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Sportmix Brandenburger wird von Rallye Dakar ausgeschlossen
Sportbuzzer Sportmix Brandenburger wird von Rallye Dakar ausgeschlossen
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00:19 24.01.2018
Timo Gottschalk wurde bei der Rallye 2018 ausgeschlossen Quelle: dpa
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Rheinsberg

Für Co-Pilot Timo Gottschalk aus Rheinsberg und Fahrer Yazeed Al-Rajhi verlief die Rallye Dakar 2018 frustrierend, beide wurden mit ihrem Mini-Buggy ausgeschlossen. Im Interview spricht er über seinen Frust, wie schwierig die Dakar in diesem Jahr war und den Sieg seines ehemaligen Fahrers Carlos Sainz.

Herr Gottschalk, hat sich Ihr Ärger über den Ausschluss inzwischen etwas gelegt?

Timo Gottschalk: Nein, es ist immer noch frustrierend. Bei der Dakar wird anscheinend mit zweierlei Maß gemessen.

Inwiefern?

Wir wurden ausgeschlossen, weil wir bei Dunkelheit nicht mehr alle Wegpunkte abgefahren sind, weil es einfach zu gefährlich war. Andere Teams haben ähnlich viele Wegpunkte ausgelassen, aus technischen Gründen – und wurden nicht ausgeschlossen. Meiner Meinung nach entscheidet die ASO hier etwas willkürlich. Ich bin wirklich ziemlich sauer, wie das alles gelaufen ist.

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Timo Gottschalk aus Rheinsberg ist eigentlich gelernter Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik. Auf Truppenübungsplätzen und Äckern fing er mit seinem Hobby an. 2007 fuhr er seine erste Ralley-Dakar mit.

Wie gefährlich wäre es gewesen, bei besagter Etappe alle Wegpunkte abzufahren?

Zu gefährlich. Es war dunkel, es waren keine Hubschrauber mehr unterwegs. Wenn man im Dunkeln auf einen Fluss zufährt und ihn durchqueren will, sieht man nicht, wo man wieder rausfahren kann. Außerdem wurden die Flüsse immer tiefer durch den Regen, wir hätten auch weggeschwemmt werden können und keiner hätte uns helfen können. Auch für die Zuschauer war es gefährlich, wenn sie nachts auf der Strecke sind. An anderen Tagen stoppt der Veranstalter so eine Etappe um 18 Uhr, weil es zu gefährlich ist. Wir waren eines der letzten Autos, deshalb haben wir entschieden, drumherum zu fahren. Ich habe dann der Rallye-Leitung Bescheid gegeben. Am nächsten Tag wurde genau aus diesem Grund, also weil es zu gefährlich wurde, die Flüsse zu überqueren, eine komplette Prüfung abgesagt – und das bei Tag! Im Endeffekt wird gesagt: Wenn ihr weiterfahren wollt, müsst ihr euer Leben aufs Spiel setzen, um in der Rallye drinzubleiben.

Sie waren zum zehnten Mal dabei. War es die frustrierendste Dakar?

Das kann man so sagen. Wir hatten von Anfang an Probleme. Gleich am ersten Tag haben wir sechs Stunden verloren, weil wir mit einem Teamkollegen zusammengestoßen sind. Am Tag darauf haben wir einem Teamkollegen geholfen, am nächsten war das Getriebe kaputt. So hatten wir von Anfang an keine Chance, vorne ein Wörtchen mitzureden. Da bekommt man natürlich auch Motivationsprobleme. Es gab keinen Tag, an dem man mal sagen konnte: Heute fahren wir eine richtig schöne Prüfung. Es war die wohl schwierigste Dakar, seit ich dabei bin.

War sie zu schwierig?

Es war die 40. Dakar, der Veranstalter hat das bewusst so gemacht, weil sich zuvor viele beschwert hatten, dass sie in den letzten Jahren zu einfach war. Sie war jetzt echt hart, aber sie war auch zu schaffen. Klar war sie anstrengend, es ist aber auch nicht schlimm, so einen Brocken hingeschmissen zu bekommen, das ist dann eben eine Herausforderung. Umso ärgerlicher ist es, dass wir durch den Ausschluss nicht zeigen konnten, was wir können.

Sie hatten im vergangenen Sommer einen schweren Motorradunfall mit 16 Knochenbrüchen. Sie haben zuvor gesagt, Sie fühlen sich bei 80 Prozent. War es die richtige Entscheidung, mitzufahren?

Es war schon anstrengender, als ich es mir gedacht habe, weil wir viel aus dem Auto mussten, um Reparaturen zu machen oder es auszubuddeln. Aber es ist nichts schlimmer geworden.

Unter anderem mussten Sie aus dem Auto, weil Sie mit Ihrem Wagen im Meer gelandet sind. Wie ist das passiert?

Das ging alles ziemlich schnell. Es ging 17 Kilometer Vollgas am Meer entlang, der Strandstreifen war da recht breit. Zwei Tage zuvor sind wir in der Gegenrichtung gefahren und es gab schon einige Spuren. Wir kamen aus einer schnellen Linkskurve und weil wir recht zügig waren, mussten wir dann die rechte Spur am Strand nehmen. Und in dem Moment kam gerade eine riesige Welle und hat unser Auto sofort unterspült. Die zweite Welle hat uns dann ins Meer gezogen. Gerade mit den großen Reifen schwimmt man sofort auf, wir hatten keine Chance. Es kam dann ein Teamkollege, der uns rausgezogen hat. Wir mussten dann das Gaspedal wechseln, weil es unter Wasser stand. Und das Salzwasser ist auch nicht so ideal für die Elektronik. Aber wir haben es dann noch ins Etappenziel geschafft.

Carlos Sainz, mit dem Sie die Dakar 2013 und 2014 gefahren sind, hat in diesem Jahr gewonnen. Hatten Sie ihn auf dem Zettel?

Ja, auch, ich wusste, dass Carlos seit vielen Jahren dafür kämpft und vom Fahrerischen natürlich das Potenzial hat. Er ist einfach extrem ehrgeizig und hat absolut verdient gewonnen.

Von Stephan Henke

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