genießt, sagt: „Wir tun alles für den möglichst runden, effektiven Tritt. Dabei geht es vor allem um die optimale Sitzposition.“

Die Druckstellen am Ballen zeigen sofort Schwachstellen auf. Quelle: Peter Stein

Beim mit entsprechenden Messpunkten verkabelten Bötticher trifft er da sofort auf offene Ohren. Denn der mittlerweile 26 Jahre alte Chemnitzer war schon vor fünf Jahren Sprint-Weltmeister, galt als riesiges Talent, ehe ihn Verletzungen zurückwarfen. Erst seit ein paar Monaten ist er wieder zurück auf der Bahn. Machacek stellt sofort mit Kennerblick fest: „Der Lenker hat keine optimale Position. Da können wir noch was machen.“ Außerdem zeigt sich schnell an den unterschiedlichen Druckintensitäten am Ballen der Füße, dass da für den Orthopädieschuhtechniker gleichfalls Handlungsbedarf besteht.

Cottbuser Maximilian Levy ist Stammkunde

Dafür wurde eine spezielle, mit Carbon versteifte Einlegesohle entwickelt – die Winsole. Denn bei den meisten Radsportlern ergebe sich beim Treten ein

Ein Fußabdruck für die neue Einlegesohle. Quelle: Peter Stein

nach außen Kippen des Knies, so Machacek. Um dieses Wegkippen zu verhindern, hilft eine Außenranderhöhung in der Einlegesohle. So ein Exemplar trägt auch der mehrfache Weltmeister Maximilian Levy in seinem Radschuh. Der Cottbuser vertraut seit vielen Jahren auf die Dienste von Machacek und Co. „Das sind immer nur Nuancen, aber die bringen was“, sagt der 30-Jährige. „Ich bin das volle Programm durchgegangen. Sattel, Lenker – einfach alles kam auf den Prüfstand, um die optimale Sitzposition herauszufinden. Dazu kommen ein paar spezielle Tricks, die ich hier nicht verraten werde.“

Nicht ohne Einlegesohle

Ob er den Vorteil auch beim Fahren spüre, da antwortet Levy: „Ob ich mit 2000 oder 2100 Watt in die Pedale trete, da merke ich persönlich keinen Unterschied. Aber ich bin überzeugt davon, das Bike Fitting gehört zu einem professionellen Radsport unbedingt dazu.“ Über die Jahre hat der Brandenburger großes Zutrauen in Machaceks Arbeit. Mittlerweile sei es sogar so, dass Levy bei einer Neuanschaffung von Radschuhen – ein Paar kostet inzwischen um die 1000 Euro – einfach die „Treter“ zum Biomechaniker schickt und der fertigt dann eine entsprechende Winsole an.

Auch Madison-Weltmeister Roger Kluge oder Sprint-Olympiasiegerin Kristina Vogel setzen auf die Unterstützung des Sensomotorikzentrums Berlin, bei dem ebenso Hobbysportler vorstellig werden können, um gegen Beschwerden beim Joggen oder Radfahren angehen zu können. Ein professionelles Bike Fitting mit Innenschuh- und Satteldruckmessung sowie Videoanalyse kostet 169 Euro.

Zusammenarbeit mit Nationalkader intensiviert

Newcomer Carl Hinze aus Schwerin, Junioren-Vizeweltmeister im 1000-Meter-Zeitfahren, staunt nicht schlecht, als beim Test eine gewisse Beckenschiefstellung beim Pedalieren festgestellt wird. Das rechte Bein ist ein wenig kürzer als das linke aufgrund muskulärer Disbalancen. Machacek gibt sofort Empfehlungen für hilfreiche gymnastische Übungen. „Die optimale Umsetzung der Körperenergie auf das Rad gelingt nur, wenn alle Funktionsabläufe perfekt aufeinander abgestimmt sind“, sagt der Fitmacher. „Eine Spritze ins Knie ist nicht die Lösung, wenn Beschwerden auftreten.“

Mit Blick auf Olympia 2020 soll die Zusammenarbeit mit dem Nationalkader intensiviert werden. „Alle zwei bis drei Monate eine Kontrolle, um notfalls Anpassungen vornehmen zu können, wäre ideal“, sagt Machacek. „Denn der Sportler legt sich ja nicht nur von Zeit zu Zeit neue Schuhe oder ein neues Rad zu, sondern auch sein Trainingszustand verändert sich und damit der muskuläre Aufbau. Wir wollen helfen, Beschwerden zu vermeiden, damit das Training nicht unterbrochen werden muss. Natürlich soll auch die Leistung gesteigert werden.“

Von Peter Stein

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