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Hilfe aus Magdeburg für Wiederaufbau-Gegner

Bürgerbegehren aus Sachsen-Anhalt als Inspiration für Potsdam Hilfe aus Magdeburg für Wiederaufbau-Gegner

Die Gegner des Wiederaufbaus der Garnisonkirche, die mit ihrem laufenden Bürgerbegehren 11.800 Unterschriften aktuell verzeichnen können, haben sich inhaltliche Schützenhilfe aus Sachsen-Anhalt an Bord geholt: Josef und Bettina Fassl sind die Initiatoren des erfolgreichen Bürgerbegehrens gegen den Wiederaufbau der Ulrichskirche in Magdeburg.

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Eine Feuersbrunst zerstörte das Glockenspiel

Ansicht der später gesprengten Ulrichskirche in Magdeburg in den 1950er Jahren.

Quelle: Privat

Potsdam. Genauso wie die Garnisonkirche wurde Ulrichskirche in Magdeburg zu DDR-Zeiten gesprengt. 2010 erklärte sich Magdeburgs Stadtrat bereit, dem Kuratorium Ulrichskirche e.V. das Grundstück für den Bau nach Vorlegen eines "fundierten Finanz- und Nutzungskonzeptes" zur Verfügung zu stellen.

Nachdem die Wiederaufbau-Gegner innerhalb von nur sechs Wochen deutlich mehr als die notwendigen zehntausend Unterschriften eingesammelt hatten, gab der Stadtrat Anfang 2011 grünes Licht für den ersten Bürgerentscheid in der anhaltinischen Landeshauptstadt. Den überwältigenden Erfolg des Bürgerbegehrens führt Fassl auf den Widerwillen der Magdeburger gegen das "Überlegenheitsgefühl der Wiederaufbaubefürworter" und gegen das Entstehen eines "kitschigen Disneylands" zurück. Der Bürgerentscheid, durch den das Projekt dann gekippt wurde, fand gekoppelt an die Landtagswahl 2011 statt.

Ob die Garnisonkirchen-Gegner in diesem Punkt in die Fußstapfen der Magdeburger treten können, ist derzeit noch fraglich. Angepeilt wird, dass man in Potsdam den Bürgerentscheid mit der Landeswahl am 14. September verbindet. Um die notwendigen Fristen einhalten zu können, müssten einerseits bis zum 30. Juni die erforderlichen 13.500 gültigen Stimmen für ein erfolgreiches Bürgerbegehren zusammen sein. Außerdem müssten die Stadtverordneten eine Sondersitzung in der Sommerpause einberufen, um grünes Licht für die Koppelung des Entscheids an die Landeswahl zu geben, erklärte Simon Wohlfahrt von der BI "Potsdam ohne Garnisonkirche" gestern.

"Ein Fünftel der Mitglieder der Stadtverordneten kann jederzeit eine Sondersitzung verlangen. Zwöf Stadtverordnete reichen, um eine solche Sitzung einzuberufen", sagte Stadtpräsident Peter Schüler (Grüne) dazu am Dienstag auf Nachfrage. Er bezweifle aber, "dass die Stadtverordneten für diesen Wunsch der Initiatoren in der Sommerpause eine Sitzung einberufen werden".

Auch Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg zeigte sich am Dienstag eher skeptisch, "ob in der Kernurlaubszeit so eine Sondersitzung zustande gebracht werden kann".

Von Ildiko Röd

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