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Garnisonkirche in Potsdam Keine zentrale Haltung zum Wiederaufbau
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21:04 30.06.2014
Der Standort der ehemaligen Garnisonkirche in Potsda. Quelle: Ralf Hirschberger
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Potsdam

Mikhail Tkach als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Potsdam sagte am Montag, dass er persönlich dem Wiederaufbauprojekt zwar sehr kritisch gegenüberstehe, doch "für die Gemeinde kann ich nicht sprechen". Ud Joffe als Vorsitzender der Synagogengemeinde sagte: "Es gibt in unserer Gemeinde keine zentrale Haltung dazu. Ich sehe es auch nicht als Aufgabe, zu jeder gesellschaftlichen Frage als jüdische Gemeinde eine Meinung zu haben."

Wie berichtet, hat sich mit den Gesetzestreuen zum Wochenbeginn erstmals eine jüdische Gemeinde zum geplanten Wiederaufbau der Garnisonkirche geäußert. Die Erklärung des Vorstands rund um Shimon Nebrat ist eine scharfe Absage: "Schon allein das Vorhaben ... schadet dem nationalen und internationalen Ansehen der Stadt und sorgt für tiefste Enttäuschung bei weiten Teilen der jüdischen Bevölkerung." Unter Verweis auf den mit dem Händedruck Hitlers und Hindenburgs vor der Garnisonkirche symbolisierten "Tag von Potsdam" warnen die Gesetzestreuen davor, ein "Symbol der schrecklichsten Zeit der deutschen Geschichte wiederaufzubauen" ().

Ud Joffe hingegen erklärte, er sehe zwar "viele problematische Aspekte" bei dem Wiederaufbauprojekt, "aber nicht bei allem, wo ich nicht dafür bin, muss ich auch gleich dagegen sein". Joffe berichtete auch von der Begeisterung, mit der David Levin, der in Israel lebende letzte Überlebende der alten jüdischen Gemeinde Potsdams, vor vier Jahren beim Besuch der Landeshauptstadt angesichts des neu errichteten Portals vom Glockenspiel der Garnisonkirche schwärmte. Mikhail Tkach hingegen äußerte die Befürchtung, dass "ein Symbol aus vergangener Zeit" wieder errichtet wird. Er habe sich am Bürgerbegehren gegen den Wiederaufbau beteiligt. Sorgen bereite ihm nicht zuletzt das stockende Verfahren zum Bau einer neuen Synagoge für Potsdam, obwohl man beide Projekte nicht miteinander in Verbindung bringen dürfe.

Von Volker Oelschläger

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