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Landtagswahl 2014 Michael Schierack ist CDU-Spitzenkandidat
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20:51 15.08.2014
Wahlkampf macht „so viel Spaß“: Michael Schierack in der Halle für Kugellagerkäfige der Eberswalder Metallbaufirma Glawion. Quelle: Julian Stähle
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Eberswalde/Angermünde

Das Gespräch läuft schleppend. Müde sitzen fünf Lehrlinge in Arbeitsmontur auf ihren Stühlen. Im Raum ist es schwülwarm. Der Werkstattleiter erklärt den Gästen aus der Politik detailreich das Unternehmen. Als es um die Ausbildung geht, beantworten die Lehrlinge brav die Fragen. Derweil rutscht Michael Schierack auf seinem Stuhl hin und her. Der CDU-Spitzenkandidat in dunklem Anzug mit weißem Hemd und blauem Schlips ist auf Wahlkampf-Tour und stattet in Eberswalde der Metallbaufirma Glawion einen Besuch ab. Unerwartet spricht er dann die jungen Leute direkt an. „Habt Ihr Fragen an uns?“, sagt Schierack. „Jetzt habt ihr endlich mal die bösen Politiker vor euch“, fügt er an, lacht kurz auf und schaut dann fröhlich-herausfordernd in die Runde. Sofort sind alle am Tisch hellwach.

Schierack liebt solche Situationen. Eine Spur Selbstironie, dazu der freundlich lockere Tonfall und schon ist ein wenig das Eis gebrochen. Das kommt in solchen Runden gut an. Angetan war auch die Chefin der Firma, Ilona Glawion, von Schierack, der sie zu Beginn salopp mit „She is the Boss“ begrüßt hatte. Der müsse sich nur noch bekannter machen. Als nämlich die Anfrage kam, habe sie den Namen erst „googeln“ müssen.

Der 47-jährige Chef der Brandenburger CDU tourt derzeit durchs Land. Politik trifft Wirtschaft oder Brandenburg-Check nennen sich die Formate. Wahlkampf mache ihm „so viel Spaß“, wird Schierack an diesem Tag nach drei weiteren Termine in einem Kaffee auf dem Marktplatz von Angermünde schwärmen. „Das hätte ich gar nicht gedacht.“

In die Politik ist er spät gestartet. Erst mit 35 Jahren trat Schierack in die CDU ein. Öffentlich aufgefallen ist er 2009, als er in den Landtag einzog. Da war er schon fünf Jahre Vize-Landeschef. Aus den Grabenkämpfen der notorisch zerstrittenen CDU hielt er sich stets heraus. Als die Partei 2012 wieder einen neuen Chef suchte, fiel die Wahl auf ihn, den Unverbrauchten. Auf den neuen Posten ließ er sich ein – mit allen Risiken. Was dem Arzt aus Cottbus anfangs viele nicht zugetraut haben, hat er schon erreicht: In die Partei ist Ruhe eingekehrt. Dazu kam der unerwartete Wahlerfolg bei der Bundestagswahl 2013, als die CDU neun von zehn Direktmandaten im Land gewann. Auch wenn er diesen Triumph in erster Linie Angela Merkel zu verdanken hat, hat ihn das nach innen gestärkt. Das Gefühl, ganz vorn zu liegen, weckte in der märkischen CDU Hoffnungen. Dass sich ein solcher Coup bei der Landtagswahl vielleicht wiederholt. Eine Vorstellung, die Schierack gefällt. „Ich spiele auf Sieg“, sagt er, auch wenn die Umfragen die CDU derzeit auf Platz zwei sehen.

Wichtig ist ihm, sagt er, andere, die auf ihn setzen, nicht zu enttäuschen. Das treibt ihn an. Auch wenn es am Ende für Wahlsieg oder Regierungsbeteiligung nicht reichen sollte, will er seine Partei wenigstens auf Augenhöhe mit der SPD bringen, und er will vor den Linken liegen. Daran wird er auch parteiintern gemessen. Der zermürbende Kreislauf in der märkischen CDU soll endlich durchbrochen werden: Dass nach einer Phase der Zuversicht stets der Absturz kam. Vor ihm schafften weder Jörg Schönbohm (2004) noch Johanna Wanka (2009) bei Wahlen die 20-Prozent-Marke.

Dass sich das ändert, dafür wirft Schierack alles, was er bieten kann, in die Waagschale. Helfen soll sogar eine Imagebroschüre mit bunten Fotos. Sie zeigt ihn als Kind, als Erstklässler mit Zuckertüte, als Sohn beim Kaffeekränzchen mit Freundinnen seiner Mutter. Auf einem Foto trägt er ein T-Shirt, auf dem steht „Kant und Kante“. Es sei sein Motto, sagt er. Seine Frau, die in Cottbus am Staatstheater Sopranistin ist und die beiden Kinder (drei und sechs Jahre), hält er bewusst aus der Öffentlichkeit heraus.

Im Wahlkampf setzt er als Oppositions chef statt auf Attacke eher auf kontrollierte Sicherheit: Nicht anecken, nicht polarisieren. Ein eigenes Wahlkampfthema hat er nicht. Das sei gar nicht nötig, sagen seine Wahlkampfleute. Das bringt ihm allerdings den Vorwurf ein, sich abzuducken und nur auf den günstigen Merkel-Trend zu setzen. Oder, wie die SPD stichelt, „unter’m Radar“ zu bleiben.

Termin in Kerkow bei Angermünde. Dort trifft Schierack auf eine Gruppe uckermärkischer Unternehmer. Sie beklagen den massiven Diebstahl von Landmaschinen in Grenznähe, haben eine Initiative gegründet. Ein Heimspiel für Schierack. Der Zorn richtet sich gegen Rot-Rot und die Polizei. „Ich habe resigniert“, klagt Mario Henseler vom Autohaus in Schwedt. Zuletzt seien ihm Aluräder vom Hof gestohlen worden. „Und die Polizei macht nichts.“ Schierack nickt hin und wieder. „Das kann nicht so weiter gehen“, meint Landtechnikhändler Michael Branding, der Sprecher der Initiative. Schierack stimmt ihm zu, will aber nichts versprechen.

Ob die CDU nach der Wahl wieder mitregiert, ist eher ungewiss. Die Beinahe-Koalitionsaussage für Rot-Rot durch Dietmar Woidke hat Schierack getroffen. Nun will er den Dämpfer als Vorlage nutzen. „Wer SPD wählt, wählt die Linke“, so sein neuer Wahlspruch. Das macht ihn ganz zufrieden.

MAZ-Wahlforum

  • Die Märkische Allgemeine Zeitung veranstaltet am Sonntag, dem 24. August 2014, von 11 bis 13 Uhr ein Wahlforum mit den fünf Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien.
  • Eingeladen sind Dietmar Woidke (SPD), Christian Görke (Linke), Michael Schierack (CDU), Andreas Büttner (FDP) und Ursula Nonnemacher (Grüne).
  • Die Veranstaltung findet in der Versandhalle auf dem MAZ-Gelände in der Friedrich-Engels-Straße 24 in Potsdam statt. Einlass ist ab 10.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
  • Wegen begrenzter Plätze wird um Anmeldung gebeten unter www.MAZ-online.de/wahlforum, per E-Mail: veranstaltungen@MAZ-online.de oder 0331/2840 136 (Mo-Fr 10-16 Uhr). Parkplätze sind auf dem Gelände ausreichend vorhanden.

Von Igor Göldner

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