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Jugendanglerfest 2016 in Töplitz

Hunderte am Ufer des Sacrow-Paretzer-Kanal Jugendanglerfest 2016 in Töplitz

360 Kinder und Jugendliche trafen sich mit ihren Familien zum 16. Junganglerfest am Sacrow-Paretzer Kanal. Das landesweite Treffen ist ein Höhepunkt des Angelverbandsjahres. Die Anglerjugend wüsste eben noch, „dass man Fischstäbchen nicht aus dem Kanal zieht“ und vor allem auch, „dass Fische Lebewesen sind“, sagt der Sprecher des Anglerverbands.

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Die Jungangler sitzen sehr konzentriert am Ufer des Sacrow-Paretzer-Kanals mit teil mächtigen Ruten.

Quelle: Braun

Töplitz. Aus allen Himmelsrichtungen sind sie gekommen. „Angelverein Dreetz“ oder „Mühlenberg“ oder „Wieseneck“ steht auf grünen, blauen und orangefarbenen T-Shirts. Schon frühmorgens sind sie aufgebrochen und haben sich in den Autos ihrer Eltern über den nur halb befestigten Feldweg bei Töplitz bis zum Festgelände vorgekämpft, um ja nicht die offizielle Eröffnung kurz nach sieben Uhr zu verpassen. Jetzt sitzen sie hier sehr konzentriert bei strahlendem Sonnenschein, aufgereiht wie die Perlen auf der Schnur am ebenso schnurgeraden Ufer des Sacrow-Paretzer-Kanals mit teilweise mächtigen Ruten, mal auf hochsitzartigen Metallständen, mal auf bloßen Steinen. Auf hunderten von Metern entlang des künstlichen Fließgewässers reiht sich an diesem schönen Sonnabend im Juli Brandenburgs Anglerjugend auf.

Als Deutschland größtes Jugendanglerfest überhaupt bewirbt der Landesanglerverband Brandenburg (LAVB) seinen Kinder- und Jugendtag. Wer versucht, die ins Wasser hängenden Angelruten zu zählen, glaubt es gerne. Zum 16. Mal findet er an diesem sonnigen aber zum Glück nicht zu heißen Sonnabend am Kanal statt. Rund 360 Kinder- und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren sind diesmal mit ihren Familien aus ganz Brandenburg angereist, schätzt Hauptgeschäftsführer Andreas Koppetzki. Einer von ihnen ist der gerade mal 12 Jahre alte Fabio Großmann. Seine acht Meter lange Angel schwingt er wie ein Großer. Und auch das Anfüttern mit den Futterkugeln macht Fabio sehr entschlossen. Kein Wunder zappeln in seinem Eimer schon einige Fische.

Fabio Großmann mit seinem Fang

Fabio Großmann mit seinem Fang

Quelle: Braun

Dabei angelt Fabio heute eigentlich zum ersten Mal selbst eigenhändig. Angestiftet hat ihn sein Onkel Armin Großmann, seit Jahren passionierter Angler, den Fabio auch schon mal beim Ostseeangeln begleitete. Mit Bruder, Schwägerin und eben dem Neffen ist Großmann aus dem weit entfernten Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) angereist. Jetzt gibt er dem Jungen aus einiger Entfernung Hinweise. „Und noch einen“, ruft er und meint damit den ballartigen Fischköder, den Fabio prompt ins Wasser wirft.

Grundeln aus dem Schwarzen Meer

76 000 Mitglieder in 1400 Vereinen hat der Landesanglerverband Brandenburg (LAVB) in Berlin und Brandenburg.

Brandenburg gilt als das gewässerreichste Bundesland Deutschlands. Es gibt über 3000 natürlich entstandene See. Weiterhin existieren über 33000 Kilometer Fließgewässer, deren größter Teil künstlich angelegte Entwässerungsgräben und andere Kanäle wie der Sacrow-Paretzer-Kanal sind.

17 Prozent der fischereilich derzeit nutzbaren Gewässerfläche des Landes stehen unter der Hegepflicht des Landesanglerverbands.

14500 Hektar zählt nach Angaben des Verbands die Gewässerfläche, die von seinen Mitgliedern beangelt werden können. In Ihnen fänden sich die 20 Hauptfischarten des Landes. Im Sacrow-Paretzer Kanal wimmelt es vor Bleien und Güstern. Aber auch Plötze und aus dem Schwarzen Meer eingewanderte Grundeln kommen vor.

Einen Riesenspaß macht dem Jungen seine erste eigene Angelerfahrung. Dabei seien die Ausflüge mit dem Onkel bisher nur ein Nebenhobby gewesen. „Sonst spiele ich Fußball, aber heute wollte ich das selbst mal probieren“, sagt Fabio. Er hat sich extra auf das Event vorbereitet. „Mit viel Liegestützen und so.“ Da ist es kein Wunder, dass er die Angel so gekonnt schwingt und nach zwei Stunden Durchlauf fünf Brassen und Rotaugen zur Waage trägt. Was ihn beim Angeln so fasziniere? „Wenn man einen Fisch an der Rute hat, dann zeigt er die Kraft, die er in sich hat.“ Auf jeden Fall will Fabio jetzt öfter fischen, auch wenn Fußball und Leichtathletik weiterhin seine Lieblingssportarten bleiben werden.

Solche Erlebnisse sind ganz im Sinne des LAVB-Hauptgeschäftsführers, der sich mit seinen Anglerfreunden meist am Empfang im schattigen Festzelt aufhält. „Wer weiß, wie Kinder heute ihre Freizeit verbringen, der findet es nicht schlecht, wenn sie nicht nur vor dem Rechner sitzen, sondern sich auch einmal in freier Natur bewegten“, sagt Andreas Koppetzki. Das landesweite Jugendtreffen nennt er einen Höhepunkt des Verbandsjahres. Die Anglerjugend hier wüsste noch, „dass man Fischstäbchen nicht aus dem Kanal zieht“ und vor allem auch, „dass Fische Lebewesen sind“. Nicht zuletzt bringe das Jugendtreffen die rund 1240 Einzelvereine des Verbandes dazu, „auch mal über den Tellerrand zu schauen“ und sich auszutauschen.

Der Ort bei Töplitz sei traditionell. Am Kanal könne man viele Angler gleichzeitig versammeln, es gebe Parkmöglichkeiten und auf der Wiese könne man Informationsstände und Spielmöglichkeiten wie Bogen- und Torwandschießen aufbauen. Jürgen Busalt ist einer dieser Standbetreuer. Schon zum dritten Mal ist Busalt eigens aus dem nordbadischen Viernheim angereist, um Angelruten des LAVB-Hauptsponsors „Mikado“ vorzustellen. „Phantastisch“, findet Busalt das märkische Junganglerfest. „Weil wirklich etwas geboten und drumherum informiert wird“, sagt er. Auch an seinen Stand kämen viele. Zum Beispiel hätten sich viele Jugendliche erkundigt, wie das so mit dem Feederangeln funktioniere. Dabei wird die Anfütterung nicht einfach ins Wasser geworfen, sondern an der Rute in einem Futterkorb festgemacht. Kinder lernten solche Trends meist von ihren Eltern, später in der Angelschule, oft dann auch im Verein.

Das sind Tipps, die Adrian Dinler längst nicht mehr nötig hat. Seit 17 Jahre angele er jetzt schon, sagt der junge Mann selbstbewusst. Das ist wohl übertrieben, denn Dinler zählt selbst gerade mal 17 Jahre. Aber schon nach 15 Minuten hat er seinen ersten Fisch aus dem Wasser gezogen und gleich darauf zappelt schon wieder eine Bleie im Käscher. Auf die Anfüttermischung komme es an, fachsimpelt Adrian Dinler. Außerdem fische er hier im Kanal stets knapp über dem Grund. Das Rezept für seine Wundermischung verrät Dinler natürlich nicht. Nur dass er gestern Abend noch fünf Stunden lang gekocht habe und ausschließlich unverquollenes Grundfutter verwende. Schon wieder beißt einer an. Ein kurzer Hieb mit einem Plastikstab auf den Kopf – und das betäubte Tier landet im Eimer. Da können auch Jungangler recht mitleidlos sein.

Vorne auf der Wiese, direkt vor dem Zelt des Discjockeys, werden auf einem Tisch inzwischen schon unzählige Medaillen gerichtet. Eigentlich gehe es beim Junganglerfest ja gar nicht um einen Wettbewerb, versichert Verbandssprecher Marcel Weichenhan. „Wir machen hier eigentlich nur Hegeangeln“, sagt er. Die Jugend solle Spaß am Angeln und der Natur haben. Trotzdem freuen sich die Jungen und auch die vielen angelnden Mädchen, wenn die Waage mit dem Fischeimer mal 530 statt nur 150 Gramm anzeigt. Ohne richtigen Köder geht es eben nicht, weder beim Mensch noch beim Fisch.

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„Fisch des Jahres 2016“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Märkischen Allgemeinen, des Landesanglerverbandes Brandenburg und des Angelfachgeschäftes Angeljoe in Potsdam, Neuruppin und Berlin.

Es geht um die längsten gefangenen Fische von Aal bis Zander.

Dabei gibt es eine Sonderkategorie: deutsche Ostsee und Boddengewässer. Die von dort gemeldeten Fische müssen von Brandenburger Anglern gefangen worden sein. Bitte beachten Sie die bestehenden Schonzeiten.

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Die Gewinner können sich auf attraktive Preise und ein Grillfest mit Angeln im Frühjahr 2017 freuen. Außerdem verlosen wir unter allen Teilnehmern Gutscheine für hochwertige Angelausrüstungen.

Gewertet werden spektakuläre Fänge bis 31. Dezember 2016. Wer teilnehmen möchte, sollte Namen, Adresse, Telefonnummer, Fischart, Länge, Gewicht, Fangdatum und -ort sowie den Namen eines Zeugen einsenden. Erforderlich ist ein Foto mit Zollstock neben dem Fisch. Gewertet werden Fische aus Brandenburger Gewässern.

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Von Rüdiger Braun

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