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BER Flughafen Ein Bett im BER-Feld
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22:19 08.08.2014
Der Landesvorsitzende der Grünen, Benjamin Raschke, protestiert für ein Nachtflugverbot am BER. Quelle: dpa
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Schönefeld

In einem Bett vor dem neuen Flughafen in Schönefeld setzt sich der Brandenburger Grünen-Chef Benjamin Raschke den ganzen Freitag für eine Ausweitung des Nachtflugverbots von 22 Uhr bis 6 Uhr ein. Ausgestattet mit Ohrschützern und einer Nachtmütze ist er für einen langen Nachmittag gut gerüstet. Er möchte damit auf die anfallende Lärmbelästigung aufmerksam machen, sobald der Flughafen in Schönefeld eröffnet wird.

Lärmschutz darf kein Lippenbekenntnis sein

Sind die Arbeiten auf der Großbaustelle abgeschlossen, sollen bis zu 25 Millionen Menschen jedes Jahr in Schönefeld landen. Starten und landen die großen Flugzeuge, liegen 4700 Wohnungen und Häuser entlang der Einflugschneise. Rund um den neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld warten mehr als 23 000 Haushalte auf ausreichenden Schallschutz. Tausende Anträge müssen noch bearbeitet werden. Obwohl bis Oktober alle Schallschutz-Anträge vom Tisch sein sollten, hieß es kürzlich, dass die Bearbeitung bis Ende des Jahres andauern könnte. 

„Der Schallschutz müsste bei den Verantwortlichen für den Flughafen höchste Priorität haben. Die Realität sieht aber anders aus", sagt Raschke. Das Programm wird nach seiner Ansicht fehlerhaft umgesetzt. Außerdem entscheide man im Zweifel nicht zum Wohl der Anwohner. "Der Lärmschutz am Flughafen BER darf kein Lippenbekenntnis bleiben", so der Politiker.

Die Flughafengesellschaft hat den Schallschutz jahrelang stiefmütterlich behandelt und zu schwach dimensioniert. Veranschlagte 139 Millionen Euro stehen inzwischen 730 Millionen gegenüber, bestätigte Flughafenchef Hartmut Mehdorn im Frühjahr.

Schlafstörungen durch Fluglärm

Doch Baumaßnahmen zum Schallschutz allein reichen dem Landesvorsitzenden der Grünen nicht aus. „Die Bürger müssen in der Nacht wirksam vor dem Fluglärm geschützt werden“, sagt Raschke. Erst kürzlich habe der Deutsche Ärztetag darauf hingewiesen, dass Flug- und Straßenlärm der Gesundheit schade und somit auch erhebliche volkswirtschaftliche Schäden verursache. Raschke möchte bis in den späten Abend am Flughafen ausharren.

MAZonline

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