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Landtagswahl 2014 AfD-Fraktion schließt Stefan Hein aus
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19:28 06.10.2014
Stefan Hein wird als Fraktionsloser in den Landtag einziehen. Quelle: AfD
Potsdam

Noch vor der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags lichten sich bei den Parlamentsneulingen von der AfD die Reihen. Die Fraktion der erstmals im Potsdamer Parlament vertretenen rechtspopulistischen Partei hat am Montag ihren Abgeordneten Stefan Hein ausgeschlossen. Die Zahl der AfD-Mandate verringert sich damit von elf auf zehn.

Die AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg

  • Alexander Gauland (Publizist aus Potsdam)
  • Rainer van Raemdonck (Angestellter aus Falkensee)
  • Franz Josef Wiese (Selbständiger aus Neutrebbin)
  • Sven Schröder (Unternehmer aus Borkheide)
  • Birgit Bessin (Wirtschaftsjuristin aus Nuthe-Urstromtal)
  • Thomas Jung (Rechtsanwalt aus Potsdam)
  • Andreas Galau (Verwaltungswirt aus Hennigsdorf)
  • Steffen Königer (Unternehmer aus Werder/Havel)
  • Andreas Kalbitz (Medienkaufmann aus Königs Wusterhausen)
  • Christina Schade (Unternehmensberaterin aus Hoppegarten)
  • Das sind die Polit-Neulinge der AfD >

Dem Zuspruch der AfD, die bei der Landtagswahl 12,2 Prozent geholt hatte, tun die Personalquerelen derweil keinen Abbruch. Parteisprecher Detlef Frye darf sich über einen „guten und stetigen Anstieg“ der Mitgliederzahlen auf mittlerweile 610 freuen. Weitere 50 Aufnahmeanträge liegen demnach zusätzlich vor. Zurzeit der Gründung des Landesverbands im April 2013 zählte die Partei noch weniger als 150 Mitglieder. Bundesweit hat sich die Zahl der Unterstützer seither von 4.569 auf 19.885 nahezu verfünffacht.

Stefan Hein, Sohn der Lebensgefährtin von Landeschef Alexander Gauland, wird vorgeworfen, dem „Spiegel“ vermeintliche Falschinformationen zugespielt zu haben. Das Nachrichtenmagazin hatte berichtet, Gauland lasse aus Sorge um das Ansehen der Partei Dossiers über die rechte Vergangenheit einiger Abgeordneter anfertigen, um sie zur Aufgabe ihrer Mandate zu bewegen.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gab es Verwirrung um die Personalie des mutmaßlichen Vertrauensbrechers Hein, der nun als fraktionsloser Abgeordneter in den Landtag einzieht. Der 30-Jährige hatte seinen anfänglichen Mandatsrückzug wieder rückgängig gemacht. Das ist möglich, weil Hein nicht formell beim Landeswahlleiter den Mandatsverzicht angezeigt hat, wie dessen Sprecherin Bettina Cain am Montag erläuterte. Hein verhindert damit das Nachrücken von Jan-Ulrich Weiß, der auf Facebook eine antisemitische Karikatur veröffentlicht hatte und nun aus der Partei ausgeschlossen werden soll.

Von Bastian Pauly

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