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Garnisonkirche in Potsdam Kampagne der Garnisonkirchen-Befürworter
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18:02 13.08.2014
Die Breite Straße in Potsdam mit der wiederaufgebauten Garnisonkirche. Quelle: BPM
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Potsdam

Mit einer Plakataktion und der Verteilung von Flyern möchten die Bürgerinitiative „Mitteschön“ und das Bündnis Potsdamer Mitte in den nächsten Wochen für den Wiederaufbau der Garnisonkirche werben. „Mit dem Landtag hat Potsdam sein Herz wieder, die Garnisonkirche ist sein Rückgrat“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Mit dieser Aktion reagieren die Initiativen auf das erfolgreiche Bürgerbegehren, bei dem fast 14.000 Unterschriften gegen den Wiederaufbau gesammelt wurden – mehr als zehn Prozent der Potsdamer hatten sich damit gegen die 1945 im Krieg beschädigte und 1968 von der DDR gesprengte Barockkirche positioniert. „Dass ein Teil der Potsdamer gegen den Wiederaufbau ist, ist nichts Neues“, heißt es in der Pressemitteilung. Auch beim Landtagsneubau habe es „mehr als Gegenwind“ gegeben“, sagt Barbara Kuster, Sprecherin von „Mitteschön“, doch „mittlerweile haben sich selbst die Gegner zum größten Teil mit der historischen Schlosshülle versöhnt“.

Kuster ist überzeugt, dass sich „ein ähnlicher Sinneswandel auch bei den meisten der heutigen Gegner des Kirchenbaues einstellen“ werde. Schließlich gehöre die Kirche zu den städtebaulichen „Dreh- und Angelpunkten“, sie bilde mit dem Stadtschloss und der Breiten Straße eine städtebauliche Einheit: „Dieses Ensemble war einzigartig in seiner architektonischen Schönheit und Komposition, vergleichbar einer Bachschen Partitur“, so die  Initiativen.

Mit einer Simulation des Stadtbildes bei wiedererrichteter Garnisonkirche und einer provokanten Frage plakatiert das „Bündnis Potsdamer Mitte“ ab sofort. Quelle: BPM

Wie schon beim Stadtschloss, zeigt sich „Mitteschön“ auch in den Details wenig kompromissbereit. Die Wiedererrichtung nur des Turmes, wie sie kürzlich ins Gespräch gebracht wurde, kommt für die Initiativen nicht infrage. „Zur Heilung der Potsdamer Mitte ist diese Kirche unabdingbar. Sie muss gebaut werden, und zwar in ihrer ursprünglichen Form. Das heißt: Keine Eingriffe am Bau mit der Begründung, Brüche aufzuzeigen. Kunstwerke sind keine geschichtspolitischen Kompromissfelder.“

Brüche, so Barbara Kuster, gebe es in der Breiten Straße mit der IHK und den Studentenwohnungen ohnehin zur Genüge. Auch alles, was anschließend im Umfeld modern gebaut werde, müsse sich einordnen und an der Kirche messen lassen, fordert „Mitteschön“.

Wie schon beim Landtagsschloss beäugen die Mitglieder der Initiative jede Abweichung vom Original äußerst kritisch. Sie beklagten dort zum Beispiel die fehlenden Kutschdurchfahrten in den Seitenflügeln und die Verengung des Innenhofes, der einst im Maße des goldenen Schnitts angelegt war. Beides war den Anforderungen an einem modernen Landtag zum Opfer gefallen.

Stehe die Garnisonkirche erst wieder, so werde sie eine „Strahlkraft entfalten, die die Dringlichkeit ihrer Wiedererstehung“ deutlich macht, davon ist „Mitteschön“ überzeugt. Es handle sich nicht umsonst um die schönste Kirche des norddeutschen Barock, so Barbara Kuster.

Von Jan Bosschaart

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