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Sportbuzzer Vereinigungsprojekt auf der Platte
Sportbuzzer Vereinigungsprojekt auf der Platte
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17:13 06.01.2019
Internationales Flair in der MBS-Arena: Der 1. VfL (in Schwarz) traf auf die Nationalmannschaft von der koreanischen Halbinsel. Quelle: foto: Julius Frick
Potsdam

Der Anruf, der Tom Göres am Freitagabend erreichte, sorgte für Begeisterung – die historische Dimension des Duells, das den Handball-Schlussmann wenige Stunden später erwarten sollte, wurde ihm aber erst später bewusst. „Ich habe sofort ja gesagt, als vom 1. VfL die Anfrage kam, ob ich mich wegen der sich zuspitzenden Personallage in Potsdam für das Testspiel gegen die koreanische Nationalmannschaft zur Verfügung stellen würde“, sagte Göres, der 21 Jahre alte Torhüter des Handball-Oberligisten Grün-Weiß Werder, dessen Wochenendplanung in diesem Moment eine Kehrtwende hingelegt hatte. „Aber was für ein besonderes Spiel das eigentlich ist, wurde mir erst später klar.“

Göres stand also nach dem schnellen Schulterschluss der Handballfamilie mit vier weiteren Werderaner Teamkameraden auf dem Spielfeld, als der Potsdamer Drittligist am Sonnabend einen 30:26 (10:15)-Erfolg gegen die Handball-Auswahl Vereinigtes Korea feierte: Das Ensemble bestritt erstmals als gemeinsames Team eine Partie. Derzeit bereitet sich das Team auf die Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark vor, am 10. Januar tritt die Auswahl aus Ostasien beim Eröffnungsspiel in Berlin gegen das deutsche Team an.

Die Generalprobe absolviert der Dritte der Asienmeisterschaft am Montag beim Oranienburger HC (19 Uhr) – dann wird das Familien-, Werbe- und Friedensprojekt auf der Platte fortgesetzt. Denn: In der Potsdamer MBS-Arena hatte sich ein Event entwickelt, das auf bemerkenswerte Weise viele Ebenen auf lokaler und internationaler Ebene verband: Da die Tickets des Final Fours zuvor ihre Gültigkeit behielten, vermischten sich in der mit 923 Zuschauern gut gefüllten Arena Trikots mit dem Schriftzug „KOREA“ und Insignien der Brandenburger Handball-Pokal-Endrundenstarter Altlandsberg, Doberlug-Kirchhain, Grünheide, OHC, Werder und Teltow/Ruhlsdorf.

WM-Vorfreude schwappte durch die Halle. Der sportliche Wert der Partie rückte in den Hintergrund angesichts der politischen Dimension einer gemeinsamen Vertretung von der geteilten koreanischen Halbinsel – und des sportlichen Findungsprozesses der Mannschaft. Nach einer ersten Hälfte mit mehreren sehenswerten Ballstafetten forderten viele Wechsel im zweiten Durchgang ihren Tribut. Überzeugt hatte der Auftritt trotzdem nicht nur Göres, der bei seinem Einsatz in der zweiten Spielhälfte mit einer Reihe starker Reaktionen zu einer der prägenden Figuren des Abends wurde: „Die Mannschaft ist auch wie ein vereintes Team aufgetreten. Das diese Mannschaft nach vielen politisch heiklen Jahren eine der wenigen Annäherungen zwischen beiden Ländern ist, zeigt mal wieder, wie gut Sport Menschen verbinden kann.“

In den letzten Minuten hatte sich der VfL in einen Rausch gespielt und die Partie gedreht. „Ich denke, die Mannschaft kann im richtigen Wettkampfmodus auch noch mal eine Schippe drauflegen“, meinte Göres. VfL-Trainer Daniel Deutsch sagte: „Deutschland wird haushoher Favorit sein, aber auch Korea wird anders spielen. Unabhängig davon zeigt diese Mannschaft, dass der Sport Brücken bauen kann.“

Von Lars Sittig

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