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Ruppin Tigers wie Phönix aus der Asche

American Football Ruppin Tigers wie Phönix aus der Asche

Die Sportart American Football erlebt in der Region Ostprignitz-Ruppin dank der Ruppin Tigers seinen zweiten Frühling. Früher dem MSV Neuruppin angehörig, ackern die Football-Begeisterten nun im Auftrag des SV Union Neuruppin. Vereinschef Markus Fetter zeigt sich erfreut – auch die Tigers hatten erst kürzlich allen Grund zur Freude.

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Gemeinsam mit den „Beelitz Blue Eagles“ veranstalteten die Ruppin Tigers im November ein öffentliches Probetraining in Neuruppin.

Quelle: Eli Gering

Neuruppin. Die ganze Welt schaut in der Nacht von Sonntag auf Montag nach Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota, wo der Super Bowl, das Endspiel der National Football League (NFL) im American Football, stattfindet. Wenn am Montagmorgen um 0.30 Uhr deutscher Zeit der Kick-Off erfolgt, machen auch einige Neuruppiner die Nacht zum Tag. „Weil Football einfach der geilste Sport der Welt ist“, begründet Kevin Duda. Der stellvertretende Abteilungsleiter der Ruppin Tigers freut sich auf das Finale zwischen Seriensieger New England Patriots und den Philadelphia Eagles, wobei seine Priorität derzeit eine andere ist.

„Es soll vorangehen. Wir sind wieder da“, gibt er sich kämpferisch. Nach gut zwölf Jahren brachen die „Ruppin White Tigers“, die als Football-Abteilung dem MSV Neuruppin angehörten, im Sommer 2017 endgültig auseinander. Bereits sechs Jahre zuvor verabschiedeten sich die Tigers aus dem Spielbetrieb der Regionalliga Ost, die Wege vieler Protagonisten trennten sich. „Wir haben versucht, die Abteilung auch danach aufrechtzuerhalten, doch letztlich stießen verschiedene Ansichten aufeinander, weshalb der Entschluss unumgänglich war“, erklärt Duda, der dennoch betont, dass man „im Guten“ auseinander gegangen ist.

Erster „Tryout“ im November voller Erfolg

Eine Vielzahl an Spielern zog es in die Hauptstadt zu den Spandau Bulldogs, andere probierten sich an der Ostseeküste bei den Rostock Griffins. „Einige wechselten sogar die Sportart und boxten, gingen zum Handball oder fanden sich nur noch im Kraftraum wieder“, weiß Duda über den Werdegang vieler Kumpel. Der Kontakt brach nie ab – mehr noch, er blieb stets erhalten, weshalb die Visionen der Football-Begeisterten seit ein paar Monaten reifen. „Den Sport in Neuruppin und der Umgebung wieder aufleben lassen, das ist das große Ziel. Deshalb wagen wir den Neuanfang“, sagt Kevin Duda, der gemeinsam mit Abteilungsleiter Christoph Hesse die Fäden bei den Tigers zieht. Großen Dank spricht er dabei dem SV Union Neuruppin aus – eben jenem Verein, dem man seit dem Winter angehört.

„Wir sind ein gemeinnütziger Verein und freuen uns über diese neue Abteilung“, bestätigt der Vorsitzende Markus Fetter, der anfügt: „Klar ist das für ganz viele Neuland. Aber vielleicht können die Jungs den aktuellen Boom nutzen und Leute gewinnen.“ Mächtig ins Zeug legen sich die Tigers dafür in jedem Fall, sind gewillt und mit Herzblut dabei. Am 5. November 2017 luden sie mit den „Beelitz Blue Eagles“ ins Neuruppiner Sportcenter zum sogenannten „Open Tryout“, einem öffentlichen Probetraining, ein. Anschließend folgten auf dem Sportplatz in Gildenhall Spielsimulationen beider Teams. „Im Frühjahr haben wir das nächste Tryout geplant“, frohlockt Kevin Duda. Wer dann glaubt, dort stürzen muskelbepackte Giganten aufeinander zu, der irrt gewaltig. Griff- und Falltechniken sowie Theorie stehen dann an der Tagesordnung. „Unser Sport wird nicht umsonst als Rasenschach bezeichnet“, schmunzelt er über den Spitznamen, den das American Football aufgrund seiner Taktik und Strategie hat.

Meilenstein durfte am 18. November bejubelt werden

Zweimal die Woche treffen sich die knapp 15 Teammitglieder auf dem Sportplatz des SV Union Neuruppin in Gildenhall oder im „Old School“ in der Schinkelstraße, wo an der Fitness gefeilt wird. Dort begeistern die Ruppin Tigers mittlerweile auch die Jüngsten, die sich für die US-Sportart interessieren. „Die Knirpse können mittwochs von 16 bis 17 Uhr beim Flag-Football in einer vereinfachten Variante erste Gehversuche starten“, erklärt Duda, dass man seinem Gegner ein mit Klettverschluss befestigtes Fähnchen abreißen muss.

Einen Meilenstein konnten die Tigers am 18. Januar bejubeln. Seitdem sind sie nämlich offizielles Mitglied des „American Football und Cheerleading Verband Berlin/Brandenburg“. Damit darf man nun Freundschaftsspiele gegen andere Teams austragen. „Wir gehören einer Aufbauliga an. Um in der fünften Liga einzusteigen, benötigen wir 24 Spielerpässe. Bei den Partien müssen dann 18 Jungs da sein“, erklärt Duda, der trotz fehlender Leute guter Dinge ist. Einen Schlachtruf gibt es auch schon: „Let’s Go Tigers!“

Von Marius Böttcher

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