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Sportbuzzer Supertalent Johannes Hintze vor dem Absprung
Sportbuzzer Supertalent Johannes Hintze vor dem Absprung
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21:01 30.01.2018
Johannes Hintze startete als 17-Jähriger bei den Olympischen Spielen in Rio. Quelle: dpa
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Potsdam

Das Schwimmen in Potsdam verliert offenbar vier seiner größten Talente, darunter auch Ausnahmeschwimmer Johannes Hintze. Wie ein Sprecher des Deutschen Schwimmverbands (DSV) am Dienstag auf MAZ-Anfrage bestätigte, wollen sowohl Hintze als auch Josha Salchow, Wassili Kuhn und Isabel Gose von Potsdam an den Bundesstützpunkt Heidelberg wechseln. „Es ist richtig, dass zurzeit Gespräche über einen möglichen Wechsel von Johannes Hintze nach Heidelberg laufen. Wir werden versuchen, zusammen mit dem Verband gute und vernünftige Entscheidungen zu treffen“, teilte das Management von Hintze auf Anfrage mit. Damit gipfelt der Streit um die Trainerposten in der Potsdamer Schwimmhalle im Abgang von vier vielversprechenden Schwimmern.

Zusammenarbeit mit Jörg Hoffmann kam nicht in Frage

Nach MAZ-Informationen wollen die vier Talente nach Heidelberg wechseln, weil sie nicht unter Stützpunkttrainer Jörg Hoffmann trainieren wollen. Der bisherige Coach der Trainingsgruppe Norbert Warnatzsch, der unter anderem schon Britta Steffen und Franziska van Almsick trainierte, hat Potsdam verlassen. „Ich hätte es gut gefunden, wenn die vier gesagt hätten, sie probieren es mal bei Jörg Hoffmann. Wenn man sieht, es klappt nicht, dann hätte man immer noch sagen können, man wechselt. Dieses Angebot kam für die Athleten aber nicht in Frage“, erklärte Bundestrainer Henning Lambertz.

Hintergrund sind atmosphärische Störungen in der Schwimmhalle im Potsdamer Luftschiffhafen. Auf der einen Seite steht eine Gruppe um Stützpunkttrainer Jörg Hoffmann, auf der anderen Seite die Fraktion der Lehrertrainer, zu der außerdem auch Warnatzsch gehörte.

„Bundesstützpunkt in Potsdam soll kommen“

In dessen Trainingsgruppe schwammen auch die vier Talente, die nun vor dem Absprung stehen. „Potsdam hat gute Bedingungen und soll Bundesstützpunkt werden. Bei einigen Sportlern gibt es aber Zweifel, ob die Trainer, die vor Ort zur Verfügung stehen, die richtigen sind. Dann ist es eine private Entscheidung der Sportler, ob sie in Potsdam bleiben“, sagte Andreas Gerlach, Vorstandsvorsitzender des Landessportbunds.

Die Entscheidung für den Wechsel fiel offenbar bei einem Treffen am vergangenen Donnerstag in Potsdam, an dem Vertreter des DSV, des Olympiastützpunkts, des Sportministeriums und der Sportschule teilnahmen. Dabei ging es auch um die Aufwertung des Bundesnachwuchsstützpunktes zum Bundesstützpunkt. „Vom deutschen Schwimmverband gibt es die klare Aussage, dass der Bundesstützpunkt in Potsdam kommen soll“, sagte Gerlach.

Hintze hält 46 Altersklassenrekorde

Sportlich ist vor allem der Abgang von Hintze schwerwiegend. Der gebürtige Brandenburger gilt als absolutes Ausnahmetalent im Schwimmsport, hält 46 deutsche Altersklassenrekorde, wurde 2017 Junioren-Weltmeister über 200 Meter Lagen und Deutscher Meister auf der Kurzbahn. 2016 nahm Hintze, der 2012 an die Sportschule nach Potsdam wechselte, als 17-Jähriger an den Olympischen Spielen in Rio teil – und war damit der jüngste deutsche Schwimmer bei den Spielen seit rund 40 Jahren. „Es ist auf jeden Fall ein Verlust, denn die Talente sind hier entwickelt worden. Aber das wird den Stützpunkt nicht umhauen“, erklärte der LSB-Vorstandsvorsitzende Gerlach.

Die vier Talente sollen nun in Heidelberg unter Michael Spiekermann trainieren, der unter anderem mit Philip Heintz einen der weltbesten Lagenspezialisten unter seinen Fittichen hat – dieser wäre für den 18-jährigen Hintze ein idealer Trainingspartner. Josha Salchow würde in Heidelberg künftig mit Clemens Rapp, einem der besten deutschen Freistil-Schwimmer, trainieren. „Das ist in gewissem Sinne genau das, was wir wollen, dass es zu einer Zentralisierung kommt. Wenn sie in Potsdam nicht bleiben wollen, dann sind Johannes Hintze und Josha Salchow in Heidelberg in guten Gruppen aufgehoben“, kommentierte Bundestrainer Lambertz die Entscheidung der beiden Sportler. Der Heidelberger Trainer Michael Spiekermann arbeitet unter anderem auch mit dem Konzept des Höhentrainings, mit dem die Trainingsgruppe um Hintze, Salchow und Co. auch unter Warnatzsch trainierte.

Von Stephan Henke

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