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Auto & Mobiles S-Bahn-Chef will Anschluss bis Nauen
Thema Specials Auto & Mobiles S-Bahn-Chef will Anschluss bis Nauen
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09:16 16.06.2015
Seit 1998 steuert die S-Bahn wieder Spandau an. Ab 1980 war die Bahn nur noch bis Westkreuz gefahren. Quelle: dpa
Falkensee/Nauen

Ein neuer, alter Vorstoß sorgt für Diskussionen: Peter Buchner, Geschäftsführer der S-Bahn GmbH, spricht sich für die Verlängerung der Berliner Stadtbahn bis Nauen aus. Am Wochenende hatte er das öffentlich angekündigt.

Betroffene Kommunen sehen S-Bahn-Anschluss skeptisch

Mit einem „Oh, ne“ reagierte Wilhelm Garn (CDU), Bürgermeister von Brieselang. Die Kommune liegt zwischen Falkensee und Nauen – alle drei Orte wären von dem Buchner-Idee betroffen. „Wir wollen keine S-Bahn“, sagte Garn zur seit Jahrzehnten geführten Debatte. Es sei mühselig, die ollen Kamellen immer wieder hervorzuholen. „S-Bahn bedeutet lange Fahrzeiten für die Pendler, das liegt nicht im Interesse der hier Lebenden“, sagte er. Für ihn sei wichtig, den Ausbau eines dritten und vierten Gleises für die Bahn in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen. Über entsprechende Anträge werden die Brieselanger Abgeordneten am Mittwoch beraten.

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S-Bahn-Chef Peter Buchner schlägt vor, die S-Bahn-Trasse von Spandau bis Nauen zu verlängern. Unter den Politikern des Havellandes löst diese Idee, die nicht ganz neu ist, kontroverse Diskussionen aus. In Brieselang und Nauen hatte man sich in den vergangenen Jahren eher für ein drittes Regionalbahngleis eingesetzt. Aber was sagen die Havelländer?

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Die Falkenseer haben dazu bereits auf dem jüngsten Stadtentwicklungsausschuss debattiert. Dort standen zwei unterschiedliche Anträge zur Debatte. „Eine Verlängerung der S-Bahn über Berlin Spandau hinaus auf Brandenburger Gebiet wird abgelehnt“, heißt es im Antrag von CDU und Grüne/Abü , die Fraktionen setzen sich für den schnellen aus Bau der Hamburger Bahn auf der Strecke von Nauen nach Spandau ein.

Häufigere und schnellere Zugverbindungen statt S-Bahn

Das entspricht auch dem Anliegen der Bahn AG im Bürgerverein Finkenkrug. Ihr Sprecher Benno König ist selbst Falkenseer Pendler: „Wir setzen uns für einen schnellen und zuverlässigen Regionalverkehr ein.“ Die Finkenkruger Bahn AG arbeitet dabei mit dem Aktionsbündnis „Pro Regionalverkehr Osthavelland“ zusammen. „Wir fordern eine halbstündige, schnelle Verbindung von allen Bahnhöfen zur Berliner City“, sagt er. „Falkensee sollte den Ausbau unterstützen und nicht weitere S-Bahn-Gutachten fordern, das wäre eine Blockadehaltung.“

SPD-Politikerin schlägt Bürgerbefragung vor

Das sehen Teile der Falkenseer SPD ganz anders. Sie haben für die Stadtverordnetenversammlung am 24. Juni einen eigenen Antrag vorbereitet, in dem sie fordern: „Schienenverkehr zwischen Osthavelland und Berlin verbessern!“ Was das genau heißt, soll untersucht werden. „Wir sind für eine optimale Anbindung, muss nicht S-Bahn sein, kann aber“, formulierte Verkehrsexperte Wolfgang Jähnichen (SPD) den Blickwinkel der Fraktion. Die Bürger per Briefwahl befragen, das schlägt seine Parteikollegin Petra Hey vor.

S-Bahn

Die Berliner S-Bahn verfügt über ein Streckennetz von insgesamt 331,5 Kilometern mit 15 Linien, von den 166 Bahnhöfen befinden sich 33 im Land Brandenburg.

Die Stadtschnellbahn, die als S-Bahn bezeichnet wurde, ist neben der Hamburger S-Bahn die einzige in Deutschland, die (seit 1924) mit Gleichstrom aus einer seitlich angebrachten Stromschiene betrieben wird.

Von 1951 bis 1961 war Falkensee an das S-Bahn-Netz angeschlossen.

Der Nutzen der Verlängerung der S-Bahn von Spandau nach Falkensee beziehungsweise Finkenkrug wurde in einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Bundesregierung sowie der Länder Berlin und Brandenburg begründet. Im März 2008 wurde dem Projekt ein Kosten-Nutzen-Faktor von 1:1,31 bescheinigt.

Nicht nur am Bundesverkehrswegeplan wird derzeit gearbeitet, auch der Landesnahverkehrsplan wird neu erarbeitet. 2018 soll er formuliert sein. „Die S-Bahn ist rund um Berlin ein Thema, nicht nur in Nauen, auch in Velten und Hennigsdorf“, bestätigte Steffen Streu, Pressesprecher des brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, zur Zeit werden die Grundlagen – bedarf, Kosten, Möglichkeiten – untersucht, auch mit Blick auf die S-Bahn. Dabei werden die Kommunen mit einbezogen.

Das Meinungsbild aus Nauen fasst Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) schon mal kurz zusammen: „Stabile und schnelle Regionalbahn – das wäre wichtig für die Pendler.“ Und dann macht er gleich noch eine weitere Forderung auf: „Wichtiger wäre für uns, dass Nauen in den Bereich des C-Tarifs kommt. Der endet bis jetzt hinter Brieselang.“

Von Marlies Schnaibel

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