Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ausbildung & Beruf Rente mit 63 ist in Brandenburg ein Renner
Thema Specials Ausbildung & Beruf Rente mit 63 ist in Brandenburg ein Renner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:41 15.07.2015
Mit 63 Jahren zu jung für die Rente? Quelle: dpa
Potsdam

Die Rente mit 63 trifft den Nerv der Brandenburger: Tausende Arbeitnehmer in der Region haben von der neuen Ruhestandsregelung Gebrauch gemacht, die es seit einem Jahr gibt. Seither gingen allein bei der Rentenversicherung Berlin-Brandenburg 13 991 Anträge ein. Hinzu kommen die nicht statistisch erfassten Arbeitnehmer, die bei anderen Trägern wie dem Bund oder bei der Knappschaft versichert sind. Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) gehen davon aus, dass mindestens 15 000 Arbeitnehmer aus der Region von der neuen Regelung Gebrauch gemacht haben.

Ein Jahr Rentenpaket

Rentenpaket: Das vor einem Jahr in Kraft getretene Rentenpaket wird breit angenommen. Laut Deutscher Rentenversicherung profitieren mehr als zehn Millionen Versicherte und Rentner davon.

Mütterrente: Rund 64 000 Frauen profitierten im vergangenen Jahr von der Mütterrente. Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, bekommen damit Erziehungszeiten in der Rente besser honoriert.

Rente mit 63: Rund 136 000 Menschen haben die Möglichkeit zur Rente mit 63 im zweiten Halbjahr 2014 genutzt. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann mit 63 Jahren ohne Abschlag in den Ruhestand gehen.

Das entspreche jedem Zweiten in der betroffenen Altersgruppe und habe das Fachkräfteproblem deutlich verschärft, sagt UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck. „Die Rente mit 63 schadet der Wirtschaft doppelt: Die Unternehmen verlieren die besonders erfahrenen Fachkräfte, und die Rentenkasse wird unnötig stark belastet“, meint Amsinck.

Im Osten ist die Rente gefragt

Im Osten wird die Rente deutlich stärker nachgefragt als in den westlichen Bundesländern. Das hängt mit dem meist früheren Eintritt in das Berufsleben zusammen – und mit einem höheren Frauenanteil unter den Berufstätigen.

Flexiblere Arbeitszeiten, Lohnerhöhungen oder Prämien – so versuchen die Chefs die Kollegen zu halten, ergab eine Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Doch sie würden oft vergeblich werben, sagt Amsinck. „Wer gehen will, der lässt sich nicht aufhalten.“

Unternehmen überzeugen ihre Mitarbeiter zu bleiben

Bärbel Röhncke, Chefin des Westprignitzer Unternehmens Landtechnik GmbH, hat andere Erfahrungen gemacht. Sie konnte einen 63-jährigen Kollegen überzeugen, im Betrieb zu bleiben. „Er wollte auch noch gar nicht aufs Altengleis“, sagt Röhncke. Sie ist erleichtert, dass sie auf ihren erfahrenen Kollegen nicht verzichten muss. „Gute Leute zu finden, ist schwer“, sagt sie. Zugleich zeigt sie Verständnis dafür, wenn 63-Jährige nach 45 Jahren körperlicher Plackerei tschüss zum Job sagen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) weist die Klage der Wirtschaft über den Verlust an Fachkräften zurück. Es sei nicht sachgerecht, die Rente mit 63 deswegen zu diskreditieren, sagt Nina Lepsius, Sprecherin des DGB Berlin-Brandenburg. Viele Firmen hätten die Ausbildung von Nachwuchskräften in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt. Das räche sich jetzt. Das sieht Landmaschinenhändlerin Bärbel Röhncke ähnlich. „Ich habe all die Jahre ausgebildet und mir so meinen Mitarbeiterstab aufgebaut“, sagt sie. „Aber das ist leider nicht überall so.“

Von Torsten Gellner

Dahme-Spreewald Countdown für Studienbewerbungen an der TH Wildau - Luftfahrttechnik ist der Renner

Der Countdown läuft. Am Mittwoch um Mitternacht endet die diesjährige Bewerbungsfrist für das Herbstsemester an der Technischen Hochschule Wildau. Dort werden insgesamt etwa 3500 Bewerbungen für die rund 1000 Studienplätze erwartet. Als Renner erweist sich der Studiengang Luftfahrttechnik/ Luftfahrtlogistik.

13.07.2015
Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel: Zuzug aus dem Süden - 25 Spanier für Brandenburgs Zukunft

Bei der Suche nach Fachkräftenachwuchs beschreitet die Handwerkskammer Potsdam (HWK) rund um Brandenburg, Rathenow Bad Belzig und Potsdam neue Wege. Am Montag hat sie im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz 25 junge Spanier mit Ausbildungsambitionen zu einem Praktikum willkommen geheißen, das am 13. Juli begonnen hat.

16.07.2015
Potsdam-Mittelmark Florian Franz beginnt Lehre im Kfz-Handwerk - Gut geleitet in den Beruf

Der Einsatz seiner Schule hat sich gelohnt: Florian Franz beginnt bald seine Lehre im Kfz-Handwerk und lobt die Hilfe seiner Schule. Der junge Mann hat gerade seinen Abschluss der zehnten Klasse an der Krause-Tschetschog-Oberschule in Bad Balzig absolviert. Nun wartet die spannende Welt des Berufslebens auf den 15-Jährigen.

13.07.2015