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Bauen & Wohnen Doch kein Kahlschlag in Stöffin
Thema Specials Bauen & Wohnen Doch kein Kahlschlag in Stöffin
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00:18 18.03.2016
Die alten Kopflinden wurden seit vielen Jahren nicht mehr richtig beschnitten. Quelle: Reyk Gunow
Stöffin

Die Aufregung war offenbar umsonst. Warum Ortvorsteher Harald Krumhoff überhaupt im Bauausschuss derartig Alarm geschlagen hat, versteht Neuruppins Baudezernent Arne Krohn immer noch nicht. Ja, es müssen in Stöffin aller Voraussicht nach einige Bäume gefällt werden. „Aber ein Kahlschlag droht dort nicht“, versicherte Krohn am Dienstag in einem Pressegespräch.

Er reagierte damit auf eine Forderung mehrere Ortsvorsteher, die drohende Massenfällung in dem Neuruppiner Ortsteil zu stoppen. Im Bauausschuss hatte sich Ortsvorsteher Krumhoff vor gut einer Woche echauffiert, die Stadtverwaltung plane, 90 Prozent aller Bäume im Dorf abzuholzen (die MAZ berichtete). Krumhoff fürchtete um das Ortsbild, wenn die vielen alten Linden verschwinden die seit Jahrzehnten den Ort prägen. Sven Deter, Ortsvorsteher in Wulkow und Stadtverordneter für die CDU, forderte sogar, die Stadtverordneten müssten per Beschluss die Baumwarte in die Schranken weisen, wenn sie zu viele Fällungen anweisen.

Viele Bäume in Neuruppin sind schwer geschädigt, sagt Baumpfleger Hendrik-Hans Hüttich (l.). Wie hier an der Fehrbelliner Straße sieht es auch andernorts aus. Quelle: Reyk Grunow

Krohn gab sich entsetzt. Es könne keine Rede davon sein, dass 90 Prozent aller Bäume in Stöffin gefällt werden. „Von den etwa 300 Bäumen in Stöffin wurde überhaupt erst 50 begutachtet“, sagt Krohn. Und von denen seien lediglich vier so schwer geschädigt, dass sie nicht stehen bleiben können, sagt Neuruppins Chefbaumpfleger Hendrik-Hans Hüttich. Er hofft, bis zum Ende des Monats auch die restlichen Bäume in Stöffin in Augenschein nehmen zu können, so dass danach feststeht, wie viele wirklich fallen müssen.

Die Aufregung aus den Ortsteilen offenbart ein Problem: Die Stadt hat sich über Jahrzehnte zu wenig um ihre Bäume gekümmert. Das hatte auch Amtsleiterin Marga Reinus schon eingeräumt. Erst vor Kurzem hatten die Stadtverordneten eingesehen, dass die Fontanestadt mehr tun muss und erst einen zweiten, dann einen dritte Baumwart genehmigt. Die dritte Stelle ist gerade ausgeschrieben.

Neuruppin hat 30 000 Bäume, die kontrolliert werden müssen

Die drei sollen alle 30 000 Bäume der Stadt regelmäßig auf ihre Standsicherheit prüfen. Oberste Maßgabe ist die Sicherheit der Bürger. Die muss immer gewährleisten werden. Am besten, indem auch alte und kranke Bäume stehen bleiben können. Nur wenn es sich überhaupt nicht mehr lohnt oder die Gefahr zu groß ist, darf die Kettensäge angesetzt werden. „Die Bäume sind Neuruppins großer Schatz“, findet Hüttich. Und der muss gerettet werden, wo immer das mit vertretbarem Aufwand möglich ist.

Im Falle von Stöffin hofft die Stadt, dass ein großzügiger Beschnitt der Baumkronen Hilfe bringt. Die meisten der alte Straßenbäume waren einmal sogenannte Kopflinden. Das heißt, dass regelmäßig alle Äste bis auf den Stamm eingekürzt wurden. Nur ist der letzte Schnitt schon geschätzte zwanzig Jahre her. Seitdem wachsen die Äste immer weiter. Inzwischen sind sie so dick, dass ein Rückschnitt zur Kopflinde für viele Bäume wohl den Tod bedeuten würde.

Die Kopflinden brauchen alle zwei Jahre einen Schnitt

Kopflinden müssten regelmäßig gestutzt werden, spätestens alle zwei Jahre, sagt Krohn. Dann könnte die Bäume diese Kur auch verarbeiten. Werden die dicken Äste jetzt aber nach so langer Zeit radikal amputiert, dann sind die Wunden so groß, dass die Bäume sie von selbst nicht mehr schließen können. Von oben dringen Pilze ins Holz ein und der Stamm beginnt zu faulen. Deshalb soll in Stöffin an den einstigen Kopflinden kein Radikalschnitt mehr erfolgen sondern eher ein gemäßigter. In der Hoffnung, dass das hilft.

Wo eine Fällung nicht zu vermeiden ist, soll nachgepflanzt werden, auch das versicherte Krohn am Dienstag. Das ist wegen der vielen Leitungen im Boden oft nicht einfach. Über Gasrohren dürfen gar keine neuen Bäume gepflanzt werden. Auch in Stöffin gibt es solche Rohre. Die liegen allerdings so, dass eine sogenannte Rhizomsperre eingebaut werden könnte, um die Rohre vor den Wurzeln zu schützen. Bei einer Neupflanzung wäre das sinnvoll, sagt Hüttich. Die jetzigen Bäume sind so alt, dass eine solche wurzelfeste Schutzschicht in der Erde nichts mehr bringen würde.

Wenn Leitungen neu verlegt werden, dann darf das in Neuruppin künftig nicht mehr im Traufbereich von Bäumen erfolgen, hat Vize-Bürgermeister Arne Krohn bereits angeordnet.

Von Reyk Grunow

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