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Auf dem Mars war mikrobielles Leben möglich

Nasa-Roboter findet Spurenelemente / Potsdamer Geoforscher Dirk Wagner glaubt an einst belebten Mars Auf dem Mars war mikrobielles Leben möglich

Der Astrobiologe Dirk Wagner vom Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam sieht in den aktuellen Entdeckungen des Mars-Rovers „Curiosity“ noch keinen wissenschaftlichen Durchbruch.

POTSDAM. Der Roboter hatte bei Bohrungen wichtige Ausgangsstoffe für mikrobielles Leben auf dem Mars entdeckt. Schon Anfang Februar hatte das Gerät mit Hilfe seiner Messinstrumente unter anderem Spuren von Schwefel, Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff nachgewiesen. Die Stoffe spielen alle bei der Entstehung von Leben eine wichtige Rolle. Zum Großteil bestand der von „Curiosity“ (Neugier) untersuchte Stein aus einer Art Schlammton. Nasa-Wissenschaftler äußerten sich am Dienstag über die Ergebnisse begeistert. „Wir haben eine einst bewohnbare Umgebung gefunden“, sagte zum Beispiel der Nasa-Manager John Grotzinger.

Wagner, der die Ergebnisse bisher nur aus der Presse kennt, ist in seinem Urteil verhaltener: „Es lagen ja auch bisher schon Mineralanalysen vor, die gezeigt haben, dass es solche Stoffe auf dem Mars gibt“, sagt er. Auch dass es auf dem Mars Wasser gebe, sei nichts Neues. Wirklich eine sensationelle Entdeckung wäre in den Augen Wagners der Nachweis von komplizierteren Kohlenstoffverbindungen wie Essigsäuren oder anderen organischen Säuren. Solche könnten im Laufe der „Curiosity“-Expedition noch entdeckt werden, meint Wagner. Der Roboter könne Schichten anbohren, die vor unmittelbarer Strahlung geschützt wären und wo sich solche Stoffe halten könnten.

Er selbst zweifelt nicht daran, dass es auf dem Mars einst mikrobielles Leben gab. Es könne sogar noch welches existieren. Seine Forschungsgruppe hat selbst schon Mikroben aus sibirischen Permafrostböden Bedingungen wie auf dem Mars ausgesetzt. Die Organismen hielten Temperaturschwankungen zwischen -70 und +20 Grad aus. „Sie überlebten drei Wochen.“ Die aktuelle Mission werde zu diesen Fragen noch viele interessante Ergebnisse liefern. „Sie ist ja erst am Anfang.“

Nasa-Manager Grotzinger selbst weist darauf hin, dass der Gesteinsstaub anders als von den Wissenschaftlern zunächst vermutet, hauptsächlich grau und nicht rot ist, wie der Mars heute von der Oberfläche her wirkt. „Wir beschreiben einen sehr alten und merkwürdigen neuen grauen Mars, dessen Bedingungen einst günstig für Leben waren.“ An der Stelle, wo der Rover gebohrt hatte, könnten einst Flüsse oder ein See gewesen sein. (mit dpa) (Von Rüdiger Braun)

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