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BER Flughafen Experten für Umzug zum BER gesucht
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11:19 18.08.2014
Quelle: dpa
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Potsdam/ Schönefeld

Linken-Spitzenkandidat Christian Görke will sich am Montagmittag über die Fortschritte beim Schallschutz am neuen Hauptstadtflughafen informieren. Im Rahmen seiner Brandenburg-Tour vor der Landtagswahl spricht der Finanzminister zunächst mit Vertretern der Flughafengesellschaft (FBB) über Wege zur Beschleunigung der Verfahren. Anschließend ist ein Besuch bei betroffenen Anwohnern geplant.

Rund um den Flughafen in Schönefeld haben etwa 23.500 Anwohner Anspruch auf Schallschutz. Die meisten von ihnen warten unter anderem noch auf dämmende Fenster. Laut Flughafengesellschaft haben inzwischen von 19.000 Antragstellern 7300 einen Bescheid erhalten, sie könnten nun Handwerker beauftragen. Linke-Politiker Görke sitzt auch im Aufsichtsrat der FBB.

Vom raschen Fortschritt beim Lärmschutz hängt für den Betreiber viel ab. Flughafenchef Hartmut Mehdorn will 2015 die Südbahn in Betrieb nehmen, damit die Nordbahn saniert werden kann. Von ihr starten die Flugzeuge vom bestehenden Flughafen Schönefeld nebenan. Der Plan funktioniert aber nur, wenn die Anwohner ausreichend gegen den Lärm geschützt sind.

Der Umzug wird (wieder mal) geplant
Es wird Straßensperren geben, tonnenschwere Zugmaschinen im Konvoi – ein wenig Ausnahmezustand in Berlin. Wenn der Flugbetrieb von Tegel nach Schönefeld umzieht und der neue Hauptstadtflughafen BER in Betrieb geht, wird das ganze Land hinsehen. Nichts darf dann schief gehen, nicht nach all dem Ärger, den Deutschlands berüchtigtste Baustelle schon produziert hat.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat deshalb schon jetzt mit der Vorbereitung begonnen – obwohl der Umzugstermin noch in den Sternen steht. 1500 Lastwagenfahrten werden auf der 35-Kilometer-Strecke von Tegel nach Schönefeld nötig sein, 150 Flughafennutzer sind zu koordinieren, wie es in der Ausschreibung heißt, mit der Mehdorn seit Kurzem europaweit so etwas sucht wie ein Umzugsunternehmen.

Den Umzug planen, bevor der Einzugstermin feststeht? Der zweite Schritt vor dem ersten? Nein. Denn der Vorlauf ist enorm. „Nach dem derzeitigen Planungsstand kann von einem projektbegleitendem Einsatz im Zeitraum von 53 Wochen vor und 3 Wochen nach der geplanten Flughafeninbetriebnahme ausgegangen werden“, lässt Mehdorn wissen.

Schon einmal hatte die MAZ über den geplanten Umzug zum BER geschrieben.

Zwar erlauben solche Ausschreibungen keine Rückschlüsse auf den Zeitplan, wie Flughafensprecher Ralf Kunkel betont; Termine will Mehdorn erst Ende des Jahres nennen. Der 72-Jährige betont jedoch, er besitze schon einen Zeitplan, der quasi tagesgenau sei, aber geheim bleibe, bis der Eröffnungstermin hundertprozentig sicher sei.

Technikprobleme, Fehlplanungen und Baumängel verhindern den Flughafenstart nun seit fast drei Jahren. Ein Start vor Herbst 2016 gilt als unwahrscheinlich.

Doch solange kann die Umzugsplanung nicht warten. Schon steht fest: Nicht alles muss erst in der „Nacht der Nächte“ vor dem ersten Flugtag rüber. Die „Kernumzüge“ sollen acht Wochen vorher starten. Mehdorn will das Vorhaben möglichst entzerren, das Konzept von 2012 soll „grundlegend überarbeitet“ werden, heißt es. Das ist schon deshalb nötig, weil Mehdorn plant, den alten Flughafen Schönefeld weiterzubetreiben. Weil es im Neubau vom Start weg eng wird, soll der alte DDR-Zentralflughafen durchhalten. Ob der Plan durch den Aufsichtsrat kommt, ist aber noch offen. In der Bundesregierung gibt es Bedenken.

Schon mit seinem Plan für eine Teileröffnung des BER war Mehdorn im Kontrollgremium abgeblitzt. „Wir müssen alle schrittweise auf den Countdown einstimmen“, hatte er geworben. Die Möglichkeiten, den Umzug zu entzerren, sind aber begrenzt. „Es muss alles bis zur Schließung Tegels dort bleiben, damit wir dann über Nacht umziehen können“, erklärt Wolfgang Weber, der Sprecher der Lufthansa, dem zweitgrößten Berliner Flughafennutzer nach Air Berlin.

Von Burkhard Fraune

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