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Sportmix Sea Life statt Hexenkessel für WM-Star Fabian Böhm
Sportbuzzer Sportmix Sea Life statt Hexenkessel für WM-Star Fabian Böhm
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19:08 29.01.2019
Fabian Böhm (M.) spielte eine starke WM und wurde mit dem deutschen Team Vierter. Quelle: Martin Meissner/AP/dpa
Potsdam

Den Nachmittag hatte Fabian Böhm mit seinem Sohn in einem großen Erlebnis-Aquarium im Norden Hannovers verbracht: Es gab exotische Fische zu sehen in gedämpftem Licht. Größer hätte der Unterschied zwischen der beruhigenden Atmosphäre im Sea Life und der emotionalen Ausnahmesituation, in der sich der Handball-Nationalspieler in den vergangenen Wochen befunden hatte, kaum sein können.

„Es war eine sehr intensive und schöne Zeit bei der Weltmeisterschaft. Jetzt hat wieder der Alltag begonnen“, sagt der 29 Jahre alte Rückraumstar des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf, „aber auch darauf habe ich mich gefreut. Ich bringe morgens meinen Sohn in die Kita und Nachmittags hole ich ihn wieder ab. Am Donnerstag kehre ich zurück ins Mannschaftstraining.“

Noch am Sonntagnachmittag hatte Böhm im Thriller gegen Frankreich ganz knapp die Bronzemedaille verpasst, danach kehrte das Ensemble ins Teamhotel in Hamburg zurück – am Montag reiste Böhm, der in Potsdam aufgewachsen ist und beim 1. VfL seine sportlichen Wurzeln hat, in seine Wahlheimat Hannover zurück.

Auch in Brandenburg hatte man die Daumen gehalten, so manch einer aus der Familie hatte die Partien live verfolgt. Sie hatten miterlebt, wie Fabian Böhm für eine dieser Geschichten gesorgt hatte, die von Zeit zu Zeit bei großen Mannschaftsevent gelingen und das Herz jedes Sportromantikers höher schlagen lassen: Er hatte den Rollentausch vom Ergänzungsspieler zur prägenden Figur vollzogen, in entscheidenden Momenten gelang Fabian Böhm der Sprung aus der zweiten Reihe ins Rampenlicht. 24 Treffer erzielte der 1,98-Meter-Hüne, immer wieder setzte Böhm in entscheidenden Situationen wie gegen Kroatien (2 Tore), Spanien (5) oder Norwegen (6) Akzente.

„Sicherlich hatte ich einen ganz guten Auftritt, es ist zwar nie etwas hundertprozentig perfekt, aber ich bin eigentlich sehr zufrieden mit meiner Leistung“, sagt Böhm bescheiden. Die Höhepunkte während des WM-Turniers? „Alle Spiele in Deutschland waren etwas ganz Besonderes, aber die Hauptrunden-Partien in Köln gegen Island, Kroatien und Spanien waren von der Stimmung her noch etwas beeindruckender. Da waren noch ein paar tausend Zuschauer mehr“, sagt Böhm, der 2016 von der HBW Balingen-Weilstetten nach Niedersachsen gewechselt war.

In der Kölner Arena hatte das DHB-Team auch dank Böhm mit dem Halbfinaleinzug den Höhepunkt der Euphorie-Kurve erreicht, bevor das Team mit zwei Niederlagen im Halbfinale (gegen Norwegen) und im Spiel um Bronze (gegen Frankreich) Stimmungsdämpfer hinnehmen musste. Auch in Böhm hallen die Negativmomente noch nach. „Das waren die schwierigsten Situationen, mit denen auch ich emotional immer noch zu kämpfen habe“, gesteht der Rechtshänder, „weil wir die große Chance hatten, eine riesen Heim-WM zu spielen. Die Möglichkeit gibt es nur einmal im Leben. Mit zwei Niederlagen das Turnier zu beenden, war schon hart. Trotzdem denke ich, wir können stolz auf uns sein. Wir haben Euphorie ausgelöst, das war uns ein ganz wichtiges Anliegen.“

In der Zukunft soll die Begeisterungswelle für einen Handball-Schub sorgen: Auch Fabian Böhm gehört als WM-Held zu den Aushängeschildern. Am Freitagabend wird er auf dem Parkett stehen, wenn die deutsche Nationalmannschaft um 19 Uhr in Stuttgart auf eine Weltauswahl der Handball-Bundesliga trifft. Mit dem Alltag ist es dann erst mal wieder vorbei für Fabian Böhm.

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Von Lars Sittig

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