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Rot-Rot weit vor Rot-Schwarz

MAZ Wahlbarometer Rot-Rot weit vor Rot-Schwarz

In Brandenburg zeichnet sich eine Fortsetzung der rot-roten Koalition ab. 5 Prozent der Bürger wollen nach der aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der MAZ ein Bündnis von SPD und Linken, nur 17 Prozent wünschen sich eine Große Koalition.

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Wahlplakate zur Landtagswahl in Brandenburg.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Für die SPD war es ein bewährtes Ritual: Nach Landtagswahlen, die sie seit 1990 stets gewann, lud sie nacheinander die Parteien zu „Sondierungen“ ein, mit denen rechnerisch eine Koalition möglich ist. Zwei oder drei dieser Runden gab es jeweils, dann wurde entschieden, mit wem offiziell Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden. 1999 und 2004 bekam dafür die CDU den Zuschlag; vor fünf Jahren war es erstmals die Linke.

Nach der aktuellen Forsa-Umfrage kann die SPD auch 2014 damit rechnen, zwischen Linke und CDU wählen zu können. Beide Optionen hätten eine deutliche Mehrheit an Sitzen im Landtag. Rot-Rot käme auf 56 Prozent (34 SPD, 22 Linke) und Rot-Schwarz auf 57 Prozent (CDU 23). Eine deutliche Mehrheit der Brandenburger plädiert danach für eine Fortsetzung der Koalition mit den Linken. 45 Prozent der von Forsa Befragten sagen, Rot-Rot sollte weiterregieren. Das ist der gleiche Wert wie bei der Forsa-Umfrage im Dezember 2013.

Die Zustimmung für einen Wechsel zur CDU, mit der die SPD bereits zwischen 1999 und 2009 regierte, sinkt. Waren es vor acht Monaten noch 21 Prozent, sind es jetzt für Rot-Schwarz nur noch 17 Prozent. Nur sechs Prozent wollen ein rot-grünes und zwei Prozent ein schwarz-grünes Bündnis. Beide Koalitionen sind rechnerisch allerdings ohne Mehrheit.

Interessant ist, wer die größten Anhänger von Rot-Rot in Brandenburg sind. Es sind die über 60-Jährigen, die Arbeiter sowie die Anhänger von SPD und Linke.

Wen würden Sie wählen? Die Forsa hat im Auftrag der MAZ drei Wochen vor der Landtagswahl 1002 wahlberechtigten Brandenburgern die Sonntagsfrage gestellt. Alle Ergebnisse des MAZ-Wahlbarometers gibt es in dieser Bildergalerie

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58 Prozent in der Altersgruppe 60 plus wünscht sich Rot-Rot. Auch bei den 18- bis 29-Jährigen ist der Wert mit 43 Prozent relativ hoch. Im Vergleich: Rot-Schwarz wollen in der Altersgruppe 18 bis 29 nur fünf Prozent. 23 Prozent gaben allerdings an, sie wollten gar keine der angegebenen Koalitionen – auch nicht Rot-Grün oder Schwarz-Grün. Bei den 45- bis 59-Jährigen wollen 39 Prozent Rot-Rot und 22 Prozent Rot-Schwarz. Eine deutliche Mehrheit für ein SPD/Linke-Bündnis gibt es auch in der Altersklasse 30 bis 44: Es sind 33 Prozent (Rot-Schwarz: 15).

Eine deutliche Mehrheit der SPD-Anhänger wünscht sich ein Weiter-so mit den Linken: 63 Prozent. Nur 14 Prozent sind für den Wechsel zur CDU. Für Rot-Grün plädieren sechs Prozent. Einen erwartungsgemäß hohen Wert für Rot-Rot gibt es auch unter den Anhängern der Linken: 86 Prozent.

Nicht ganz entschieden sind die CDU-Anhänger. Nur 41 Prozent wollen ein Bündnis mit der SPD. 13 Prozent kreuzten sogar Rot-Rot an und 10 Prozent Schwarz-Grün. Knapp ein Drittel der CDU-Sympathisanten lehnt alle vorgegebenen Konstellationen ab.

Das Meinungsforschungsinsititut Forsa hat im Auftrag der MAZ 1002 Brandenburgern Wahlplakate mit den Spitzenkandidaten von SPD, CDU, Linkspartei, Grüne, Piratenpartei, FDP, AfD und Freie Wähler gezeigt und gefragt: "Kennen Sie diesen Kandidaten" und "Sehen Sie das Land Brandenburg bei diesem Kandidaten in guten Händen?". Hier die Ergebnisse.

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Bei den Berufsgruppen wünschen sich Arbeiter klar Rot-Rot (52 Prozent), nur 30 Prozent bevorzugen eine SPD/CDU-Koalition. Dagegen liegen beide Koalitionsoptionen bei den Beamten (Rot-Rot: 36, Rot-Schwarz: 32) und Selbstständigen (je 24 Prozent) fast gleich auf.

Die SPD ist in den Wahlkampf wieder ohne Vorfestlegung gegangen, also ohne Koalitionsaussage. Mit wem sie am Ende koaliert, das hänge von den Inhalten und von den Personen ab, heißt es stets. Allerdings hat SPD-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Dietmar Woidke – anders als Matthias Plat-zeck 2004 und 2009 – einen sehr weitgehenden Satz gesagt: Aus der Erfahrung der aktuellen Regierungsarbeit mit den Linken sehe er „keinen Grund“, nach der Wahl „den Partner zu wechseln“. Diese Äußerung wurde unter politischen Beobachtern als deutliche Präferenz für Rot-Rot II gewertet. Die SPD beeilte sich, den Satz tief zu hängen und sprach von „Überinterpretation“. Es gelte nach wie vor die Regel, dass es keine Koalitionsaussage gebe. Woidke ging aber noch weiter. Er äußerte Zweifel an der Stabilität der märkischen CDU. Über CDU-Spitzenkandidat Michael Schierack sagte Woidke: „Herrn Schierack kenne ich nicht näher.“

Von Igor Göldner

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