Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Bauen & Wohnen FH-Campus hat bald „zweieiige Zwillinge“
Thema Specials Bauen & Wohnen FH-Campus hat bald „zweieiige Zwillinge“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:05 03.03.2016
Guck mal, wer da hämmert. Feierliches Richtfest des FH-Anbaus. Quelle: Köster
Bornstedter Feld

Sogar auf den fabrikneuen Hämmern, mit denen die Honoratioren die symbolischen Nägel in einen Holzbalken trieben, war in winziger schwarzer Schrift das historische Datum eingeprägt: „Richtfest 3. März 2016, Fachhochschule Potsdam, Neubau Anbau 2“. Kulturministerin Sabine Kunst (SPD), Finanzminister Christian Görke (Linke), Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), FH-Präsident Eckehard Binas und Architekt Dirk Weichselsdorfer griffen am Donnerstagvormittag beherzt zu den Hämmern und spielten für ein paar Minuten „Bob, der Baumeister“.

BLB-Chef John: „Wir sind im Finanz- und Zeitplan.“

Auch sonst wurden beim Richtfest für den zweiten Anbau an das Labor- und Werkstattgebäude an der Kiepenheuerallee so richtig Nägel mit Köpfen gemacht. „Wir sind absolut im Finanz- und Zeitplan“, konnte Norbert John, Technischer Geschäftsführer des Brandenburgischen Landesbetriebs für Liegenschaften und Bauen (BLB), ins Mikrofon hinein verkünden.

Eine Botschaft, die nicht nur Christian Görke freute, dessen Ministerium den Elf-Millionen-Bau finanziert. Auch Stadtoberhaupt Jakobs dürfte zufrieden sein. Schließlich hat der viergeschossige Flachbau im Bornstedter Feld direkte Auswirkungen auf die Entwicklungen in der Potsdamer Mitte. Die Einweihung des Anbaus im Februar 2017 bedeutet nämlich, dass einem Leerzug des bisherigen Fachhochschulgebäudes am Alten Markt bis Spätsommer 2017 nichts mehr im Wege steht. Der Umzug startet im Frühling 2017.

Guten Flug: Die Richtkrone wird hinaufgezogen. Quelle: Köster

Der Neubau im Bornstedter Feld bietet Platz für Lehr- und Arbeitsräume für gestalterische Aufgaben und für Büro- und Beratungsräume für das Lehr- und Wissenschaftspersonal insbesondere der Studiengänge Architektur und Städtebau, Konservierung und Restaurierung sowie Kulturarbeit. Im Erdgeschoss befindet sich das Foyer, das mit den drei anschließenden Seminarräumen Platz für fachbereichsübergreifende Veranstaltungen bietet. Zusätzlich soll es im Untergeschoss einen Serverraum mit Datentresor für den Gesamtcampus geben.

Im gegenwärtigen Zustand macht der Bau von außen natürlich noch nicht sehr viel her. Beton ist nun einmal kein Augenschmeichler. Dirk Weichselsdorfer, Geschäftsführer des Architekturbüros „Becher+Hatzijordanou“, konnte am Donnerstag aber bereits anschaulich schildern, wie sich der fertige Neubau später den Betrachtern präsentieren wird: Die leicht grünlich schillernde Fassade hat eine halbtransparente Struktur. Durch das dahinter liegende Spiegelglas wird eine Tiefenwirkung erzielt. „Die Fassade bekommt so eine Lebendigkeit.“

Eine Art „zweieiiger Zwilling“ für den ersten Anbau

Das Gebäude wird eine Art „zweieiiger Zwilling“ für den ersten Anbau, den das 160 Meter lange Labor- und Werkstattgebäude im Jahr 2013 bekam. Die beiden Zubauten ragen spiegelbildlich im rechten Winkel aus dem geklinkerten Labor- und Werkstattgebäude heraus. Auch dieser erste Annex-Bau hat eine leicht verspiegelte Fassade, auf der am Donnerstag die Wolkenlücken des Frühmärzhimmels schön vorüberzogen.

Beim Bauen ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht

Die Vollendung des zweiten Annex-Baus bedeutet ein weiteres wichtiges Puzzle-Stück im Ensemble des FH-Campus am ehemaligen Kasernenstandort Pappelallee. Der Neubau ist nach dem Labor- und Werkstattgebäude (Fertigstellung 2002), dem Hauptgebäude aus dem Jahr 2009 und dem ersten Annex-Bau die vierte Neubaumaßnahme der Fachhochschule auf dem rund sechs Hektar großen FH-Gelände. Doch das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Zum einen müssen fast alle Altbauten kernsaniert werden.

Und: „Um den Flächenbedarf der Hochschule decken zu können, soll in den nächsten Jahren noch ein weiterer Neubau für Seminarräume, Büros und Forschungsflächen entstehen“, sagte Christoph Boden, Baubeauftragter der Hochschule, am Donnerstag.

FH-Präsident Binas’ Vision: Ein Klima-Campus

In der langfristigen Finanzplanung des Landes ist dieses Gebäude schon vorgesehen, sagte FH-Präsident Binas. Angepeilter Fertigstellungstermin: 2020/21. Auch ein Modell-Kindergarten soll dort in Kooperation mit der Stadt gegründet werden.

Binas’ Vision für die Zukunft ist ein „Klima-Campus“. Dazu gehören nicht nur die optimierte Energieversorgung, sondern beispielsweise auch ein Campusgarten.

Von Ildiko Röd

Der Berliner Unternehmer Abris Lelbach hat mit seinem Wohnbauprojekt an der Alten Fahrt am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung klar Schiffbruch erlitten. Fast einmütig wurde gegen eine Befreiung vom B-Plan gestimmt. OB Jann Jakobs (SPD) erklärte hingegen: „Das Votum hat keinen bindenden Charakter.“

03.03.2016
Bauen & Wohnen Mercure – Potsdams umstrittenstes Hotel - Was MAZ-Leser zum Abrissvotum sagen

Eine deutliche Mehrheit der Potsdamer Stadtverordneten hat sich am Mittwochabend für den Abriss des umstrittenen Mercure-Hotels ausgesprochen. Die Zukunft des markanten Baus gegenüber des Stadtschlosses wird unter MAZ-Lesern emotional diskutiert. Wir geben einen Überblick.

03.03.2016

Eine Zweitwohnung in Top-Lage? Die wird in Gransee möglicherweise bald richtig teuer. Nach einem Gerichtsurteil muss die Stadt ihre Satzung verändern. Es zählt nun nicht mehr nur die Ausstattung, sondern auch die Lage und die Art der Wohnung. Einem sachkundigen Bürger bereitet die Erhöhung „Bauchschmerzen“.

03.03.2016