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Ein Gasriese wird zum Star der Nacht

Der astronomische Monat Februar 2015 Ein Gasriese wird zum Star der Nacht

Endlich bemerkt man den kommenden Frühling: Die Tage werden länger. Die Sonne wird wieder zum Frühaufsteher. Doch der eigentliche Star am Himmel ist Jupiter. Der größte Planet des Sonnensystems ist Anfang Februar in der gesamten Nacht im Sternbild Krebs zu sehen.

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Potsdam. Geht zu Monatsbeginn die Sonne noch um kurz vor 8.00 Uhr auf, so ist es am Monatsende um diese Zeit schon hell. Der Sonnenaufgang ist bereits um kurz nach 7.00 Uhr erfolgt. Deutlicher merkt man die Veränderung der Tageslänge jedoch abends. Während am Monatsanfang die Sonne bereits gegen 17.15 Uhr untergeht, verlässt sie am Monatsende ziemlich genau gegen 18.00 Uhr unser Sichtfeld. Somit nimmt die Tageslänge im Februar gut eineinhalb Stunden zu.

Bei den Planeten ist Jupiter der Star der Nacht. Am 6.2. steht er von der Erde aus betrachtet genau entgegen der Sonne, in Opposition. Er ist in der gesamten Nacht im Sternbild Krebs sichtbar. Die Venus ist noch weiter von der Erde entfernt als die Sonne, jedoch nehmen der Winkelabstand zu unserem Zentralstern und damit die Sichtbarkeit stetig zu. Mitte April gestaltet sich das Bild so, dass Venus und Sonne von der Erde etwa gleichweit entfernt sind. Merkur ist zunächst nicht sichtbar, da er direkt in Richtung Sonne steht. Mars ist in der Abenddämmerung noch kurz zu sehen, ehe er mit dem Sternbild Fische gegen 19.45 Uhr unter dem Horizont verschwindet. Aufgrund seiner großen Entfernung zur Erde von mehr als 2 AE (1 AE – 1 astronomische Einheit entspricht der mittleren Entfernung von Erde und Sonne) und seiner geringen Größe ist er eher unscheinbar. Vom 19.2. – 22.2 kann man den scheinbaren Überholvorgang der Venus am Mars beobachten. Den geringsten (Winkel-) Abstand haben beide am 22.2. (Fernglas empfehlenswert)

Am 4. Februar erscheint uns der Mond zum zweiten Mal als Vollmond (sog. Taumond). Da Jupiter auch der Sonne gegenüber steht, können beide hellen Himmelskörper eng beieinander beobachtet werden. Bis zum Neumond am 19.2. wandert unser kosmischer Begleiter in östliche Richtung durch die Sternbilder des Tierkreises. Dabei kommt es am 13.2. in den Morgenstunden zu einer Begegnung der abnehmenden Mondsichel mit dem hellen Planeten Saturn (vgl. Abb.) im Sternbild Skorpion. In der letzten Februarwoche ist der Mond dann wieder als zunehmende Sichel am Abendhimmel bis zu seinem Untergang vor Mitternacht zu sehen. Am 25.2. passiert er als zunehmender Halbmond (Erstes Viertel) den offenen Sternhaufen der Hyaden mit dem Stern Aldebaran im Sternbild Stier (Abb.).

Der Umlauf der Erde um die Sonne bestimmt den Ablauf des sich jährlich wiederholenden Schauspiels vom Wechsel der Sternbilder am Abend. Stehen im Februar jahreszeitgemäß noch die Wintersternbilder am Südhimmel, neigen sie sich zum Monatsende doch schon eher in Richtung Westen und kündigen das Ende ihrer Herrschaft an. Dagegen schwingt sich im Laufe des Monats am Süd-Osthorizont der Löwe (unser erster astronomischer Frühlingsbote) in unseren Sicht-bereich. Der Name des Sternbildes hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie. Zeus verwandelte den Löwen in ein Sternbild, um alle Menschen an die Heldentat seines Sohnes Herkules zu erinnern: Der Sage nach stellte der Argiverkönig Eurystheus Herkules, dem Sohn des Zeus, zwölf für unlösbar gehaltene Aufgaben. Eine davon war es, den Löwen von Nemea zu töten. Herkules suchte das Gebirge bei Nemea auf und fand die Höhle des Untiers. Vor einen der zwei Ausgänge wälzte er einen riesigen Stein. Am anderen Ausgang lauerte Herkules mit seinem gespannten Bogen. Als der Löwe kam, wurde er von den Pfeilen des Herkules überschüttet. An seinem Fell prallten die Pfeile ohne Wirkung ab. Da stürzte Herkules auf das Tier zu und schlug ihn mit seiner Keule. Der Löwe taumelte, worauf Herkules ihn packte und erwürgte.

Von Uwe Schierhorn

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