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Flüchtlinge „HelpTo“ für Flüchtlinge bald auch in Berlin
Thema Specials F Flüchtlinge „HelpTo“ für Flüchtlinge bald auch in Berlin
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08:33 19.10.2015
HelpTo koordiniert direkte Hilfe, die unbürokratisch bei Geflüchteten wie diesen Mädchen in der Heinrich-Mann-Allee ankommt.Friedrich Bungert
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Potsdam

Die in Potsdam entwickelte Internet-Plattform HelpTo zur Koordinierung von Flüchtlingshilfen ist gut gestartet. Anderthalb Wochen nach Freischaltung des webbasierten Anzeigen- und Kommunikationsportals wurden bereits mehr als 100 Angebote und rund 50 Gesuche eingetragen.

Lokale Sportvereine engagieren sich stark

„Damit sind wir sehr zufrieden“, sagte Volker Gustedt vom Neuen Potsdamer Toleranzedikt der MAZ. Der Verein hat das gemeinnützige Projekt initiiert. „Die meisten Angebote sind erwartungsgemäß Sachspenden“, so Gustedt, aber auch in den Bereichen Sprache und Freizeit finden sich zahlreiche Offerten. Besonders lokale Sportvereine wie der Fußballregionalligist SV Babelsberg 03 und der Handballdrittligist 1. VfL Potsdam engagieren sich sehr, berichtet der HelpTo-Sprecher. So erhielten geflüchtete Menschen Freikarten für Heimspiele und können am Training teilnehmen. Die wenigsten Inserate hingegen finden sich auf der nach acht Kategorien gegliederten Internetseite in den Sparten Arbeit und Wohnen. Doch auch das habe man erwartet, so Gustedt. Hier gäbe es bekanntermaßen eine Reihe rechtlicher Hindernisse, aber da HelpTo als ein langfristiges Projekt angelegt sei, das nicht nur kurzfristige Notsituationen überbrücken soll, sondern vom Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt als ein Instrument nachhaltiger Integration verstanden wird, ist man zuversichtlich, dass mit der Zeit auch Bewegung in diesen Bereich kommt.

Internetportal HelpTo

Flüchtlinge und Helfer kommen mittels HelpTo direkt in Kontakt. Die internetbasierte Anzeigen- und Kommunikationsplattform ist ein gemeinnütziges Projekt des Vereins Neues Potsdamer Toleranzedikt.

Die MAZ unterstützt HelpTo. Hier können Sie sich regelmäßig über das Portal, das in ganz Brandenburg eingeführt werden soll, informieren.

Kontakt zum Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt e.V.:

Telefon: 0331/ 58 39 04 70

E-Mail: kontakt@helpto.de

www.potsdamer-toleranzedikt.de

Feedback von den Nutzern erhält der Verein nur vereinzelt, da HelpTo den direkten Kontakt zwischen Bedürftigen und Anbietern zum Ziel hat. „Die, die sich bei uns gemeldet haben, berichten aber einhellig, dass es innerhalb kürzester Zeit zu persönlichen Treffen gekommen ist, und die Hilfe schnell angekommen ist“, so Gustedt. Nicht alle Flüchtlingsunterkünfte in Potsdam nutzen die Internetplattform bisher. „Aber das ist auch gar nicht unser Anspruch“, betonen die Macher. In vielen Einrichtungen – wie etwa in der Notunterkunft in der Heinrich-Mann-Allee – gäbe es funktionierende Strukturen, die man auch nicht ersetzen wolle, so das HelpTo-Team: „Wir machen den Aktiven lediglich das Angebot, zusätzlich zu Blogs und Mailinglisten HelpTo für sich zu nutzen.“

Anfang November startet HelpTo in Berlin

Nach Potsdam startete vergangene Woche auch in Königs Wusterhausen eine speziell auf die Bedürfnisse der Stadt zugeschnittene HelpTo-Seite. In zwei Wochen wird ein weiterer Internetauftritt für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin freigeschaltet. „Viele Landkreise und kreisfreie Städte in Brandenburg haben ihr Interesse bekundet“, so Volker Gustedt. Überregionale Anfragen kamen zum Beispiel aus Hannover, Magdeburg und Leipzig. Anfang November ist HelpTo für Berlin verfügbar. „Hier überlegen wir derzeit, ob es ein nach Bezirken geordnetes Angebot oder ein landesweites geben soll.“

Spender und Mitstreiter gesucht

Wie schnell HelpTo wachsen kann, ist davon abhängig, ob weitere Gelder fließen, sagt der Verein. Das Kernteam besteht aus nur acht Mitgliedern. Sie alle arbeiten ehrenamtlich. Bisherige Entwicklungskosten wurden aus Spenden finanziert. Zusätzliche Geldgeber für das Projekt sind nun ebenso gesucht wie weitere Mitstreiter. Studierende haben zum Beispiel die Möglichkeit, ihr Pflichtpraktikum hier abzuleisten. Auch die bereits fertiggestellten Seiten müssen noch redaktionell betreut werden, um Missbrauch einzudämmen.

Von Marcel Kirf

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