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Gesundheit & Lebensfreude In Lehnin geröntgt, Befund aus Berlin
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00:18 13.03.2016
Am neuen Röntgengerät: Der Ärztliche Direktor der Lehniner Kliniken Michael Sachse (l.) und Jens Peter Bork, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin.
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Lehnin

Blutungen, Knochenbrüche, Gallensteine: Die Befunde erreichen den behandelnden Arzt in wenigen Minuten. Dabei sind es vom Röntgenraum in der Lehniner Klinik für Innere Medizin bis zu den Radiologen im Unfallkrankenhaus Berlin gute 50 Kilometer Luftlinie. Per Richtfunk stehen die Mediziner in beiden Häusern seit Jahresbeginn in ständiger Verbindung, wenn es darum geht für Patienten eine schnelle Diagnose samt passender Therapie zu erstellen. Egal, ob die digitale Bilderfassung mittels klassischer Röntgenanlage oder per Computertomographie erfolgte.

Teleradiologie nennen die Mediziner jenes Verfahren, bei denen radiologisches Bildmaterial über eine Telekommunikationseinrichtung an einen entfernten Ort übertragen wird. Seit kurzem gehört das Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin mit seinen Lehniner Kliniken zu den Kooperationspartnern des Institutes für Radiologie und Neuroradiologie am Unfallkrankenhaus Berlin. „Das Netzwerk funktioniert rund um die Uhr, so dass kleinere Krankenhäuser wie Lehnin auch außerhalb des Tagesdienstes eine durchgehend gute Patientenversorgung gewährleisten können“, berichtet der Ärztliche Direktor der Lehniner Kliniken, Michael Sachse, der MAZ.

Großer Arbeitgeber

Der Klinik-Komplex auf dem Lehniner Stiftsgelände wurde 2003 neu errichtet. Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin ist dort Arbeitgeber für rund 210 Mitarbeiter. In der Klinik für Innere Medizin werden jährlich rund 2000 Patienten behandelt, in der Klinik für Geriatrische Rehabilitation sind es etwa 1200 Patienten.

Im Lehniner Krankenhaus wird nicht operiert. Möglich sind endoskopische Eingriffe, um zum Beispiel Blutungen zu stillen, Polypen auszumerzen oder Patienten von Gallensteinen im Gallengang zu erlösen. Bei Unfällen oder schweren Verletzungen ist eine Erstversorgung gewährleistet.

Derzeit wird durch das Diakonissenhaus die Modernisierung des alten Krankenhauses auf dem benachbarten Klostergelände vorbereitet. Ab kommenden Herbst soll das Gebäude für weitere Arzt- oder Therapiepraxen bezugsfertig sein.

Möglich wurden die verbesserten Diagnostikmöglichkeiten neben einer leistungsstarken Datenverbindung durch die Neuanschaffung eines netzwerkfähigen Röntgengerätes. Eingekauft wurden außerdem zwei neue Sonographiegeräte, die alle Möglichkeiten der modernen Ultraschalldiagnostik bieten. „Unser Gerätepark, einschließlich der endoskopischen Möglichkeiten, ist damit völlig zuverlässig und auf der Höhe der Zeit“, freut sich auch Chefarzt Jens Peter Bork. Er ist Herr über die 55 Betten der Inneren Klinik, die insbesondere mit Patienten aus der Region zwischen Belzig, Potsdam und Brandenburg belegt sind. „Es kommt vor, dass in Lehnin kein Platz mehr frei ist. Solche Engpässe kannten wir vor einigen Jahren noch nicht. Doch weil überall Bettenkapazitäten abgebaut werden, wundert diese Entwicklung kaum“, so Chefarzt Bork.

Der 2003 neu errichtete Klinikkomplex in Nachbarschaft zur Lehniner Klosteranlage. Quelle: Frank Bürstenbinder

Neben der technischen Aufrüstung hat sich die Klinik für Innere Medizin einem Behandlungsgebiet zugewandt, das insbesondere auf ältere Patienten zugeschnitten ist – die Akutgeriatrie. Die 2014 erfolgte Zulassung wurde schrittweise umgesetzt. „Inzwischen hat sich die Akutgeriatrie als fester Bestandteil unter dem Dach der Inneren etabliert“, so das Fazit von Klinik-Chef Sachse. Betroffene Patienten sind in der Regel über 70 Jahre alt und leiden unter Mehrfacherkrankungen. Kommt es zu einer dramatischen Verschlechterung des ohnehin angegriffenen Gesundheitszustandes, zum Beispiel durch eine Lungenentzündung oder nach einem Sturz, greifen diagnostische und therapeutische Maßnahmen bei längerer Aufenthaltsdauer als außerhalb der Akutgeriatrie. „Ziel ist es, eine Pflegebedürftigkeit abzuwenden“, so Sachse.

Weil die Nachfrage nach akutgeriatrischen Leistungen steigt, wurde dieser Bereich auf einer Etage der Inneren Klinik konzentriert, während die Palliativmedizin auf einer anderen Ebene untergebracht ist. „Die bisherige internistische Versorgung der Patienten aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet wird dabei nicht vernachlässigt“, versichert Chefarzt Bork. Zum Lehniner Krankenhauskomplex gehört die Klinik für Geriatrische Rehabilitation mit 70 stationären Betten und zehn Tagesklinikbetten. Die Nachfrage nach Reha-Betten ist inzwischen so hoch, dass es eine Warteliste gibt. Eine Folge der demografischen Entwicklung mit einer immer älter werdenden Bevölkerung.

Von Frank Bürstenbinder

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