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Brandenburg soll Angelparadies bleiben

Lösung im Streit um Gewässernutzung gesucht Brandenburg soll Angelparadies bleiben

Brandenburgs Angler fürchten um einen Teil ihrer Gewässer. Bei der jährlichen Verbandssitzung äußerten sie am Wochenende die Befürchtung, dass Seen nach der Unterschutzstellung für die Petrijünger verloren gehen.

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Die MAZ sucht den "Fisch des Jahres".

Quelle: dpa

Rangsdorf. Brandenburgs Angler fürchten um einen Teil ihrer Gewässer. „Wenn wir nicht aufpassen, halten die Naturschutzverbände ihre Hand auf die Seen“, sagte der Präsident des Landesanglerverbandes, Eberhard Weichenhan, am Samstag bei der jährlichen Verbandssitzung in Rangsdorf (Teltow-Fläming). „Die Seen werden unter Schutz gestellt und gehen den Anglern verloren.“

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Aber Angeln heiße nicht bloß Fische aus dem Wasser ziehen. Die Mitglieder des Verbandes kümmern sich um den Gewässerschutz, achten darauf, dass es genug Fische gibt, und greifen regulierend ein, wenn bestimmte Arten gefährdet sind, so Weichenhan. Die Hege gilt sogar Kleinfischen wie Bitterling, Moderlieschen und Elritze. „Wirtschaftlich sind sie unbedeutend, aber sie gehören ins Brandenburgische Biotop.“ Man dürfe die Seen auch aus solchen Gründen nicht sich selbst überlassen, erklärte der Verbands chef.

Fisch des Jahres

Der Wettbewerb von MAZ, Landesanglerverband und Angelfachgeschäft Angeljoe läuft bis 31.12. Es gewinnen die längsten Fische in 13 Kategorien. Anzugeben sind Name, Adresse, Telefonnummer, Fischart, Länge, Gewicht, Fangdatum und -ort sowie Name eines Zeugen. Erforderlich ist ein Foto mit Zollstock neben dem Fisch. Gewertet werden Fänge aus Brandenburger Gewässern außer Forellenteichen. Zudem gibt es die Kategorie deutsche Ostsee und Boddengewässer. Bitte Kennwort nicht vergessen!

Einsendungen an:

Märkische Allgemeine
„ Fisch des Jahres “
Friedrich-Engels-Straße 24,
14473 Potsdam oder
fischdesjahres@MAZ-online.de

Doch im Naturpark Uckermärkische Seen gebe es bereits Angelverbote. Der sogenannte Besatz, also das Aussetzen von gekauften Fischen wie Forellen, sei untersagt. Mit dieser Methode soll der Bestand erhalten werden. „Aber das darf in den geschützten Seen nicht mehr passieren“, so Weichenhan. „Selbst die Wege zu den Ufern werden gesperrt.“ Weichenhan spricht von „Schlagbaumpolitik“. Er sei sich im Klaren, dass der Anglerverband mit den Naturschützern Kompromisse eingehen muss. „Aber man sollte die Verhältnisse wahren.“

Um Seen und Flüsse für Angler zu gewinnen, will der Verband auf die Kommunen zugehen. Diese sollen Gewässer kaufen, für die der LAVB das Geld nicht hat. Doch für eine Pacht würden die Mittel ausreichen. Das Geld könnte zurück in die Gemeindekassen fließen. Zudem kümmern sich die Angler fachmännisch um den Unterhalt des Sees. „Das Modell wollen wir zusammen mit den Kreisangelverbänden umsetzen, die vor Ort die Leute kennen.“

Auch nach dem Willen von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sollen Brandenburger Seen weiterhin zugänglich und auch für den Angelsport nutzbar bleiben. Das Land solle ein „Anglerparadies” bleiben, erklärte er bei der Tagung. Die bisher für ein Jahr geltenden Pachtrechte sollen auf zwölf Jahre ausgedehnt werden. Das Land hatte vom Bund 65 Seen für 3,74 Millionen Euro abgekauft. 20 Seen sollen in Landeshand bleiben, der Rest an die Kommunen übertragen werden.

Der Verband hat auch Erfolge bei der Nachwuchsarbeit zu verzeichnen. Über 7000 Nachwuchs-Angler gehören dem Verband an, allein 2013 sind 325 Kinder und Jugendliche hinzugekommen. Mittlerweile sind insgesamt 76700 Brandenburger Angler im Verband organisiert. Seit 2006 können Petrijünger ihre Ruten im Land ohne Schein auswerfen – das beschert Zulauf.

Auch mit Blick auf die Wanderfische wie Stör, Lachs und Meerforelle gibt es gute Nachrichten. „Diese Fische waren seit Jahrhunderten ausgestorben. Wir haben es geschafft, sie wieder anzusiedeln“, so Weichenhan.

DREI FRAGEN AN . . .

MAZ: Sie wehren sich gegen die Forderungen mancher Naturschutzverbände. Was ist da los?
Eberhard Weichenhan: Die Naturschützer möchten Gewässer, die einen Schutzstatus haben, weil sie sich im Biosphärenreservat oder Naturpark befinden, unter besonderen Schutz stellen. Bootsangeln ist dann verboten, Wege zu den Ufern werden ungangbar gemacht. Die Seen sollen sich selbst überlassen bleiben. Diese Forderungen halten wir vom Anglerverband für überzogen.

Stimmt es, dass der Anglerverband mit den Kommunen gemeinsame Sache machen will?
Weichenhan: Wir wollen, dass die Kommunen vermehrt Gewässer kaufen. Bisher scheuen sie davor zurück, weil Erwerb und Unterhalt teuer sind. Aber wenn der Anglerverband die Fischereirechte pachtet, fließt Geld in die Gemeindekasse zurück. Für den teuren Unterhalt der Seen kämen die Angler dann auch mit auf. Und wir gewinnen wieder neue Angelfreunde dazu. So wäre jedem geholfen.
Welche Anstrengungen unternehmen Sie vom Anglerverband aus, um Wanderfische wie Stör und Lachs in Brandenburg wieder heimisch zu machen?
Weichenhan: Wir setzen seit 20 Jahren Jungtiere in unseren Seen aus, vor allem in der Prignitz. Im Erwachsenenalter schwimmen sie von hier ins Meer, kommen aber zum Ablaichen zurück. Wir können schon erste Erfolge verzeichnen. Aber man darf nicht zu viel erwarten, das ist ein Prozess, der noch lange dauern wird.

Interview: Dietrich von Schell | Info:Eberhard Weichenhan seit der Gründung 1990 Präsident des Landesanglerverbandes Brandenburg.

Von Dietrich von Schell

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