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Bauen & Wohnen Junge Germendorfer verwurzelt im Dorf
Thema Specials Bauen & Wohnen Junge Germendorfer verwurzelt im Dorf
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17:31 19.06.2015
Dies könnte eine neue Adresse für Eigenheimbauer in Germendorf werden.. Quelle: Robert Roeske
Germendorf

In Germendorf passiert das, was sich andere Bürgermeister und Ortsvorsteher auf dem Lande nur zu sehr wünschen. Bei Olaf Bendin klopfen oft junge Leute an und sagen: „Wir würden gern hier wohnen bleiben.“ Und der Ortsvorsteher würde für sie gern Wohnungen, Mietshäuschen oder Baugrundstücke aus dem Ärmel schütteln. Aber das kann er nicht. „Jede Woche bekomme ich Anfragen von jungen Leuten, die im Dorf bleiben oder herziehen wollen“, erzählt Bendin. Die Infrastruktur ist nahezu perfekt: Kita, Schule, Jugendklub, Feuerwehr, Supermarkt liegen im Dorf. Die direkte Anbindung an die B 96 und Oranienburg direkt vor der Tür.

Oft sind es die Kinder von alteingesessenen Germendorfer Familien, die im Dorf bleiben wollen. Doch in den seltensten Fällen kann der Ortsvorsteher weiterhelfen. „Ich hab ja nicht mal mehr Einfluss auf die Mietwohnungen in den Blöcken.“

Das Pfarrhaus am Dorfanger ist eines der Gebäude, das den Dorfkern prägt. Quelle: Andrea Kathert

Vor der Eingemeindung von Germendorf nach Oranienburg konnte noch der Ortsbürgermeister selbst ein Wörtchen mitreden. Jetzt kümmert sich die städtische Wohnungsgesellschaft um die Mieter am Birkenwäldchen.

Auch das neue Baulückenkataster, das die Stadt vor kurzem für Oranienburg mit seinen Ortsteilen aufstellte, bringt für Olaf Bendin nicht die gewünschte Lösung. „Das Kataster finde ich gut“, sagt Bendin, um das mal klarzustellen. 31 Baulücken werden für Germendorf ausgewiesen. Aber: „Das sind sogar weniger als in Malz“, meint der Ortsvorsteher. Und Malz ist der kleinste der Oranienburger Ortsteile. In dem Kataster sind etliche Grundstücke ausgewiesen, wo Bendin weiß, dass die Eigentümer kein Interesse am Verkauf haben. „Vielleicht bleiben zehn Baulücken übrig, das wäre schon viel“, peilt der Ortsvorsteher über den Daunen. Aber sonst gibt es in Germendorf keine Baugrundstücke. Eine Abwanderung gerade von jungen Leuten wollen die Germendorfer natürlich verhindern. Seit Jahren können sich die Einwohnerzahlen sehen lassen.

Einwohnerstatistik

Der Ortsteil Germendorf kann steigende Einwohnerzahlen aufweisen. So sieht die Entwicklung aus:

1995: 1 395 Einwohner

1997: 1 427 Einwohner

1999: 1 542 Einwohner

2001: 1 703 Einwohner

2003: 1 643 Einwohner

2005: 1 706 Einwohner

2007: 1 723 Einwohner

2009: 1 784 Einwohner

2011: 1 852 Einwohner

2012: 1 835 Einwohner

2013: 1 848 Einwohner

2014: 1 843 Einwohner

2015: 1 871 Einwohner

Dies ist der Stand vom 12. Juni 2015 laut Einwohnermelderegister der Stadt, ohne Zensus 2011

Wie dem auch sei, der Ortsbeirat unternimmt gerade einen Vorstoß, um eine Wohnbaufläche entwickeln zu lassen. Am Mühlensteig/Ecke Rhododendronweg liegt so ein Stückchen. Es reicht bis zum Land von Horst Eichholz. Fünf Bungalowgrundstücke liegen auf besagter Fläche, die könnten später dann auch bebaut werden. Neben städtischen Grundstücke gibt es auch private. Der Ortsbeirat findet es sinnvoll, dort etwas zu entwickeln. Für zehn bis zwölf Eigenheime würde das Fleckchen reichen. „Man könnte einen B-Plan drüber legen und ordentliche Zuwegungen machen“, ist Bendins Hoffnung. Die Stadt soll nun prüfen, ob das machbar ist. Bendin selbst hat als Privatperson gerade ein ähnliches Vorhaben an der Straße zum alten Bahnhof auf den Weg gebracht. Auch dort sollen Grundstücke für Eigenheime entstehen.

Die erste Hürde hat der Antrag des Germendorfer Ortsbeirates schon mal gemeistert. Die meisten Mitglieder des Bauausschusses stimmten dem Vorstoß der Germendorfer zu.

Von Andrea Kathert

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