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Ein neuer Tag mit alten Streiks

Weiter eingeschränkter Zugverkehr in Berlin und Brandenburg Ein neuer Tag mit alten Streiks

Schlechte Nachrichten für Fahrgäste und Reisende in Brandenburg: Der seit mehr als einer Woche dauernde Streik der Bus- und Straßenbahnfahrer geht auch am Donnerstag weiter, kündigte die Gewerkschaft Verdi an. Hinzu kommt der bundesweite Ausstand der Lokführer. Doch in beiden Fällen tut sich was - wenn auch nicht viel.

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Potsdam. Das Angebot der von den Lokführern der GDL bestreikten Deutschen Bahn ist auch am Donnerstag in Berlin und Brandenburg weiter sehr begrenzt. Die Ersatzfahrpläne werden am dritten Streiktag zunächst nicht verbessert. Demnach fahren bei der Berliner S-Bahn etwa 35 Prozent der Züge. Die Ringbahnverkehr fährt weiter überhaupt nicht. Insgesamt sechs Linien fallen außerdem aus, für die S25, S5 und S8 gibt es auf Teilstrecken Ersatzverkehr durch Busse. Alle anderen Linien fahren im Zwanzig-Minuten-Takt.

Am Mittwoch hatte die Bahn zunächst vergeblich vorgeschlagen, den Konflikt vom früheren Ministerpräsidenten Brandenburgs, Matthias Platzeck (SPD), moderieren zu lassen. GDL-Chef Claus Weselsky sagte zwar eine Prüfung des Vorschlags zu, lehnte es aber gleichzeitig ab, wegen eines "PR-Gags" der Bahn den Streik abzubrechen.

Viel Gerede, wenige Taten
Im Regionalbahnverkehr in Brandenburg werden weiter nur etwa 15 Prozent der Züge angeboten. Auf ausgewählten Strecken werden aber ersatzweise auch Busse eingesetzt. Keinen Streik gibt es im Nahverkehr hingegen bei den Eisenbahngesellschaften ODEG, NEB und EGP im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ODEG. ODEG-Züge der Linie RE2 zwischen Wismar und Cottbus halten zusätzlich in Finkenkrug und Brieselang.

Zwar tagte die Verdi-Tarifkommission am Mittwoch. Doch sie hat nur beschlossen, neue Gespräche mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) anzubahnen. Bis zu einem Ergebnis wird der am 27. April zunächst in wenigen Landkreisen begonnene und seitdem ausgeweitete Streik fortgesetzt. Gegenüber MAZonline sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann am Mittwochabend: "Wir reichen den Arbeitgebern die Hand und wollen nach einer Woche Funkstille wieder ins Gespräch kommen".

Mittlerweile werden zehn Landkreise und die vier kreisfreien Städte bestreikt. Etwa vier Fünftel der im Normalverkehr angebotenen Fahrten fallen nach Gewerkschaftsangaben aus.

Verdi fordert für die Bus- und Straßenbahnfahrer eine Lohnerhöhung von 120 Euro monatlich brutto. Die Arbeitgeber boten zuletzt vergebens ein Plus von jeweils 45 Euro in zwei Schritten sowie eine Einmalzahlung von 180 Euro.

Streik im Nahverkehr

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Probleme für Schüler
An brandenburgischen Schulen fehlten vielerorts Kinder und Jugendliche. Teilweise wurden Kurse zusammengelegt, zum Beispiel in Lieberose (Dahme-Spreewald), wie ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte. "Manche Schulen berichten, dass sie für Eltern, die wütend sind, Blitzableiter sind." Teilweise hätten 20 Prozent der Schüler gefehlt. Lehrer bildeten Fahrgemeinschaften, bringen mancherorts sogar Schüler nach Hause.

Ob Schüler wegen der Streiks auch bei Abiturprüfungen fehlten, war zunächst unklar.

Pro und Contra zum Bahnstreik

Der inzwischen siebente Lokführer-Streik bei der Deutschen Bahn ist durch das Streikrecht gedeckt - und gerechtfertigt, findet MAZ-Redakteur Volkmar Krause. Kollegin Marion Kaufmann widerspricht: Es kann nicht sein, dass eine kleine Gewerkschaft wie die GDL ein ganzes Land lahmlegt. Ein Pro und Contra zum Bahnstreik.

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Interview mit Verdi-Sprecher Andreas Splanemann zum Streik im Nahverkehr

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